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Drachentempel 02 - Drachenfeuer

Drachentempel 02 - Drachenfeuer

Titel: Drachentempel 02 - Drachenfeuer Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Peter F. Hamilton
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nicht.«
    »Wenn du ihn nicht befreien kannst …«
    »Ich weiß. Er wird nicht zulassen, dass sie herausfinden, was er geworden ist oder was er dort gemacht hat. Wenigstens diese Option ist uns geblieben.«
    »Möchtest du, dass ich nach Durrell komme?«
    »Nein. Wenn ich die Situation noch irgendwie retten kann, brauche ich dich da, wo du bist. Ich muss meinen nächsten Zug sehr vorsichtig planen. Ich glaube, wir haben Zantiu-Braun von Anfang an unterschätzt. Wenn das der Fall ist, müssen wir möglicherweise die Mission ganz aufgeben.«
    »Nein!«
    »Sieh den Tatsachen ins Auge, Denise! Wir sehen im Augenblick nicht gut aus. Außerdem wird Zantiu-Braun in zehn Jahren oder so wieder auftauchen. Dann können wir einen neuen Versuch starten.«
    »Also schön.«
    »Es ist noch nicht vorbei. Ich behalte die Situation hier im Auge und gehe meine Möglichkeiten durch. Ich versuche, eine Verbindung zum Raumhafen herzustellen. Wir sollten es in den nächsten vierundzwanzig Stunden herausfinden.«
    Denise lächelte tapfer. »Um diese Zeit wollten wir eigentlich schon unterwegs sein.«
    »Ja. Ich rufe wieder an, sobald ich etwas Neues habe.«
    Denise ging nicht zur Arbeit. Sie hinterließ Mrs. Potchansky eine Nachricht und schob eine Magenverstimmung vor, dann befahl sie der Primeverstärkten Haus-AS, sämtliche Anrufe auszufiltern. Sie wusste, dass sie nicht imstande sein würde, der alten Frau gegenüberzutreten, nicht einmal über eine visuelle Verbindung.
    Es war das erste Mal, dass sich der gemietete Bungalow ohne Ray und Josep wirklich leer anfühlte. Langsam füllte sich ihr Kopf mit merkwürdigen Gedanken, während sie durch den Flur tappte. Dass sie nach Arnoon zurückkehren sollte, wo sie in Sicherheit war. Oder nach Durrell fliegen und Josep retten. Dass diese ganze Mission von Anfang an ein Fehler gewesen war.
    Nichts davon ist von Bedeutung, sagte sie sich grob. Was die Gedanken nicht davon abhielt, in ihr Bewusstsein einzudringen.
    Denise blickte auf die Tür zu Joseps Zimmer. Sie wusste nicht genau, wieso sie davor stehen geblieben war. Er hatte sich nicht mit persönlichen Ausstattungsdetails abgegeben; ein Schreibtisch, zwei dunkelgrüne Ledersessel, die ihrer Meinung nach ziemlich grauenhaft waren. Ein Doppelbett. Natürlich. Auf der gegenüberliegenden Wand hatte er einen großen Flachbildschirm aufgehängt, sodass er sich auf der Matratze lümmeln und die Shows ansehen konnte. Im deaktivierten Modus zeigte der Schirm ein Bild vom Mount Kenzi, aufgenommen an einem wolkenlosen, sonnigen Tag; der schneebedeckte Gipfel strahlte weiß vor dem türkisblauen Himmel.
    Sie drückte die Klinke herunter und trat ein. Als Josep nach Durrell abgereist war, hatte er ein Chaos hinterlassen. Die Bettdecke zerknittert am Fuß des Bettes, das Laken verrutscht. Mehrere Paar Schwimmflossen achtlos unter das Bett geschoben. Getragene T-Shirts, in denen er seine Touristen unterrichtet hatte, lagen auf einem Haufen auf einem der Sessel und rochen immer noch nach Salzwasser. Handtücher auf dem Boden verstreut. Zwei Tauchermasken über der Lehne des Schreibtischstuhls.
    Trotz allem, was Denise in den Wochen nach der Invasion zusätzlich übernommen hatte, hatte sie auch die Zimmer der Jungen in Ordnung gehalten. Kleidung und Handtücher in die Waschmaschine gesteckt. Die Unordnung aufgeräumt. Sie hatte sogar zwei Schlüpfer und einen BH unter Joseps Bett gefunden – und mitgewaschen. Die Bettdecke sauber am Fuß des Bettes gefaltet. Der kleine Haushaltsroboter hatte Staub gesaugt, alles abgestaubt und das große Fenster geputzt, das hinaus in den Garten zeigte.
    Doch selbst im aufgeräumten Zustand war es immer Joseps Zimmer gewesen. Tränen glitzerten in ihren Augen, und sie wischte sie mit einer wilden Bewegung ab. Sie setzte sich auf die Bettkante, und eine Hand strich über die Matratze. Als sie die Augen schloss, fiel es ihr leicht, ihn zu sehen. Erinnerungen an den kleinen dummen Jungen oben in Arnoon. Wie er mit den Jahren größer und vernünftiger geworden war. Wie er jugendlich und voller Selbstvertrauen aus dem digitalen Schreiben hervorgegangen war und sich der Mission wenigstens ebenso stark verpflichtet gefühlt hatte wie sie selbst. Dann hier unten in Memu Bay. Draufgängerisch und glücklich, ein attraktiver, anständiger junger Mann. All diese fabelhaften Mädchen, die er mit in den Bungalow gebracht, die hier auf seinem Bett gelandet waren.
    Sie hatte nie mit ihm oder mit Ray geschlafen. Statt dessen hatten

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