Bücher online kostenlos Kostenlos Online Lesen
Drachentempel 02 - Drachenfeuer

Drachentempel 02 - Drachenfeuer

Titel: Drachentempel 02 - Drachenfeuer Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Peter F. Hamilton
Vom Netzwerk:
anders aussehen.«
    »Wir wurden morphogenisch. Das größte Geschenk, das uns unsere Vorfahren hinterlassen haben. Meine Kinder werden so, wie ich sie mir denke. Können Sie sich vorstellen, wie das ist? Wenn ich einen Baum sehe, der so groß und voll erhabener Würde ist, dass ich mich hinsetzen muss und voll Bewunderung zu ihm aufsehe, kann ich ein Kind zeugen, das imstande ist, bis in seine Krone zu klettern und vor Freude darüber zu lachen. Wenn ich in einem Bergsee schwimme, tue ich das nur ein paar aufregende Minuten lang, doch meine Tochter wird imstande sein, durch seine Tiefen zu gleiten und mit den Fischen zu spielen. Und wenn ich vor Ehrfurcht erzitterte, wenn ein Makrorex vorüberzieht, kann ich sein Wesen absorbieren und es mit meinem eigenen Bewusstsein vermischen.«
    »Heiliges Schicksal, das ist Sodomie!«
    »Wie erbärmlich doch Ihr Verstand funktioniert. Wie bemitleidenswert. Glauben Sie allen Ernstes, dass wir Menschen allein intelligent sein sollten und empfindsam? Wenn wir mit diesem Planeten leben wollen, müssen wir das Beste, das wir haben, mit ihm teilen. Sind Sie vielleicht so selbstlos, Erdenmann? Oder werden Sie uns davon abhalten, Gaia zu erwecken?«
    »Ich halte Sie nicht ab. Aber ich will auch nicht daran teilhaben. Sie sind nicht länger menschlich.«
    »Oh, danke sehr. Ich bekomme nicht häufig so ein Kompliment.«
    »Warten Sie mal, gottverdammt!«, sagte Ntoko. »Wollen Sie damit etwa andeuten, dass die Makrorexe zum Teil menschlich sind? Dass sie intelligent sind?«
    »Einige von ihnen«, antwortete Calandrinia. »Sie sind unsere Freunde, und sie helfen uns, wenn wir sie darum bitten.«
    »Und die Windwürger auch?«
    »Selbstverständlich.«
    »Herr im Himmel.«
    »Wenn es bei Ihnen keine Schwangerschaft mehr gibt«, fragte Lawrence, »woher kommen dann all diese Kinder?«
    »Sie werden in den Haus-Uteri ausgetragen«, antwortete Calandrinia einfach.
    »In den Haus …?« Er starrte auf die einfachen Gebäude, aus denen das Dorf bestand. »Sie meinen, diese Häuser besitzen so etwas wie einen künstlichen Uterus?«
    »Hören Sie eigentlich zu, wenn man Ihnen etwas sagt? Es ist nichts Künstliches an einem Haus-Uterus. Es ist völlig natürlich. Unsere Häuser waren die letzte Stufe beim Überwinden dessen, was wir waren, auf dem Weg zu dem, was wir sind. Verraten Sie mir, haben Sie in Ihren Dateien Informationen über Fastrocks?«
    »Ja.« Seine Skin-AS rief die Informationen auf. Fastrocks waren im Prinzip eine polypartige Pflanze, die für Santa-Chico-Verhältnisse relativ langsam wuchs. Sie erinnerten an ockerfarbene Steine, die sich in großen Kolonien zusammendrängten und absolut feuerfest waren. Ihre Schalen waren außerdem hart genug, um den Bissen von allem zu widerstehen, das kleiner war als ein Makrorex.
    Calandrinia deutete auf die Häuser. »Unsere Vorfahren haben diese kleinen Pflanzen so modifiziert, dass aus ihnen die stabilen Häuser wachsen, die Sie hier sehen. Eine wahre und großartige Verschmelzung der Gene zweier Welten. Wir leben heute in lebendigen Häusern. Ihre Wurzeln reichen bis tief in den Boden, wo sie Wasser und Nährstoffe sammeln, während die Oberseiten das Sonnenlicht einfangen. Wir werden von unseren Häusern ernährt, ohne den Planeten so zu verwunden, wie Sie das tun. Die Organe unserer Häuser kümmern sich auf die gleiche Weise um unser Wohlergehen, wie Ihre Maschinen das tun, obwohl unsere Bindung enger und gegenseitiger ist.«
    »Sie meinen symbiotisch.«
    »Ah, Sie hören also doch zu. Ja, unsere Häuser sind Teil unserer Familien. Wenn ich ein befruchtetes Ei habe, lege ich es in einen Haus-Uterus und lasse es dort heranreifen.«
    »Haben sie auch ein Bewusstsein?«
    »Selbstverständlich! Wie könnte man mit einer Wesenheit zusammenleben, die nicht denkt?«
    »Gutes Argument«, entgegnete Lawrence sarkastisch. »Ich nehme an, dass Sie sich völlig von diesen Gebilden abhängig gemacht haben? Sie erzeugen auch Ihre Nahrung, stimmt’s? Unsere Satelliten haben keine noch arbeitenden Proteinzellraffinerien finden können.«
    Calandrinia griff nach oben und zog ein Büschel kleiner roter Beeren aus dem Baum. »Es war die erste und schwierigste Aufgabe, vor der unsere Vorfahren standen. Sie mussten die Pflanzen von Santa Chico so weit verändern, dass sie terrestrische Nahrung produzierten. Doch sobald sie herausgefunden hatten, wie man die beiden unterschiedlichen genetischen Moleküle erfolgreich vereinen kann, wurde all das möglich,

Weitere Kostenlose Bücher