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Die Rückkehr des Zweiflers - Covenant 08

Die Rückkehr des Zweiflers - Covenant 08

Titel: Die Rückkehr des Zweiflers - Covenant 08 Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Stephen R. Donaldson
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seine Hilfe und Anleitung gleichermaßen begrüßen. Auf einen Mann, der wie er spricht, muss man hören, welche Absichten er auch verfolgen mag.«
    Der Theomach antwortete mit einer Verbeugung und einem Salut, bei dem er sich ehrerbietig zweimal leicht an die Brust schlug. Der Theomach hatte sein Ziel erreicht. Sie hatte geholfen, ihm den Weg zu ebnen. Und sie hoffte von Herzen, dass sie damit nicht unwissentlich Schuld auf sich geladen hatte.
    Nun, da sein Entschluss feststand, wandte Berek sich ohne Zögern erneut an den Theomach: »Du lässt uns jetzt allein. Ich muss mit meiner Lady Linden unter vier Augen sprechen.«
    O Gott! Linden fuhr zusammen. Der gesamte Innenraum des Zelts schien sich plötzlich in eine Fallgrube zu verwandeln: Sie kam sich von Fußangeln umgeben vor, in die sie unweigerlich geraten musste. Unter diesen Umständen lässt ihr Denken sich nicht von dem Bogen der Zeit trennen. Ein einziges falsches Wort ...
    Der Theomach schüttelte leicht den Kopf: »Mein Lord, das ist unnötig. Was die Lady von dir begehrt, ist sehr einfach, und ich bezweifle nicht, dass du ihre Wünsche leicht erfüllen kannst. Auch bedeuten sie und ihre Gefährten keinerlei Gefahr für dich. Du hast meine Hilfe und Anleitung angenommen. Sei nicht so unklug, darauf zu verzichten.«
    Berek nahm die Schultern zurück und reckte sein Kinn vor. Sein Tonfall blieb mild, aber unter dieser Milde verbarg sich Stahl. »Mein Lord Theomach, ich habe gesagt, dass meine Dankbarkeit dir ebenso sicher ist wie mein Willkommen. Aber meine Klugheit oder Unklugheit ist allein meine Sache. Handle ich unklug, wie ich es schon oft genug getan habe, fällt dies keineswegs auf dich zurück.«
    Linden hatte den Eindruck, der Theomach überlege fieberhaft, mit welchem Argument er Berek umstimmen ... oder Linden stumm vor Gefahren warnen könnte. Linden erwartete, er werde nun mit ihr in eine Zeitlücke treten, um sie zu warnen, zu instruieren. Aber dann wiederholte er nur seine Verbeugung und den Salut, wandte sich ab und verließ wortlos das Zelt.
    Linden schluckte. Auf eine Situation wie diese war sie nicht vorbereitet. Auf der anderen Seite hatte sie jetzt schon viele Stunden lang instinktiv gesprochen und gehandelt – und sie war zu erschöpft, um etwas anderes zu versuchen. Dir selbst treu. Wenn sie in ihren Träumen tatsächlich Covenants Stimme gehört hatte, nicht die einer bösartig irreführenden Schimäre ...
    Die Kohlebecken hatten die Luft erwärmt, und als Berek mit sanfter Miene und entschlossenem Blick näher an sie herantrat, warf Linden ihren Umhang ab, als wolle sie sich von etwas Hinderlichem befreien. Den Stab mit beiden Händen fest umklammert, stellte sie sich seinem forschenden Blick.
    Erst als der Abstand zwischen ihnen auf kaum mehr als eine Armlänge geschrumpft war, machte Berek halt und verschränkte langsam die Arme vor der Brust: ein Zeichen demonstrativer Entschlossenheit. Er schien sie zu überragen, als er sagte: »Meine Lady, du wirkst sorgenvoll. Dazu besteht doch wohl kein Anlass? Meine Dankbarkeit ist grenzenlos – und mein Respekt ebenso. Die Hilfe, die du uns gebracht und geleistet hast, ist unschätzbar wertvoll. Wieso hast du dann Angst vor mir?«
    Darauf durfte Linden nicht antworten, weil jede Erklärung zu viel enthüllt hätte. Stattdessen zog sie sich auf Dinge zurück, die sie verstand: auf Themen, die sie gefahrlos anschneiden konnte. »Lord Berek, hör mir zu. Es gibt etliche Dinge, die du tun musst. Wichtige Dinge. Tust du sie nicht, kannst du diesen Krieg gewinnen und zuletzt trotz der Hilfe des Theomachs als Verlierer dastehen.« Ihre Stimme zitterte, war schroff, müde und verängstigt zugleich: »Ihr bringt eure eigenen Verwundeten um. Ist dir das klar? Diese Decken und Strohsäcke ... die Verbände ... die Zelte ... Das sind Brutstätten des Todes. Eure Heiler sehen das noch nicht, aber du wirst es bald erkennen. Du kannst nicht verhindern, dass deine Leute verwundet werden, aber du kannst einigen von ihnen das Leben retten.«
    Berek runzelte verständnislos die Stirn. »Aber mit Heilerde ...«
    »Nein«, unterbrach Linden ihn. »Ich weiß nicht, wann ihr noch mehr finden könnt – oder wie viel ihr finden werdet. Und ihre Wirkung lässt nach, sobald sie abgebaut ist. Ihr könnt sie nicht allzu weit transportieren.«
    Hastig, weil sie es nicht ertragen konnte, unterbrochen zu werden, fuhr sie fort: »Du musst dir einen Tag von diesem Krieg freinehmen. Am besten zwei Tage. Lass den Feind

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