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Die Weisheit des Feuers

Die Weisheit des Feuers

Titel: Die Weisheit des Feuers Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Christopher Paolini
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von mir und Saphira zu trennen. Je enger wir zusammenbleiben, desto sicherer sind wir. Saphira und ich werden versuchen, unsere Gegner permanent zu beschäftigen, aber der eine oder andere könnte uns schon mal entwischen. Also sei auf der Hut.«
    Zu Saphira sagte Eragon: 
Ich bin mir sicher, dass ich die Ra’zac mit einem Schwert erledigen könnte, aber ich weiß nicht, ob ich zwei Wesen, die so schnell sind wie Elfen, mit nichts weiter als einem Stab besiegen kann.
    Du warst derjenige, der darauf bestanden hat, diesen trockenen Ast zu tragen anstatt einer richtigen Waffe,
 entgegnete sie. 
Ich habe dich gewarnt, dass das gegen Feinde nicht reichen könnte, die so gefährlich sind wie die Ra’zac
.
    Widerwillig gab Eragon ihr recht. 
Falls meine Magie versagt, werden wir viel verwundbarer sein, als ich erwartet habe... In der Tat könnte der morgige Tag ein wirklich schlimmes Ende nehmen.
    Roran führte den Teil des Gesprächs fort, den er hatte hören können. »Diese Magie ist eine haarige Angelegenheit.« Der Baumstumpf, auf dem er saß, gab ein lang gezogenes Ächzen von sich, als Roran sich mit den Ellbogen auf den Knien abstützte.
    »Allerdings«, stimmte Eragon zu. »Am schwierigsten ist es, jeden Zauber, den man benötigen könnte, auch parat zu haben. Während meiner Ausbildung habe ich ständig nachgefragt, wie ich worauf zu reagieren hätte und ob ein gegnerischer Magier nicht einen bestimmten Kniff von mir erwarten würde und mich so in eine Falle locken könnte.«
    »Könntest du mich genauso stark und schnell machen, wie du es bist?«
    Eragon dachte mehrere Minuten über die Frage nach, bevor er antwortete: »Ich wüsste nicht, wie das funktionieren soll. Die dafür benötigte Energie muss ja von irgendwoher kommen. Saphira und ich könnten sie dir zwar geben, aber dann würden wir genau das Maß an Kraft und Schnelligkeit verlieren, das du gewinnst.« Er verschwieg seinem Cousin jedoch, dass man auch den Tieren und Pflanzen in der Umgebung Energie entziehen konnte, wenn auch zu einem schrecklichen Preis, nämlich dem Tod kleinerer Geschöpfe, deren Lebenskraft man anzapfte. Diese Technik war ein großes Geheimnis, und Eragon fand, dass er es nicht leichtfertig preisgeben sollte, wenn überhaupt. Außerdem würde es Roran nichts nützen, denn am Helgrind wuchsen zu wenige Pflanzen und lebten zu wenige Tiere, um den Körper eines Menschen zu versorgen.
    »Kannst du mir dann beibringen, wie man Magie gebraucht?« Als Eragon zögerte, fügte Roran hinzu: »Natürlich nicht jetzt. Dazu fehlt uns die Zeit, und ich erwarte auch nicht, dass man über Nacht zum Magier wird. Aber vielleicht irgendwann mal? Du und ich, wir sind Cousins. In unseren Adern fließt das gleiche Blut. Und es wäre eine nützliche Fertigkeit.«
    »Ich weiß nicht, wie jemand, der kein Drachenreiter ist, Magie erlernt«, gestand Eragon. »Es ist nichts, was ich studiert hätte.« Er sah sich kurz um, hob einen flachen, runden Stein auf und warf ihn Roran zu. »Da, versuch es einfach. Konzentrier dich darauf, den Stein in der Luft schweben zu lassen, eine Armlänge über dem Boden, und sag: 
Stenr rïsa.
«
    »Stenr rïsa?«
    »Genau.«
    Stirnrunzelnd betrachtete Roran den Stein auf seiner Handfläche, und während Eragon seinen Cousin beobachtete, fühlte er sich an seine eigene Ausbildung erinnert. Er verspürte eine nostalgische Sehnsucht nach den Tagen, als Brom ihn gedrillt hatte.
    Rorans Augenbrauen stießen aneinander, seine Lippen verzogen sich und er knurrte: 
»Stenr rïsa!«,
 und zwar mit einer solchen Intensität, dass Eragon schon fast erwartete, dass der Stein in die Höhe schießen würde.
    Nichts geschah.
    Mit einem Gesicht, das noch finsterer war, wiederholte Roran den Befehl: 
»Stenr rïsa!«
    Der Stein ließ nicht den Hauch einer Bewegung erkennen. »Nun«, sagte Eragon, »versuch es einfach weiter. Das ist der einzige Rat, den ich dir geben kann. Aber«, und hier hob er einen mahnenden Finger, »
falls
 es dir gelingen sollte, komm sofort zu mir, und falls das nicht geht, dann wende dich an einen anderen Magier. Man kann sich und andere umbringen, wenn man mit Magie herumexperimentiert, ohne die Regeln zu kennen. Und Folgendes musst du dir unbedingt merken: Wenn man einen Zauber wirkt, der einen zu viel Kraft kostet, dann 
stirbt
 man. Versuche dich nicht an Aufgaben, die deine Fähigkeiten übersteigen, versuche nicht, die Toten zum Leben zu erwecken oder Dinge ungeschehen zu machen.«
    Roran nickte,

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