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Die Prophetin

Die Prophetin

Titel: Die Prophetin Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: wood
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Busbahnhof von Goshen oder in Mojave besondere Beachtung geschenkt hatte. Auch der Mann an der Rezeption des Motels hatte vermutlich nicht gesehen, wie Catherine den Bungalow betrat. Trotzdem mußten sie wachsam sein. »Wenn Sabina doch nur den Namen des Kaisers noch einmal erwähnen würde«, seufzte Catherine. »Angenommen, sie hat Philos zur Zeit des Kaisers Augustus geheiratet, dann wüßten wir, daß sie vor Jesus lebte und daß diese Schriftrollen nicht von Augenzeugen stammen. Aber wenn es Kaiser Tiberius war, dann wäre es schon möglich, Caligula wäre noch besser, und Claudius natürlich am besten. Nero hätte sie verfolgen können, aber Vespasian, das wäre zu spät.«
    »Also!« sagte Garibaldi und verließ das Fenster, setzte sich wieder an den Computer und tippte die Zugangsnummer ein. »Ich bin für Claudius.«
    »Hören Sie…«, sagte Catherine und hob die Hand. »Was ist das für ein Geräusch?«

    Garibaldi lauschte. »Das klingt nach einer Katze.« Er öffnete die Tür, und ein schwarzweißes Kätzchen sprang herein. »Ja, wen haben wir denn hier?« rief er und nahm das Kätzchen hoch. »Woher kommst du denn?«
    »Vermutlich hat sie keinen Besitzer«, sagte Catherine und sah verblüfft, wie das winzige flauschige Tier zutraulich in Garibaldis großen Händen verschwand.
    Er schüttelte den Kopf. »Das Fell ist sauber, und das Kätzchen sieht gesund aus. Außerdem hat es keine Angst. Vermutlich gehört es dem Mann an der Rezeption.«
    »Sie scheinen sich mit Katzen auszukennen«, sagte Catherine und staunte, wie wohl sich das Tier bei Garibaldi zu fühlen schien. Es schnurrte und schmiegte sich an seine Brust und leckte an seinem kleinen Finger.
    »Ich liebe Katzen«, erwiderte er. »Wir hatten immer viele Katzen zu Hause.«
    Catherine sagte lachend: »Sie will etwas trinken.« Er setzte das Kätzchen vorsichtig auf den Tisch, wo noch die Reste ihres mexikanischen Essens lagen. Catherine staunte über seine Behutsamkeit. Er öffnete die Plastikbecher mit der Kaffeesahne und gab dem Kätzchen auf einem Plastikdeckel die Milch zu trinken, die es gierig aufleckte, während er es sanft streichelte. Catherine riß sich von dem Anblick los und schaltete den Fernseher ein. Sie suchte auf den Kanälen nach einem Sender in Los Angeles.
    Schließlich fand sie einen. Eine Blondine mit professionellem Lächeln und sanfter Stimme las die Meldungen des Tages. ›… die Einreisebehörde hat heute bestätigt, daß Dr. Catherine Alexander vor vier Tagen, also am 16. Dezember, in die USA zurückgekehrt ist. Sie reiste über den John F. Kennedy-Flughafen ein.
    Nach Auskunft der Zollbeamten weiß man nicht, wie die Schriftrollen vom Sinai in die USA gekommen sind. Man braucht dazu die Aussage von Dr. Alexander. Bislang ist gegen die Archäologin jedoch nicht offiziell Anklage erhoben worden.‹ Garibaldi setzte sich neben Catherine auf das Bett. Man zeigte das Photo, das Catherine von dem Jesus-Fragment gemacht hatte, und anschließend das Original, das im Zelt zu-rückgeblieben war und sich mittlerweile in den Händen der ägyptischen Behörden befand. Kulturminister Achmed Sayed erklärte als Sprecher der ägyptischen Regierung: ›Die gezackte Linie hier deutet darauf hin, daß die untere Hälfte der Seite von Dr. Alexander am Fundort entfernt wurde. Wir haben Grund zu der Annahme, daß dieses Fragment nur Teil von mehreren Schriftrollen ist.‹
    Verblüfft sah Catherine, daß als nächstes die Leiterin der Stiftung eine offizielle Erklärung verlas.
    ›Wir haben Dr. Alexanders Grabungen im Sinai im vergangenen Jahr finanziert. Wir haben seit dem ersten Dezember nichts mehr von ihr gehört. Wir wissen nicht, wo sie sich befindet. Wir wissen nichts darüber, was sie gefunden hat. Wir können weder den Fund von Schriftrollen bestätigen noch dementieren.‹ Danach wurde Inspektor Shapiro von der Polizei in Santa Barbara nach Hinweisen auf den Aufenthaltsort von Dr.
    Alexander befragt, aber der Beamte lehnte jede Stellungnahme ab. Als man ihn nach dem Mörder von Daniel Stevenson fragte, sagte der Inspektor: ›Wir haben die Information erhalten, daß Dr. Stevenson am Tag seiner Ermordung aus Ägypten in die Vereinigten Staaten eingereist ist, und wir haben zuverlässige Hinweise darauf, daß er sich zwei Tage vorher auf der Sinaihalbinsel aufgehalten hat.‹
    Inspektor Shapiro<, fragte der Reporter, ›es wurde der Verdacht geäußert, daß es zwischen den beiden Archäologen zu Meinungsverschiedenheiten über den

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