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Error

Error

Titel: Error Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: N Stephenson
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schraubte er Sperrholzplatten vor sämtliche Fenster. Dann beauftragte er Sharjeel, weitere Schrauben einzudrehen, während er die nächste Phase der Operation plante. Sharjeel machte sich mit Feuereifer ans Werk und drehte die Schrauben im Abstand von nicht mehr als fünf Zentimetern ein. Es war eine Deklaration. Diese Platten würden sich nicht lösen.
    Unterdessen hatte Jones Kanthölzer in passende Stücke gesägt. Er warf sie zur Tür hinein, sodass sie wie Speere über Zulas Kopf hinwegflogen, und wies Sharjeel an, sie mit der schmalen Kante an der Sperrholzunterlage festzuschrauben. Dabei stellte sich dieser äußerst ungeschickt an. Richtigerweise hätte er, wie Zula ihm hätte sagen können, wie beim Schrägnageln vorgehen müssen, aber das hatte seine Tücken.
    Abdallah Jones riss das Paket mit der Fiberglasisolierung auf, die sich unkontrollierbar im Wageninneren auszubreiten begann und dieses komplett auszufüllen drohte. Unter Mühen schnitt er stampfend und fluchend einzelne Matten davon ab und reichte sie an Sharjeel weiter, der sie mit Klebeband am Sperrholz fixierte.
    Als das Sperrholz dergestalt komplett isoliert war, hielten sie am Straßenrand an, und Jones beförderte das restliche Isoliermaterial bis auf eine eins achtzig lange Matte mit wütenden Tritten auf den Standstreifen. Sobald sie wieder unterwegs waren, beschäftigte er sich erneut mit Sperrholz. Beim Zusägen der Platten hatte er stets mit zwei Stücken gearbeitet, sodass jede Form zweimal vorhanden war und er eine davon in Reserve hielt. Nun schraubten er und Sharjeel diese Platten über der Isolierung an den Wandpfosten fest. Die Colorado School of Mines bildete keine Dummköpfe aus.
    Der Schlafraum war somit auf allen Seiten mit einer Konstruktion aus komplett undurchsichtigen, isolierten Sperrholzwänden versehen. Gleich darauf wurde er noch dunkler, während Jones und Sharjeel lange Bahnen Dachpappe abschnitten, sie mit einem Klammergerät am Sperrholz festtackerten und die gesamte Innenfläche des Raums einschließlich der Decke auf diese Weise mit monochromem, nur vom sporadischen Schimmer der Krampen aufgelockertem Schwarz auskleideten. Ein paar Momente Arbeit mit einem Teppichmesser, und um die Deckenlampe war ein Kreis aus Teerpappe ausgeschnitten, sodass ein trübes gelbes Licht in den Raum fiel.
    Dann lösten sie die Kette um Zulas Knöchel und machten ihr klar, dass ihr Platz hinten auf dem Bett war. Sie zog sich dorthin zurück, setzte sich hin und beschäftigte sich damit, Holzsplitter und Fiberglasfusseln von der Tagesdecke zu zupfen (einem Quilt, den die gestern ermordete alte Dame ganz offensichtlich handgenäht hatte), während Jones und Sharjeel der Innenseite der Schlafzimmertür eine ähnliche Behandlung angedeihen ließen: sie mit Sperrholz verstärkten und sie dann auf volle fünfzehn Zentimeter Dicke mit einer Bahn Isoliermaterial in der Mitte ausbauten. Das hatte den gewünschten Nebeneffekt, den inneren Türknauf komplett abzudecken, was es Zula unmöglich machte, die Tür zu öffnen, selbst wenn diese nicht abgeschlossen war.
    Jones setzte einen langen, dicken Bohrer in das Bohrfutter der Maschine ein, bohrte ein Loch durch die verstärkte Tür und führte das USB -Kabel der kleinen Webcam hindurch. Mit einer Konstruktion aus Kabelbindern, Klebeband und Holzschrauben befestigte er die Kamera nahe dem oberen Rand an der Innenfläche der Tür. Unterdessen hatte Sharjeel das Kabel und seine Verlängerung mit Kabelbindern durch den zentralen Korridor des Wohnmobils bis zum Küchentisch verlegt und am Laptop angeschlossen. Es folgte eine lange Einstellungsprozedur, bei der Jones Zula mehrmals allein in dem Raum zurückließ, die Tür zumachte, nach vorn ging, um die Bilder der Kamera auf dem Laptop zu begutachten, dann zurückgestampft kam, die Tür aufmachte, die Kamera dahin und dorthin ruckelte, bis der Winkel genau richtig war und sie (nahm Zula an) sämtliche Winkel des Raums überblickte.
    Das Ganze hatte vielleicht zwei Stunden gedauert. Wie alle Heimwerkerprojekte hatte es mit erstaunlicher Energie und Geschwindigkeit begonnen und sich dann langsam totgelaufen, während Jones und Sharjeel sich über Details aufregten. Aber jetzt war es erledigt, und Zula war wirklich und wahrhaftig eingeschlossen. Sie knallten die Tür zu und machten sich etwa sechs Stunden lang nicht die Mühe, sie zu öffnen.

Fünfzehnter Tag
    Mittlerweile gab es eine Bahn, die ankommende Passagiere vom Sea-Tac direkt zu einem Bahnhof

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