Bücher online kostenlos Kostenlos Online Lesen
Drachentempel 02 - Drachenfeuer

Drachentempel 02 - Drachenfeuer

Titel: Drachentempel 02 - Drachenfeuer Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Peter F. Hamilton
Vom Netzwerk:
die jeder für sich weitertobten.
    »Was zur Hölle hältst du von all dem?«, fragte Ntoko.
    »Ich bin nicht sicher«, gestand Lawrence. »Es könnte nichts weiter als riesengroßer Mist sein, den sie erfunden hat, um uns zu erschrecken. Oder es könnte stimmen, und in diesem Fall ist es noch viel furchteinflößender. Jedenfalls gibt es eine ganze Menge Dinge hier, die irgendwie nicht zusammenpassen.«
    »Meine Güte, intelligente Tiere beispielsweise. Vielleicht stimmt das ja.«
    »Bestimmt ist nicht alles wahr. Sie haben alles eingesetzt, was sie hatten, um unsere Schiffe auf dem Weg hierher anzugreifen. Sie können diesen Planeten nicht gegen den Weltraum abschirmen.«
    »Verdammt, ich wünschte, wir hätten Kontakt mit dem Captain. Wir müssen es unseren Leuten erzählen.«
    »Die Satellitenrelais sind immer noch nicht wieder online.«
    »Ich weiß. Hoffen wir nur, dass der Gouverneur immer noch in Roseport wartet.«
    Lawrence war die restliche Zeit des Marsches nervös und angespannt. Falls Calandrinia die Wahrheit gesagt hatte, dann wusste niemand, was für die Squaddies gefährlich werden konnte und was nicht.
    Am späten Nachmittag schienen die Buschbrände erloschen zu sein. Rauch und Asche vernebelten die Luft und verdunkelten den Himmel zu einem trüben Grau-Blau. Sie sahen keine Tiere mehr, weder kleine noch große. Mehrere Male meinte Lawrence, in der Ferne Windwürger zu erspähen, doch vielleicht waren es auch nur dichtere Wirbel in all dem Rauch. Unter ihren Füßen hatten die schwarzen Tigergrasklumpen angefangen zu nässen. Klebrige Säfte traten aus den verbrannten Spreiten. Die Wurzeln hatten das Feuer offensichtlich überstanden, doch es war schließlich auch so schnell vorüber gezogen, dass die Hitze nicht tiefer als ein paar Zentimeter in den Boden eindringen hatte können. Es würde nicht lange dauern, bis die ersten neuen Schösslinge durch den Aschemantel sprossen.
    Die verbrannte Zone endete an einem schmalen, tiefen Einschnitt, durch dessen Sohle ein Wildbach mit rötlichem Wasser gurgelte. Das Land zu beiden Seiten war von Steinbrocken und Geröll bedeckt, und zwischen den Rissen wuchs nur spärliche Vegetation, was dem Feuer die Intensität geraubt hatte. Als Lawrence an den Rand der Böschung trat, erkannte er, dass es in Wirklichkeit keine Steine waren, aus denen der Boden bestand. Kein einziger bewegte sich unter seinen Füßen, nicht einmal die winzigsten Kiesel. Es war in Wirklichkeit ein ausgedehntes Bett voller Fastrock.
    Während das Platoon den Graben überquerte, jagte eine Xianti 5005 über ihre Köpfe hinweg, in weniger als einem Kilometer Höhe. Sie verlor rasch an Höhe.
    »Wir halten den Raumhafen also noch«, sagte Nic. »Gott sei Dank!«
    Eine halbe Stunde darauf überquerten sie einen Kamm, der ihnen eine Aussicht auf Roseport in einer Entfernung von einigen Kilometern ermöglichte. Die Stadt am Seeufer war in einem schlimmen Zustand. Viele der Häuser waren zerstört. Lawrences Sensoren zoomten heran. Dunkle, klebrige Flüssigkeit troff aus den zerbrochenen Schalen und strömte auf die Straßen wie geschmolzener Teer. Innere Organe lagen offen und ungeschützt und waren nur noch eine unkenntliche Masse aus rotem Brei. Niemand bewegte sich in den Straßen.
    Als Lawrence den Fokus zurücknahm, sah er, dass automatische Kanonen in einem breiten Kreis um die Ausläufer der Stadt herum aufgestellt worden waren. Olivgrüne Kugeln auf dicken Metallfüßen, die im Boden verankert waren. Jede Einzelne verfügte über drei magnetische Gatlingkanonen, die aus der Mittelsektion ragten und langsam von einer Seite zur anderen schwenkten, während sie zwischen den zerstörten Häusern nach beweglichen Zielen suchten. Falls jemand sich aus der Stadt hervorwagte, würde er innerhalb von Millisekunden von Kugeln durchsiebt.
    Lawrence wusste, dass die automatischen Kanonen zur Flottenausrüstung gehörten, doch er hatte sie noch nie in Aktion erlebt. Sie waren wie Laserzäune und Landminen Waffen, die nur im äußersten Notfall zum Einsatz kamen.
    Nachdem das Platoon Sichtkontakt hatte, kam auch die Kommunikationsverbindung zum Feldhauptquartier des Gouverneurs wieder zustande. Ntoko meldete sich und berichtete dem Stab, dass sie den Kontakt mit Captain Lyaute vor Stunden verloren hatten.
    Nachdem der Zugang zu den taktischen Flottendaten wieder möglich war, erbat Lawrence von der Hauptquartier-AS einen aktualisierten Lagebericht. Es war noch schlimmer, als er befürchtet hatte.

Weitere Kostenlose Bücher