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Die Quelle

Die Quelle

Titel: Die Quelle Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Larissa Cosentino
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materiellen Welt zu verbleiben.
Sie hatten unzählige Jahre lang ihre Wanderschaft unterbrochen und
miterlebt, wie die ersten Menschen geboren waren… bis eines Tages die Kinder
der Quelle von ihnen entdeckt wurden…
    Als die Menschen begannen, sie als Götter zu
verehren, lachten die Kinder darüber. Eine Stadt wurde errichtet, um sie
zu ehren, doch das kümmerte sie nicht. Sie wanderten weiter zwischen den
Welten, immer zu diesem Ort zurückkehrend, dem einzigen Ort, an dem es das
Fenster zwischen den Ebenen gab. Ihnen wurde nur allmählich bewusst, dass
ihre Anwesenheit zwischen den Ebenen die Lebensenergie der Quelle in der
physischen Ebene gestärkt hatte. Dadurch hatten die ersten Menschen die
Kraft gefunden, diese Energie zu nutzen. Diese Kraft nahmen sie in ihrer Seele
nach ihrem Tod mit und das Verständnis für Magie wuchs in allen
Welten.
    Das bekümmerte die Kinder kaum, jedoch erzürnte
es die Götter, die bis dahin als einzige Wesen diese Lebensenergie
für eigene Zwecke genutzt hatten. Nun zogen die Menschen ihnen gleich und
die Götter fanden ihre Existenz gefährdet. Sie waren Geister, die
durch Zufälle der Existenz niemals in Körper geboren wurden. Sie
litten darunter, da sie für diese Art der Existenz nicht wirklich
geschaffen waren. Im Gegensatz zu den Kindern der Quelle hätten sie ihr
Bewusstsein verloren, hätten die Menschen aufgehört, an sie zu
glauben und sie zu brauchen. Durch den menschlichen Glauben fanden die
Götter etwas Nähe zur materiellen Welt und das bewahrte sie davor,
sich in den Weiten zu verlieren und sich selbst zu vergessen, bis sie
aufhören würden zu existieren.
    Doch auch die Existenz der Götter war für die
Kinder irrelevant, die göttlichen Ängste änderten nichts am
Verhalten der unsterblichen, sorglosen Wesen. Sie genossen weiterhin
gelegentlich ihren Ausblick auf die materielle Welt, als eines Tages die
Götter einen Weg fanden, um ihre Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Sie
erfüllten die Menschen mit Wahn, die noch immer Magie beherrschten und die
Kinder statt der Götter verehrten. Die erzürnten Götter brachten
diese Menschen dazu, sich am Ufer der Quelle gegenseitig auf grausamste Art und
Weise den Tod zu geben. Die Kinder der Quelle saßen bei dem blutigen
Spektakel in erster Reihe. Die meisten sahen die toten Seelen in die Quelle
zurückkehren und doch kümmerte es sie noch immer nicht. Im Universum
starben täglich Milliarden von Lebewesen, kaum etwas war alltäglicher
als der Tod.
    Einige von ihnen waren dennoch gerührt von diesem
Leid, denn nie zuvor hatten sie so engen Kontakt zu spezifischen Lebewesen
gehabt und noch nie hatten sie das Leid der physischen Welt aus solcher Nähe
betrachtet.
    Sie suchten nach einer Lösung, und dachten sie
gefunden zu haben.
    Sie nutzten zwar weiterhin das Fenster zur physischen
Welt, doch sie trennten die Gebiete, in denen Menschen lebten, von der Quelle
ab. Die Kinder der Quelle hofften, dadurch die Götter zufrieden gestellt
zu haben.
    *
    Der junge Leathan, der noch kein König sondern ein
entflohener Sklave war, war der erste Mensch nach Tausenden von Jahren, der die
Quelle wieder entdeckte.
    Als er einen Fuß an das Ufer setzte, waren einige
Kinder an der Oberfläche. Sie lachten in die Welt hinein und freuten sich,
wie sie es immer taten. Leathan war sprachlos. Er hielt sie für junge
Götter und kniete vor ihnen nieder. Den meisten Kindern war sein Verhalten
gleichgültig, doch eines unter ihnen hatte damals gesehen, wie das erste
Volk der Menschen zu Tode gekommen war und es konnte sich vom Schicksal der
Menschen nicht abwenden.
    Es sprach zu Leathan. Das Kind versuchte, dem Sterblichen
zu erklären, dass es kein Gott war, doch Leathan verstand es nicht.
Über Tage, Wochen und Jahre versuchte es, Leathan das Gefüge des
Universums beizubringen. Leathan verstand nur einen Teil davon, dabei wollte er
dem Kind seine Göttlichkeit nicht absprechen und blieb weiterhin am Ufer
der Quelle.
    Das Kind war verwirrt.
    Dieser Mensch stand vor ihm, seine sterbliche Hülle
wurde zusehends älter und würde eines Tages zerfallen, dennoch
versuchte er weiter die Worte des Kindes zu verstehen und verlor dadurch
wertvolle Zeit seines Lebens. Zum ersten Mal in seiner ewigen Existenz wurde
das Kind ungeduldig. Es entschied sich dafür, kurz mit dem Sterblichen zu
verschmelzen, gerade lange genug, um einen Teil seines Wissens weiterzugeben,
ohne dabei das kümmerliche Gehirn zu überfordern.
     
    Leathan saß, wie er es jeden

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