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Eismord

Eismord

Titel: Eismord Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Giles Blunt
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sag ich zu ihm, ›das klingt so vertraut. Jetzt hab ich’s! Ich glaube, meine Cousine ist in das Haus deiner Familie in Jerusalem eingezogen!‹ Oh, Junge, hat
der
mich fertiggemacht. So schlechte Witze rutschen mir raus. Ich glaube, ich könnte bei diesem McLeod in die Schule gehen. Also,
der
ist witzig.«
    »McLeod, ja. Sehr trocken.«
    »Trocken? Nein. Witzig? Und ob. Okay, ich halte jetzt die Klappe. Ich hasse Leute, die bei einer Observierung ständig quasseln müssen. Die perfekte Gelegenheit zur Reflexion, statt sich um Kinkerlitzchen zu streiten. Ich finde das
deprimierend.
Das macht mich richtig
fertig.
«
    Sie verfielen wieder in Schweigen. Eine halbe Stunde später fuhr der Chevy Aveo aufs Gelände und hielt vor Zimmer acht.
    »Warten wir, bis er an der Tür ist«, sagte Cardinal.
    »Solange er nicht die Tür hinter sich
zumacht.
Das wäre eher von
Übel.
«
     
    Der Mann stieg aus, schloss die Fahrertür und machte sie gleich wieder auf, um eine Papiertüte mit dem Logo von Kentucky Fried Chicken herauszuholen. Er schloss den Wagen ab und wollte sein Abendessen mit auf sein Zimmer nehmen.
    Cardinal stand auf und zog seine Beretta. Er öffnete die Bürotür langsam, damit sie nicht knarrte, und er und Mendelsohn standen hinter dem Mann, bevor er den Schlüssel aus der Tasche genommen hatte.
    »Ted Nelson?«
    Der Mann drehte sich um, sah von einem zum anderen und sagte: »Scheiße.«
    »Ich müsste mal Ihre Ausweispapiere sehen.«
    »Ausweis? Wieso? Ich hab nichts getan.«
    »Zeigen Sie mir einfach Ihren Ausweis.«
    Der Mann griff in die Innentasche seiner Jacke. Mendelsohn stand mit gezogener Waffe hinter Cardinal. Der Mann ließ die Brieftasche fallen, und Cardinal zielte mit der Beretta auf ihn, während er sich nach der Brieftasche bückte. Darin befand sich eine Kreditkarte und ein New Yorker Führerschein auf den Namen Nelson, alles andere jedoch war auf Yevgeny Divyris ausgestellt.
    »Yevgeny Divyris«, sagte Cardinal. »Sie sind mit Irena Divyris verwandt? Sie sind Russe?«
    »Ukrainer«, stellte Mendelsohn fest, während er mit seiner Glock auf den Kopf des Mannes zielte.
    Der Mann drehte sich um, sah Mendelsohn von oben bis unten an und spuckte auf den Boden. »Jude.«
    »Ja. Und ich möchte mich persönlich entschuldigen. Tut mir unendlich
leid,
dass Ihre Leute so hart arbeiten mussten, als sie uns in die Duschen getrieben haben.
Saubere
Arbeit haben Ihre Leute als KZ -Wächter geleistet.«
    »Scheiß Abschaum. Wie viele haben sie in meinem Land verhungern lassen? Millionen.«
    »Hände auf den Rücken«, sagte Cardinal.
    »Millionen verhungert, während Gutsherren essen wie Schweine, keiner redet von den Millionen. Nur über scheiß Juden.«
    »Beide Hände«, sagte Cardinal. »Sofort.« Er ließ die Handschellen um die Gelenke des Mannes zuschnappen und drehte ihn zu sich herum. »Dieser Mercury ist der Leihwagen Ihrer Schwester. Haben Sie irgendeine Erklärung dafür, dass er vor Ihrem Hotel steht?«
    »Ich muss nicht irgendwas erklären. Nicht Ihnen und Ihrem scheiß Judenfreund.«
    »Ich bin sicher, Sie meinten das positiv«, bemerkte Mendelsohn.
    Sie verfrachteten Divyris auf den Rücksitz des Wagens und fuhren zum Präsidium, wo er wegen Kreditkartenbetrugs verhaftet wurde. Sie setzten ihn in ein Vernehmungszimmer und ließen ihn dort eine halbe Stunde schmoren, während sie alles über ihn in Erfahrung brachten, was sie konnten.
    »Eines wüsste ich gerne«, sagte Mendelsohn, »und dann bin ich nur noch Zuschauer. Ich wüsste gerne, wie es sein kann, dass die Juden, die vermeintlich hinter jedem internationalen Komplott stecken und angeblich das internationale
Banken
system durch ein weltweites Netzwerk von Verschwörern manipulieren – ich wüsste gerne, wie diese machiavellistischen
Genies
als Lampenschirme und andere praktischen Haushaltsgegenstände endeten.«
    »Im Moment wüsste ich vor allem gerne einiges über seine Beziehung zu seiner Schwester.«
    »Sie haben recht. Bei der
Sache
bleiben, Detective. Das
gefällt
mir. Sehen Sie,
ich
kann von Ihnen lernen.«
     
    Cardinal setzte sich Yevgeny Divyris gegenüber und füllte wortlos ein Formular aus. Divyris lehnte sich, die gefesselten Hände auf dem Schoß, zurück.
    »Wie lange wollen Sie mich hierbehalten? Sie glauben, ich hab nichts Besseres zu tun?«
    Cardinal sah nicht auf.
    »Ich habe Ihnen eine Frage gestellt.«
    Cardinal legte das Formular zur Seite. In Wahrheit war es nichts weiter als ein Bundessteuerformular; wenn es

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