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Entscheidung der Herzen (German Edition)

Entscheidung der Herzen (German Edition)

Titel: Entscheidung der Herzen (German Edition) Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Laura Thorne
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Lüge auszusprechen ist eine Sache, eine junge Frau aber, die stets freundlich zu mir war, in ihrem Unglück noch zu verhöhnen, das, Mylady, könnt Ihr nicht von mir verlangen.«
    »Wieso Unglück?«
    »Nun, das ganze Manor weiβ, dass Sir Baldwin HumbertLady Cathryn zur Frau haben will. Und wir alle bedauern sie deshalb. Sie hat es nicht verdient, einem solchen Menschen ausgeliefert zu werden.«
    Jane guckte Lady Elizabeth noch immer fest an, ehe sie hinzufügte: »Ich bin arm, Mylady, weiβ so manchen Tag nicht, wie ich meinen kleinen Sohn satt kriegen soll. Aber auch ich würde in Schwermut verfallen, müsste ich mit Sir Baldwin vor den Altar treten.«
    Elizabeth seufzte und lächelte zugleich. »Du bist eine loyale und gute Frau, Jane, die meiner Tochter aufrichtig zugetan ist. Deshalb werde ich dir jetzt verraten, was im Innersten meines Herzens als Wunsch und groβe Hoffnung geschrieben steht. Seit Cromwells Tod besteht die gute Aussicht, dass die Monarchie wiederhergestellt wird. Man munkelt, König Karl IL, der sich zurzeit in Frankreich aufhält, würde bereits Anstalten treffen, sich den Thron zurückzuerobern.«
    »Was hat das alles mit Cathryn zu tun?«, fragte Jane.
    »Mehr als du glaubst. Sie liebt Cassian Arden von ganzem Herzen. Doch er ist arm, bitterarm, und wenn Cathryn Sir Baldwin nicht heiratet, werden auch wir schon sehr bald sehr arm sein. Kommt aber der König zurück, nun, dann besteht die Hoffnung, dass Cassian Arden recht bald seine Güter zurückerhält und Sir Baldwins Macht schwindet.«
    In Janes Augen zeichnete sich langsam Verstehen ab, als Elizabeth auch schon weitersprach: »Es geht jetzt in allererster Linie darum, die Hochzeit hinauszuzögern. Wir müssen Zeit gewinnen. Cathryn aber braucht für alles, was kommen mag, Mut und Kraft. Du allein, Jane, kannst sie ihr geben, wenn du aus ihrer Hand liest, dass Cassian von Arden für sie nicht verloren ist.«
    Lady Elizabeth beugte sich nach vorne und griff nach der Hand der jungen Heilerin. »Glaube mir, Jane, auch ich will nicht, dass Cathryn mit Sir Baldwin vor den Altar tritt. Deshalb bitte ich dich noch einmal, bitte dich von Mutter zu Mutter, dass du meinem Kind hilfst.«
    Jane lächelte nun. »Ich verstehe jetzt, was Ihr meint. Noch heute werde ich in das Schloss kommen und in Cathryns Hand all das lesen, was Ihr und ich Eurer Tochter von ganzem Herzen wünschen.«
    Elizabeth lächelte. »Ich danke dir, Jane. Und wegen der Milch für dein Kind musst du dich nicht sorgen. Schon immer war es Brauch der Jourdans, ihren Leuten in der Not zu helfen. Komm und lass dir von der Köchin geben, was immer du benötigst. So lange wir noch genug zu essen haben, muss niemand in unseren Manors Hunger leiden.«
     
    Es war noch kein halber Tag seit dem Gespräch der Lady Jourdan mit der Heilerin Jane vergangen, als Cathryns wundersame Genesung ihren Anfang nahm.
    »Er lebt noch?«, hatte sie Jane gefragt. »Und er liebt mich noch?«
    Die Freude hatte ihre Wangen rosig gefärbt. Sie hatte sogar die Kraft gefunden, sich im Bett aufzusetzen.
    »So steht es in Eurer Hand«, hatte Jane erwidert und der jungen Lady dabei fest in die Augen geblickt.
    »Und wir werden eines Tages glücklich miteinander leben?«
    »Ja, auch das steht in Eurer Hand geschrieben.«
    »Oh, Jane«, hatte Cathryn gejubelt und war der jungen Frau um den Hals gefallen. »Du weiβt gar nicht, welche Freude du mir mit deinen Worten machst. Ich dachte schon,ich müsste sterben. Doch nun habe ich neuen Mut. Ich danke dir von Herzen.«
    Und jetzt saβ sie nicht nur im Speisezimmer des groβen Schlosses, sondern Lady Elizabeth konnte nur staunen, mit welch groβem Appetit Cathryn plötzlich wieder aβ.
    Margarete, die Kinderfrau, eilte zwischen der Küche und der Tafel hin und her, um der Köchin neue Anweisungen zu geben. Cathryn verputzte derweil gebratenes Hühnerfleisch in einer Soβe, die mit Salbei, Raute und Pfeffer gewürzt war, Reisbrei mit gedörrten Kirschen und zum Schluss eine Schüssel mit Apfelmus. Als sie ihr Mahl beendet hatte, lieβ sie sich in dem gepolsterten Lehnstuhl zurücksinken, wischte sich mit einer Leinenserviette den Mund ab und strich sich lächelnd über ihren Bauch.
    »Ich hatte ganz vergessen, wie gut es tut, richtig zu essen«, sagte sie, griff nach dem Tonkrug und goss ihr Glas mit frischem Apfelmost voll.
    Lord Arthur war aus dem Staunen nicht herausgekommen. »Wie hast du diese Wandlung bewirkt, meine Liebe?«, flüsterte er jetzt leise seiner Frau

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