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Drachentempel 02 - Drachenfeuer

Drachentempel 02 - Drachenfeuer

Titel: Drachentempel 02 - Drachenfeuer Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Peter F. Hamilton
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nichts ahnt. Ich möchte diesen Schatz bergen.«
    »Für Zantiu-Braun?«, fragte Karl entrüstet.
    Lawrence lächelte humorlos. »Ganz bestimmt nicht.«
    Lewis klatschte in die Hände. »Leck mich am Arsch.«
    »Das schon eher.«
    »Was für ein Schatz?«, fragte Amersy. Er klang eher misstrauisch als neugierig.
    Lawrence zog einen Desktop-Pearl hervor. Das Paneel entfaltete sich und zeigte ein Satellitenbild des Plateaus hinter Memu Bay. »Das dort ist Arnoon Province. Ich war dort oben, als wir das letzte Mal auf Thallspring waren, auf einer Patrouille durch das Hinterland. Nach den offiziellen Aufzeichnungen von Memu Bay ernten die Leute, die dort oben leben, Willow-Webs im Wald und machen daraus Decken und Pullover und ähnlichen Mist. Als wir dort ankamen, fanden wir ein nettes kleines Dorf in den Wäldern mit einem sehr gehobenen Lebensstandard. Es war eher ein Fünf-Sterne-Ferien-Ressort. Ich habe derartig isolierte Siedlungen auf verschiedenen Welten gesehen. Keine große Sache. Aber an diesem Dorf war einiges faul. Ihr müsst mir in dieser Sache glauben, aber unter gar keinen Umständen können sie sich durch das Verkaufen von Wollsachen einen Lebensstandard wie diesen leisten. Jedes Haus war bis unter die Decke vollgestopft mit Kinkerlitzchen und Elektronik, nur das Neueste vom Neuesten. Außerdem lebten eine Menge Leute dort; mehr, als die Verwaltung in Memu Bay wusste, und viel zu viele, als dass die Wollspinnerei sie hätte ernähren können. Keiner von ihnen war krank. Ich rede hier nicht von Krankenhausfällen. Sie waren die gesündesten Menschen, die ich in meinem ganzen Leben gesehen habe.«
    »Du willst also sagen, dass sie über eine andere, zusätzliche Einkommensquelle verfügen?«, fragte Amersy. »Lawrence, ich hab auch schon solche Gemeinden gesehen. Sie werden irgendeinem illegalen Deal nachgehen, oben im Wald, wo es keine Stadtpolizei und, wichtiger noch, keine Finanzämter gibt. Bestimmt ist es nichts, das wir mit nach Hause nehmen könnten.«
    »Nein. Sie haben Geld in einem Ausmaß, das weit über jede gewöhnliche illegale Geschichte hinausgeht. Ich rede von Größenordnungen, Mann. Sie sind wahrscheinlich die reichsten Leute auf dieser Welt.«
    »Wie kommst du darauf?«
    »Ich brauchte eine Weile, um es zu erkennen. Sie hatten die beste Tarnung, die es gibt; versteck dein größtes Geheimnis vor den Augen aller. Ich habe gesehen, wie sie Früchte von einem Baum gegessen haben.« Er lächelte das Platoon vielsagend an.
    »Na und?«, fragte Lewis. »Sie sind Regressoren. Niemand sonst macht so etwas. Es ist schmutzig. Anständige Leute essen Proteinzellennahrung.«
    Lawrence kicherte. »Und genau das beweist, was ich gesagt habe. Du siehst es ebenfalls nicht. Willow-Webs sind einheimische Pflanzen. Die Wälder dort oben auf dem Plateau sind ebenfalls einheimisch. Arnoon Province wurde nicht mit Gammastrahlen sterilisiert.«
    »Unmöglich!«, protestierte Dennis scharf. »Irdische Pflanzen wachsen nicht in einer fremden Umgebung, weil es nicht die richtigen Bodenbakterien gibt. Deswegen muss man den Boden mit Gammastrahlen sterilisieren und das Land mit unseren eigenen Bakterien impfen.«
    »Ganz richtig«, sagte Lawrence. »Und trotzdem habe ich es gesehen. Ich habe gesehen, wie sie Früchte von einem Busch gepflückt und gegessen haben. Nach allem, was ich weiß, war es nicht einmal ein terrestrischer Busch.«
    »Dann hast du ihn vielleicht einfach nicht gekannt, Sarge. Tut mir Leid, aber Menschen besitzen nun einmal nicht die Biochemie, die mit den einheimischen Organismen dieser Welt kompatibel ist. Ich mag vielleicht meine Approbation vermasselt haben, aber so viel Grundlagen habe ich trotzdem begriffen.«
    »Ich weiß. Aber ich habe es schon einmal gesehen, auf einem anderen Planeten. Damals warst du noch nicht bei uns.« Lawrence blickte mit erhobener Augenbraue zu Amersy. »Du erinnerst dich an Calandrinia?«
    »Schwer zu vergessen, oder?«
    »Sie war eine von den Neuen Eingeborenen von Santa Chico«, erklärte Lawrence den anderen. »Sie aßen Früchte, die auf ihren Bäumen wuchsen. Ich nannte sie Regressoren. Aber ich habe mich getäuscht. Calandrinia hat mir erzählt, dass die Biochemiker, die von Kalifornien nach Santa Chico ausgewandert waren, irgendwann herausfanden, wie man terrestrische und einheimische Gene vermischt. Dadurch wurde Calandrinias Generation zu dem, was sie war, und sie konnten sich auf die althergebrachte Weise ernähren. Sie waren nicht länger abhängig

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