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Die Terranauten TB 07 - Der schwarze Herrscher

Die Terranauten TB 07 - Der schwarze Herrscher

Titel: Die Terranauten TB 07 - Der schwarze Herrscher Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Andreas Weiler
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Dann werden die Lichtlosen Wolken verschwinden und tausend Glimmpunkte am Himmel erglühen. Dann wird die Macht des Schwarzen Fürsten brechen und alles neu erstrahlen.
    Legende – Ursprung unbekannt
     
    Vielfältiges Stimmengewirr drang durch die Zeltplanen, das Rasseln von Ketten, das Knirschen von hölzernen Wagenrädern im Oasensand, das Grunzen von Krokoochsen, das Schreien von Kindern. Im Innern des Zeltes war es stickig, und die Temperatur stieg weiter an, als der Mann mit der Maske Flammen beschwor, die aus den Glühsteinen züngelten. Der Gnom hockte in einer Ecke und schlief in einem Starren Traum. Er erwachte erst, als der Mann mit der Maske an ihn herantrat, ihn am Hals packte und in die Höhe zerrte.
    »Ich brauche deine Hilfe, Gnom«, zischte Djunath. Das Zwischenreichgeschöpf zirpte leise und erschrocken. »Normalerweise wären weitere Malachite erforderlich, aber ich habe nur den des Desinfektors. Tritt in den Kreis hinein.«
    Der Gnom gehorchte eilig und schlüpfte in den Zirkel, den die in den Sandstein geritzten Symbole der Alten Worte bildeten. Dort hockte er sich nieder und erstarrte erneut, diesmal aber mit wachen Augen. Die Hitze wurde beinahe unerträglich, aber Djunath wagte es nicht, die Eingangsplanen zur Seite zu schlagen. Er spürte, wie seine Macht immer weiter dahinschmolz, und wenn ihn jemand als das erkannte, was er wirklich war, dann mochte das mit neuen Gefahren verbunden sein. Er hielt es für besser, seine Identität geheimzuhalten – zumindest so lange, bis er seine andere Ichhälfte gefunden hatte und sich wieder stabilisieren konnte. Er fluchte leise. Die Kraft des Malachitsplitters war lächerlich gering, verglichen mit der einer Gabenträne.
    Djunath ließ die magischen Flammen noch höher züngeln, legte auch den Steinsplitter ins Innere des Zirkels und murmelte leise Beschwörungen. Die Luft begann zu knistern, und von irgendwoher wehte angenehme Kühle heran.
    »Wo bist du?« murmelte der Mann mit der Maske. »Wo kann ich dich finden, der du Teil meines Ichs bist? Hörst du meinen Ruf, Gedankenbruder? Antworte!«
    Die Flammen wuchsen oberhalb des Zirkels zusammen und formten eine dämonische Fratze. Der Gnom stöhnte und schauderte, als er den Fokus bildete für die Verbindung zum Zwischenreich.
    »Es geht nicht!« kreischte er, und Djunath trat nach ihm.
    »Gehorche! Und sei still.«
    Das Flammengesicht verfestigte sich.
    »Höre auf meinen Ruf«, fauchte der Mann mit der Maske. »Antworte mir, anderes Ich. Wo befindest du dich?«
    Die Lippen der dämonischen Fratze bewegten sich. Djunath hob die Hand und zeichnete ein kompliziertes Muster in die heiße Luft. Sein Atem ging rasselnd. Das Flammengesicht wuchs in die Breite. Ein ätherisches Echo ertönte, verstärkt von dem Gnom. Djunaths Gabenkraft hatte bereits so weit nachgelassen, daß er dieses Echo nicht mehr selbst wahrzunehmen in der Lage war.
    Draußen ertönten Schritte.
    »Wo bist du, Gedankenbruder?« flüsterte Djunath. Das Echo war zwar schwach, kam aber ganz aus der Nähe. In den züngelnden Augen des Magischen Botschafters zeigten sich die Konturen von sonderbar geformten Wagen, von Kriegern, breite, massige Gestalten, von Schwertern und Wurf schleudern und Fernkatapulten.
    Die Schritte kamen näher.
    Der Mann mit der Maske stieß einen leisen Fluch aus, ließ die Flammen in sich zusammenfallen, trieb den Gnom mit einem Hieb aus dem Zirkel hinaus und verwischte die Symbole hastig. Den Malachitsplitter des Desinfektors verstaute er eilig in einer Tasche seines Mantels.
    »Darf ich eintreten, ehrwürdiger Desinfektor?« erklang die zaghafte Stimme einer Frau.
    »Kommnur, kommnur!« zirpte der Gnom, und Djunath warf ihm einen drohenden Blick zu. Das Zwischenreichgeschöpf kauerte sich in einer Ecke zusammen.
    Die Frau schob die Eingangsplane beiseite und trat ins Innere des Zeltes. Sie zwinkerte und sah sich um. Es war eine junge Rantranenmutter. In ihrem Gesicht zeigten sich die Furchen vieler Entbehrungen, von Leid und Hoffnung gleichermaßen. In ihren Armen trug sie ein etwa zwei Jahre altes Kind, dessen Haut von Pusteln und Geschwüren bedeckt war – eine umfassende Übel infektion. Die junge Mutter gehörte nicht zu denen, die Djunath in der Wüste gefunden hatte, aber sie hatte inzwischen von den anderen Pilgern der Karawane von dem Mann mit der Maske gehört. Ihr Gesicht drückte tiefe Sorge aus.
    »Kannst du mir sagen, wo Tscherken ist, der Pilgerdesinfektor? Mein Kind ist schwer erkrankt, ein

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