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Die Rose von Asturien

Titel: Die Rose von Asturien Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Iny Lorentz
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Sie hacken dir hier die rechte Hand ab, wenn du als Dieb erwischt wirst.«
    »Das gilt genauso für dich«, antwortete Konrad gelassen.
    Ermo zog unter seinem weit ausgeschnittenen Hemd ein Messer hervor. »Wenn du mich bedrohen willst, werde ich dich abstechen.«
    »Das will ich aber nicht. Außerdem sollen die Leute hier Mörder auf eine sehr widerliche Art zu Tode bringen, habe ich mir sagen lassen.« Konrad sah, wie die Augen des anderen ob der versteckten Warnung wütend aufblitzten.
    Dennoch steckte Ermo das Messer wieder weg und verstaute seine Münzen in einer Falte seines breiten Gürtels. Eines aber war Konrad von diesem Augenblick an klar. Ab jetzt lagen Ermo und er im Wettstreit, wer als Erster die Flucht wagte. Da Ermo nicht lange zögern würde, musste er alles tun, um ihm zuvorzukommen.

11.
     
    B
ereits am nächsten Tag ließ Maite sich wieder zum Palast des Emirs tragen und zu Ermengilda führen. Ihre Freundin schloss sie in die Arme, konnte aber die Tränen nicht zurückhalten.
    »Ich bin so froh, dich zu sehen. Die ganze Zeit hatte ich Angst, es könnte dir verboten werden, wieder zu mir zu kommen. Gestern Abend war der Emir erneut bei mir, und ich bin vor Angst fast gestorben.«
    »Verlangt es ihn oft nach dir?«, fragte Maite.
    Ermengilda schüttelte den Kopf. »Nein, es war jetzt erst das dritte Mal. Bis es wieder so weit ist, werden einige Tage vergehen.«
    »In dieser Zeit müssen wir handeln. Konrad wird alles vorbereiten. Dafür braucht er jedoch Geld. Glaubst du, du könntest heimlich ein paar Edelsteine von deinem Kleid abtrennen und mir mitgeben?« Maite musterte dabei Ermengilda besorgt, denn heute trug diese ein Kleid ohne jeden Juwelenschmuck. Wenn das wertvolle Gewand jedes Mal nach dem Tragen weggesperrt wurde, hatten sie keine Gelegenheit, an die Edelsteine zu kommen.
    »Sage Konrad, dass er vorsichtig sein soll. Es darf niemandem auffallen, dass er etwas Wertvolles besitzt.«
    Ermengildas Warnung vertrieb Maites düstere Gedanken, und sie sah ihre Freundin voll neuer Hoffnung an. »Also hast du dieses Gewand noch. Schneide rasch ein paar Steine ab, bevor eine Sklavin oder ein Eunuch uns stört.«
    Kaum hatte Maite dies gesagt, tauchte tatsächlich ein Eunuch auf und setzte sich in eine Ecke.
    »Die Sklavinnen bringen gleich Erfrischungen«, sagte er.
    Da er keine Anstalten machte, wieder zu gehen, überlegte Ermengilda verzweifelt, was sie tun sollte. Mit einem Mal richtete sie sich auf, sah Maite an und schlug die Hände über dem Kopf zusammen.
    »Der ruhmreiche Fadl Ibn al Nafzi vermag die Feinde meines erhabenen Herrn, des großen Emirs Abd ar-Rahman, mit seinem Schwert niederzuwerfen, doch wie man eine Frau bekleidet, weiß er nicht. Verzeih, meine Liebe, doch dein Gewand istein Fetzen, der für eine Sklavin gut genug ist, nicht aber für eine Dame aus dem edelsten Blut der Waskonen. Ich werde dir ein Kleid schenken, das deinem Stand entspricht.«
    Mit diesen Worten sprang sie auf, eilte ins Nebenzimmer und kehrte kurz darauf mit dem juwelengeschmückten Gewand zurück. Jetzt entscheidet es sich, fuhr es ihr durch den Kopf, und sie warf dem Eunuchen einen ängstlichen Seitenblick zu.
    Der Verschnittene blieb jedoch sitzen und sah zu, wie Maite ihr eigenes Kleid förmlich vom Leib riss und sich das andere überstreifte. Es war zu lang und lag auch unbequem eng an.
    »Ich werde es ändern müssen«, erklärte Maite, während sie mit den Fingern wie verliebt über den Edelsteinbesatz des Kleides strich. Dann wandte sie sich Ermengilda zu. »Es ist wunderschön. Wie kann ich dir nur dafür danken?«
    Indem du dafür sorgst, dass ich von hier fortkomme, dachte ihre Freundin. Ihr Mund formte jedoch andere Worte. »Ich würde mich freuen, auch dich einmal besuchen zu dürfen, um zu sehen, wie gut du es mit dem Schwert des Emirs als deinem Herrn getroffen hast.«
    Sofort ging Maite auf dieses Spiel ein. Sie umarmte Ermengilda und küsste sie auf beide Wangen. »Ich würde mich freuen, dich im Haus des ruhmreichen Fadl Ibn al Nafzi begrüßen zu können, nur steht es nicht in meiner Macht, dies zu entscheiden.«
    Beide Freundinnen wandten sich dem Eunuchen zu und blickten ihn bittend an. Dieser nickte nach kurzer Überlegung. »Wann willst du Fadl Ibn al Nafzis Haus aufsuchen, Herrin?«
    Während Ermengilda erleichtert aufatmete, sann Maite verzweifelt darüber nach, wie lange Konrad für seine Vorbereitungen brauchen würde. »Morgen oder vielleicht doch besser übermorgen«, brachte

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