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Die Orks 01 - Die Rückkehr der Orks

Titel: Die Orks 01 - Die Rückkehr der Orks Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Michael Peinkofer
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den Kopf. »Und du erwartest, dass ich darauf vertraue?« Er lachte freudlos auf.
    Im nächsten Moment brach das Gewitter los. Heftiger Wind kam auf, die Himmelsschleusen öffneten sich und schickten prasselnden Regen. Es donnerte, dass man meinen konnte, Kurul wollte das Ende der Welt herbeiführen, und blauweiße Blitze zuckten aus den Wolken – sie gingen jedoch alle über der Ebene von Scaria nieder und nicht über dem Wald. Dass das nicht mit rechten Dingen zuging, begriffen selbst die beiden Orks, und mit einem Wort brachte es Balbok auf den Punkt.
    »Elfenzauber«, sagte er verächtlich.
    »Und wenn schon«, knurrte Corwyn. »Entweder, ihr bewegt euch endlich, oder ich werde euch hier und jetzt erschlagen. Mir ist es egal, aber entscheidet euch rasch, denn ich habe keine Lust, euretwegen bis auf die Haut durchnässt zu werden.«
    Rammar und Balbok tauschten einen Blick – und beschlossen, es lieber mit den drohenden Gefahren des Waldes aufzunehmen als mit einem offenbar verrückten Kopfgeldjäger. Indem sie ihren ganzen Willen aufboten, setzten sie einen Fuß vor den anderen und überwanden die Barriere, und im nächsten Moment umfing sie die modrige Dunkelheit des Waldes.
    Als hätten sie eine Festung betreten, blieb das Gewitter hinter ihnen zurück. Das Blätterdach war so dicht, dass es den prasselnden Regen fern hielt, das Rauschen des Windes wurde zu einem leisen Wispern, und selbst der Donner war nur noch ein fernes Rumoren. Moos dämpfte jeden Schritt, den die Orks taten, während sie zwischen uralten knorrigen Stämmen marschierten, deren Rinde aussah wie der Panzer eines Drachen.
    In ihrem weißen Gewand, das sich leuchtend vom Halbdunkel des Waldes abhob, ging Alannah voraus. Rammar und Balbok folgten ihr zögernd, Corwyn bildete erneut die Nachhut. Rammar, der kurz den Kopf drehte, sah ihm an, dass auch er nervös war. Sein Schwert hatte Corwyn nicht wieder in die Scheide gesteckt, und er blickte sich jedes Mal argwöhnisch um, wenn er ein Geräusch vernahm.
    Und es gab viele Geräusche in Trowna.
    Anfangs war ab und an noch der Schrei eines Vogels zu vernehmen, aber je tiefer die Wanderer in den Wald vordrangen und je dunkler es wurde, desto unheimlicher und ungewohnter wurden die Laute: dumpfes Gebrüll, das von einem grässlichen Raubtier stammen mochte, dazu der gellende Schrei seines Opfers, hier ein lang gezogenes Kreischen, das den Orks durch Mark und Bein fuhr, dort ein Kichern, das zwischen den hohen Bäumen verhallte. Dazu kamen Geräusche, die der Wald selbst verursachte: ein beständiges Rauschen und Knarren, das daran erinnerte, dass Bäume lebende Wesen sind. Die beiden Orks hassten diesen Wald geradezu. Nicht dass dunkle, modrige Orte ihnen nicht gefielen, aber dieser Wald jagte jedem anständigen Unhold kalte Schauer über den Rücken.
    »Das gefällt mir nicht, Rammar«, äußerte Balbok sein Unbehagen, während er widerwillig einen Fuß vor den anderen setzte.
    »Ich weiß, Bruder. Mir gefällt es auch nicht.«
    »Was habt ihr denn?«, erkundigte sich Corwyn grinsend, obwohl auch in seinen Augen die Angst nistete. Der Kopfgeldjäger hatte sie, obwohl sie sich auf Orkisch unterhalten hatten, verstanden. »Hier ist es feucht und dunkel, und es stinkt nach Fäulnis – da müsstet ihr euch doch wie zu Hause fühlen.«
    »Douk«, sagte Balbok und schüttelte den Kopf. »Das ist überhaupt nicht wie zu Hause. Das hier ist Elfenwerk!«
    »Elfenwerk?« Corwyn lachte auf und sagte wider seine eigene Überzeugung: »Du spinnst doch. Das ist ein Wald wie jeder andere.«
    »Der Ork hat Recht«, sagte Alannah, die stehen geblieben war, um auf ihre Gefährten zu warten. »In alter Zeit, noch vor den Tagen des Zweiten Krieges, reichte die Ebene von Scaria bis hinunter zur See. Der Wald entstand erst später – als Bollwerk, um das Reich der Elfen vom Rest der Welt zu trennen, aber auch, um die alte Königsstadt Tirgas Lan zu verbergen.«
    »Soll das heißen«, fragte Corwyn verblüfft, »ihr habt einen ganzen Wald wachsen lassen?«
    »Keinen gewöhnlichen Wald«, brachte Alannah in Erinnerung. »Trowna ist verwunschenes Land. Ein Fluch lastet auf ihm, der Frevler und Räuber fern halten soll – Frevler und Räuber, wie wir welche sind.«
    »Ja«, räumte Corwyn ein. »Aber im Gegensatz zu irgendwelchen dahergelaufenen Frevlern und Räubern kennen wir den Weg.«
    »Das ändert nichts an unseren Absichten«, erklärte Alannah. Sie wandte sich wieder um und suchte einen Pfad zwischen den

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