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Die Tiefe einer Seele

Die Tiefe einer Seele

Titel: Die Tiefe einer Seele Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Kate Dakota
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Fänge legten sich wie eiserne Ketten um sie, so dass sie sich nicht einen Zentimeter bewegen konnte.
    »Hör auf zu zappeln, Weib«, knurrte James sie an. »Hast Du etwa geglaubt, ein solches Verhalten würde ohne Strafe bleiben?« Langsam näherte sein Mund sich ihrem Gesicht und Amy öffnete erwartungsvoll ihre Lippen. Sie schloss die Augen in freudiger Erwartung eines Kusses, doch es passierte nichts. Als sie ihn wieder ansah, merkte sie, dass der Blödmann sie mit Absicht hinhielt.
    »Tja, Pech gehabt, Fräulein!«, zog er sie auf. »Wärst Du artig gewesen, dann hättest Du eventuell einen Kuss bekommen, aber so?«
    Amelie konnte es nicht fassen. So ein Schuft.
    Na warte!
    »Na, dann kannst Du mich ja jetzt auch loslassen!«, spielte sie ihm die beleidigte Leberwurst vor. James ließ sie tatsächlich frei und sie watete unversehens gen Ufer.
    »Dann frage ich eben Russel, ob er mit mir knutschen möchte«, rief sie, als sie bereits einige Meter von ihm entfernt war. »Das ist echt ein heißer Typ, mal sehen, was der so drauf hat.«
    Natürlich ging ihre Rechnung auf, denn wenige Augenblicke später wurde sie erneut in Arrest genommen.
    »Du willst mich also eifersüchtig machen, Du kleine Göre?«, raunte James an ihrem Ohr. Er wartete ihre Antwort gar nicht erst ab, sondern legte seine Lippen fordernd auf ihre. Sie hatten sich schon einige Male geküsst, doch diesmal war es anders. Vielleicht lag es daran, dass ihre triefenden Klamotten mehr preisgaben, als dass sie verbargen. Oder, weil das nasse Kätzchen zwar schutzbedürftig aussah, jedoch auch eine neu erwachte Kraft ausstrahlte. James wusste gar nicht, wie ihm ankam, und was der genaue Grund dafür war, aber es brannte eine lodernde Leidenschaft in ihm, wie er sie nie zuvor verspürt hatte. Keine andere Frau hatte er je so begehrt wie diese. Er küsste sie voll Verlangen. Seine Zunge fand ihre und verfiel mit ihr in ein uraltes Spiel, einem Tanz, der seinesgleichen suchte. Seine Hände ertasteten die Rundungen ihres Körpers, streichelten sie, massierten sie, vereinnahmten sie. Die Gedanken in seinem Kopf überschlugen sich. Er war kurz davor die Kontrolle über sich zu verlieren, doch dann drang ein lustvoller Seufzer von ihr an sein Ohr, der ihn ohne Umschweife zurück in die Realität brachte. Schwer atmend stieß er Amy weg.
    »Nein! Nicht!«, keuchte er. »Wir können das nicht tun!« Er wandte sich ab und flüchtete beinahe ans Ufer. Liebend gerne hätte er nicht zurückgesehen und einfach so das Weite gesucht, aber das konnte er nicht übers Herz bringen. Also drehte er sich um, um zu sehen, ob sie ihm folgte. Doch Amelie stand noch da. Mit weitaufgerissenen Augen, die ihm signalisierten, wie sehr er sie verletzt hatte. James stöhnte auf und hätte sich mal wieder selbst ohrfeigen können. Wieso nur tat er immer das Falsche? Er watete zurück zu ihr ins Wasser. »Hey Liebes, was ist denn?«, sprach er sie vorsichtig an.
    »Warum willst Du mich nicht, James?«, wollte sie zitternd wissen. »Ekelst Du Dich vor mir? Vor dem, was ich getan habe?«
    Der Mann konnte nicht fassen, was er da hörte. Seufzend zog er sie erneut, aber diesmal ganz behutsam in seine Arme. »Natürlich ekel ich mich nicht vor Dir, Sweety«, redete er leise auf sie ein. »Und ich will Dich so sehr, dass es mir weh tut, glaub mir.« Er drückte sie fester gegen sich und ließ Amy spüren, wie groß seine Begierde war. Verlegen und ein bisschen irritiert hielt sie seinem Blick stand.
    »Aber warum dann dieser Rückzieher?«
    »Weil ich die Situation nicht ausnutzen möchte. Dir geht es nicht gut, und Du solltest Dich auf deine Gesundung konzentrieren. Ablenkung ist zwar wichtig, aber diese Art von Beschäftigung wäre der Sache wohl weniger dienlich.«
    »Was?«, rief Amelie aufgebracht. »Soll das heißen, dass wir erst miteinander, ….also, Du weißt schon was, wenn ich wieder gesund bin?«
    »Ja genau, das heißt es!«
    »Und wenn ich nicht wieder gesund werde, was dann?«
    James grinste süffisant. »Na dann würde Dir mit Sicherheit etwas entgehen. Darum streng‘ Dich gefälligst an!«
    Amelie schnappte nach Luft. »Du, ….. Du eingebildeter Gockel! Ich fasse es einfach nicht.«
    Energisch schubste sie ihn von sich und stapfte wütend aus dem Wasser. Zurück blieb ein Mann, der zum einen belustigt war wegen des Abgangs seiner Schönen, der aber auch bekümmert ahnte, dass die Sehnsucht nach dieser Frau ihn über kurz oder lang einholen und verbrennen würde.
     

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