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Die Rückkehr des Drachen

Die Rückkehr des Drachen

Titel: Die Rückkehr des Drachen Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Robert Jordan
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weiß nicht. Manchmal glaube ich, Verin merkt viel mehr, als sie alle wissen läßt. Ich weiß es einfach nicht.«
    »Also müssen wir auch Verin verdächtigen«, seufzte Elayne. »Falls sie eine Schwarze Ajah ist, dann wissen sie genau, was wir machen. Und Alanna.« Sie warf Egwene einen unsicheren Seitenblick zu.
    Egwene hatte ihnen alles erzählt, außer dem, was während ihrer Prüfung innerhalb des Ter'Angreals geschehen war. Sie brachte es nicht fertig, davon zu erzählen, genausowenig wie Nynaeve oder Elayne zuvor. Ansonsten hatte sie alles berichtet: was im Prüfungsraum geschehen war, was Sheriam ihr über die schreckliche Schwäche gesagt hatte, die das Talent, die Macht zu lenken, mit sich brachte, jedes Wort Verins, gleich, ob es ihr wichtig erschien oder nicht. Das einzige, woran sie zweifelten, war das mit Alanna. Aes Sedai machten so etwas einfach nicht. Niemand, die richtig im Kopf war, würde so etwas fertigbringen, und eine Aes Sedai noch weniger.
    Egwene funkelte sie an. Sie konnte beinahe hören, wie sie ihr das sagten. »Aes Sedai sollen angeblich auch nicht lügen, aber was Verin und die Mutter uns er zählen, scheint dem doch ziemlich nahe zu kommen. Es soll ja angeblich auch keine Schwarzen Ajah geben.«
    »Ich mag Alanna.« Nynaeve zupfte an ihrem Zopf und zuckte die Achseln. »Ach, na ja. Viellei... also, sie hat sich halt eigenartig benommen.«
    »Danke schön«, sagte Egwene, und Nynaeve nickte ihr zu, als habe sie den Sarkasmus gar nicht bemerkt.
    »Auf jeden Fall weiß die Amyrlin davon, und sie kann Alanna besser im Auge behalten als wir.«
    »Was ist mit Elaida und Sheriam?« fragte Egwene.
    »Ich habe Elaida noch nie gemocht«, sagte Elayne, »aber ich kann nicht ernsthaft daran glauben, daß sie eine Schwarze Ajah ist. Und Sheriam? Das ist unmöglich.«
    Nynaeve schnaubte. »Es sollte bei allen unmöglich sein. Wenn wir welche finden, sagt uns nichts, daß nur welche dabei sein müssen, die wir nicht mögen. Aber ich will keine Frau so einfach verdächtigen - vor allem nicht, wenn es um einen solchen Verdacht geht. Wir brauchen mehr Informationen, um einen Verdacht zu begründen, als nur den, daß sie etwas gesehen haben mögen, das sie nicht sehen sollten.« Egwene nickte genauso wie Elayne sofort zustimmend, und Nynaeve fuhr fort: »Wir werden das der Amyrlin sagen und nicht mehr Gewicht darauf legen, als es verdient. Falls sie jemals bei uns vorbeikommt, wie sie gesagt hat. Falls du bei uns bist, wenn sie kommt, Elayne, dann denk daran: Du weißt von nichts.«
    »Das vergesse ich bestimmt nicht«, sagte Elayne leidenschaftlich. »Aber wir sollten noch einen anderen Weg finden, ihr Informationen zuzuspielen. Meine Mutter hätte das besser geplant.«
    »Nicht, wenn sie nicht einmal den eigenen Boten trauen kann«, sagte Nynaeve. »Wir warten. Außer, ihr seid der Meinung, eine von uns sollte mit Verin sprechen? Das würde niemand außergewöhnlich finden.«
    Elayne zögerte und dann schüttelte sie leicht den Kopf. Egwene machte das schneller und lebhafter. Geistesabwesend oder nicht: Verin hatte zuviel ausgelassen, um vertrauenswürdig zu sein.
    »Gut.« Nynaeve klang mehr als nur zufrieden. »Es ist mir genauso recht, daß wir nicht nach unserem Gutdünken mit der Amyrlin sprechen können. Auf diese Art treffen wir unsere eigenen Entscheidungen, ohne daß sie uns ständig dirigiert.« Ihre Hand fuhr wieder an der Liste der gestohlenen Ter'Angreal entlang, als lese sie diese wieder, und dann schloß sie sich um den gestreiften Steinring. »Und bei unserer ersten Entscheidung geht es um den hier. Das ist das erste Mal, daß wir etwas haben, was eine wirkliche Verbindung zu Liandrin und den anderen darstellen könnte.« Sie blickte den Ring finster an und holte tief Luft. »Ich schlafe heute nacht damit.«
    Egwene zögerte nicht und nahm Nynaeve den Ring aus der Hand. Sie wollte eigentlich lieber zögern und die Hände davon lassen, aber sie tat es nicht, und das freute sie plötzlich. »Ich bin diejenige, von der man vermutet, sie gehöre zu den Träumern. Ich weiß nicht, ob das ein Vorteil für mich ist, aber Verin meint, es sei gefährlich, das hier zu benützen. Wer von uns ihn auch benützt, sie braucht jeden kleinen Vorteil, der überhaupt möglich ist.«
    Nynaeve packte ihren Zopf und öffnete den Mund, als wolle sie protestieren. Als sie dann aber etwas sagte, war es nur: »Bist du sicher, Egwene? Wir wissen noch nicht einmal, ob du wirklich zu den Träumern gehörst, und

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