Bücher online kostenlos Kostenlos Online Lesen

Die Saga von Thale 01 - Elfenfeuer

Titel: Die Saga von Thale 01 - Elfenfeuer Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Monika Felten
Vom Netzwerk:
Sommern trat die alte Feindschaft zwischen ihnen wieder zutage und er konnte sich nur mühsam beherrschen. Der Sequestor warf einen geringschätzigen Blick auf Tareks geballte Fäuste und trat einen Schritt zurück.
    »Nun, ich bin sicher, dass Ihr bis dahin die passenden Worte gefunden habt«, sagte er mit unverhohlener Schadenfreude. »Immerhin habt Ihr noch zehn Sonnenläufe Zeit, um eine passende Erklärung für Euer Versagen zu finden.«
    Mit diesen Worten drehte er sich um und zwängte sich durch die schmale Tür in den Flur, wo seine Sänfte auf ihn wartete.
    »Er scheint ganz genau zu wissen, wann der richtige Augenblick für solche Auftritte ist. Immer kommt er im ungelegensten Moment.« Tarek schnaubte verächtlich. Dann wandte er sich wieder dem Meistermagier zu und fragte: »Glaubt Ihr, es würde sich lohnen, den Traumflüsterer durch die Festung zu schicken, damit er die Elfe für uns findet?«
    »Ich sagte doch bereits, dass sie die Kugel nicht auf normalem Weg verlassen konnte«, erwiderte der Meistermagier und deutete auf die Kugel. »Seht selbst, sie ist völlig intakt und zeigt keine Spuren von Gewaltanwendung. Nein, ich bin mir sicher, dass sich die Nebelelfe nicht mehr in der Festung aufhält. Die ist schon weit weg.«
    Tarek seufzte. »Dann brauchen wir auch keinen Traumflüsterer mehr zu rufen. Ihr könnt die Vorbereitungen dafür abbrechen«, entschied er und wandte sich zur Tür. »Ich erwarte, dass Ihr sehr sorgfältig untersucht, wie die Elfe entkommen konnte«, befahl er den Magiern. »Ich muss sicher sein können, dass ihr Verschwinden nichts mit dem Vorfall an der verbotenen Tür zu tun hat.«
     
     
    Es war schon fast dunkel, als Vhait zusammen mit den Kriegern des Schlangenordens in den Hof der Festungsstadt einritt. Zu beiden Seiten hatten sich unzählige Menschen versammelt, um ihn zu begrüßen, doch selbst ihr freudiges Rufen und Lachen schaffte es nicht, ihn aus seinen düsteren Gedanken zu reißen.
    Kurz vor den Toren der Stadt hatten die Krieger die letzten fünf Kinder getötet. Ihr Geschrei, sollte den Menschen der Festungsstadt nicht verraten, welche Fracht sie noch mit sich führten. Man wickelte ihre winzigen Leichname in Decken und legte die leblosen kleinen Körper zu den anderen toten Kindern auf das Packpferd.
    Jedes Mal wenn Vhait sich umdrehte und die zehn kleinen Bündel auf dem Pferd sah, krampfte sich sein Herz zusammen und er schämte sich dafür, ein Krieger zu sein. Er konnte nicht glauben, dass sein Vater in der Lage war, solche Grausamkeiten zu befehlen, und war fest entschlossen, ihn deshalb zur Rede zu stellen.
    Der helle Ton eines Signalhorns unterbrach seine Gedanken. Die Krieger hatten das Tor der inneren Festung hinter sich gelassen und ritten nun über den großen gepflasterten Hof vor dem Haupteingang der Festung. Über die Köpfe der Menschen hinweg erkannte Vhait seinen Vater. Er stand zwischen dem Sequestor und dem Meistermagier auf der obersten Stufe der breiten Treppe, die zu einer kunstvoll verzierten Flügeltür hinaufführte. Ein glückliches Lächeln zeigte sich auf seinem Gesicht, als er seinen Sohn erblickte, und er eilte die Stufen hinunter, um Vhait zu begrüßen.
    Auch Vhait stieg von seinem Pferd. Ohne Eile näherte er sich der Stelle, an der Tarek ihn erwartete, und trat mit versteinerter Miene vor seinen Vater. Tareks Lächeln verschwand schlagartig. »Was ist geschehen?«, fragte er besorgt. Doch Vhait wollte vor all den Menschen nicht sprechen und blieb ihm die Antwort schuldig.
    Auch dem Sequestor war Vhaits seltsames Verhalten nicht entgangen. Verstohlen beugte er sich zu Asco-Bahrran hinüber und flüsterte: »Man könnte meinen, Tareks verlorener Sohn freut sich gar nicht über seine Rückkehr.« Dabei achtete er sorgsam darauf, nicht zu leise zu sprechen, damit auch Tarek und Vhait seine Worte hörten.
    »Wir müssen miteinander reden, Vater. Allein!«, sagte Vhait knapp. Ohne ein Wort der Begrüßung ging er an Tarek vorbei und stieg die Stufen hinauf. Tarek folgte ihm schweigend und fragte sich, was wohl in seinen Sohn gefahren sei. Als sie nebeneinander durch die Gänge der Festung zu seinem Arbeitszimmer gingen, sprach keiner ein Wort.
    Sie hatten ihr Ziel fast erreicht, als sich ihnen von hinten hastige Schritte näherten. Fast gleichzeitig drehten sich die beiden Männer um. Ein Krieger des Schlangenordens, der mit Vhait angekommen war, kam eilig den Gang entlang. Er deutete eine leichte Verbeugung an.
    »Vergebt mir,

Weitere Kostenlose Bücher