Ein Kurs in Wundern
ein Symbol der Rache. Jede deiner
Wahrnehmungen der »äußeren Wirklichkeit« ist eine bildhafte Darstellung deiner eigenen Angriffsgedanken. Da
kann man durchaus fragen, ob man das »sehen« nennen kann. Ist »phantasieren« nicht ein besseres Wort für einen
solchen Vorgang, und ist nicht Halluzination ein angemessenerer Begriff für das Ergebnis?
4.
Du siehst die Welt, die du gemacht hast, aber du siehst dich selbst nicht als den Bildermacher. Du kannst nicht
vor der Welt gerettet werden, aber du kannst ihrer Ursache entrinnen. Das ist es, was Erlösung bedeutet, denn wo
bleibt die Welt, die du siehst, wenn ihre Ursache verschwunden ist? Die Schau hält bereits einen Ersatz für alles
bereit, was du jetzt zu sehen vermeinst. Liebreiz kann deine Bilder erhellen und sie so verwandeln, dass du sie
lieben wirst, ob wohl sie aus Hass gemacht wurden. Du wirst sie nämlich nicht alleine machen.
5.
Der heutige Leitgedanke führt die Idee ein, dass du in der Welt, die du siehst, nicht gefangen bist, weil ihre
Ursache verändert werden kann. Diese Veränderung erfordert, dass die Ursache erst identifiziert und dann
losgelas sen wird, damit sie ersetzt werden kann. Die ersten beiden Schritte bei diesem Vorgang erfordern deine
Mitwirkung. Der letzte nicht. Deine Bilder wurden bereits ersetzt. Wenn du die ersten beiden Schritte tust, wirst
du sehen, dass dem so ist.
6.
Außer der Anwendung des heutigen Gedankens tagsüber, wann immer es nötig ist, sind fünf Übungszeiten
erforderlich. Wiederhole, während du dich umschaust, den Gedanken zunächst langsam für dich; mach dann die
Augen zu, und verbringe etwa eine Minute damit, in deinem Geist nach so vielen Angriffsgedanken zu forschen,
wie dir einfallen. Während dir jeder einzelne in den Sinn kommt, sage:
Ich kann der Welt, die ich sehe, entrinnen, indem
ich Angriffsgedanken über ______ aufgebe.
Halte dir jeden Angriffsgedanken vor Augen, während du das sagst, und dann entlasse diesen Gedanken, und geh
zum nächsten über.
7.
Vergewissere dich, dass du in den Übungszeiten sowohl deine Gedanken des Angreifens als auch die des
Angegriffenwerdens einbeziehst. Sie haben dieselbe Wirkung, weil sie dasselbe sind. Du erkennst das noch nicht,
und zu diesem Zeitpunkt wird nur von dir verlangt, dass du sie in den heutigen Übungszeiten als gleich behandelst.
Wir sind noch immer in dem Stadium, in dem es darum geht, die Ursache der Welt, die du siehst, zu identifizieren.
Wenn du schließlich lernst, dass Gedanken des Angreifens und des Angegriffenwerdens nicht verschieden
voneinander sind, wirst du bereit sein, die Ursache loszu lassen.
LEKTION 24
Ich nehme nicht wahr, was zu meinem Besten ist.
1.
In keiner Situation, die sich ergibt, bist du dir des Ergebnisses bewusst, das dich glücklich machen würde.
Deshalb hast du keine Richtschnur für angemessenes Handeln und keinerlei Möglichkeit, das Ergebnis zu
beurteilen. Was du tust, wird durch deine Wahrnehmung der Situation bestimmt, und diese Wahrnehmung ist
falsch. Es ist demnach unvermeidlich, dass du nicht deinem eigenen Besten dienst. Doch dieses ist dein einziges
Ziel in jeder Situation, die richtig wahrgenommen wird. Sonst wirst du nicht erfassen, was zu deinem Besten ist.
2.
Wenn du merken würdest, dass du nicht wahrnimmst, was zu deinem Besten ist, so könnte man dich lehren,
was es ist. Aber angesichts deiner Überzeugung, dass du doch weißt, was es ist, kannst du nicht lernen. Der heutige
Leitgedanke ist ein Schritt zum Öffnen deines Geistes, damit das Lernen beginnen kann.
3.
Die heutigen Übungen erfordern viel mehr Ehrlichkeit, als du aufzubringen gewohnt bist. Es wird hilfreicher
sein, in jeder der heutigen fünf Übungszeiten einige wenige Themen ehrlich und sorgfältig anzuschauen, als eine
größere Anzahl oberflächlich zu betrachten. Für jede Geisteserforschung im Rahmen der Übungszeiten werden
etwa zwei Minuten empfohlen.
4.
Die Übungszeiten sollten mit einer Wiederholung des heutigen Leitgedan kens beginnen; erforsche dann mit
geschlossenen Augen deinen Geist nach ungelösten Situationen, die dich im Augenblick beschäftigen. Das Haupt-
gewicht sollte jetzt darauf liegen, das Ergebnis aufzudecken, das du dir wünschst. Du wirst bald merken, dass dir
eine ganze Reihe von Zielen als Teil des erwünschten Ergebnisses vorschwebt, und auch, dass diese Ziele auf ver-
schiedenen Ebenen liegen und oft in Konflikt miteinander stehen.
5.
Benenne bei der
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