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Titel: Error Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: N Stephenson
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lauerte nur ein paar Kilometer von der Küste entfernt China und glühte wie eine riesige Esse. Richard musste unentwegt daran denken, dass sie diesem roten Licht bald westwärts folgen würden, und John schien auch nicht nach Reden zumute zu sein. Inzwischen war es dort Morgen. Von seiner Wohnung in Vancouver aus schickte Nolan E-Mails, telefonierte, zog Strippen, sorgte dafür, dass Dolmetscher und Mittelsmänner die Forthrasts am Flughafen von Xiamen erwarteten, und versuchte, sich eine Vorstellung davon zu verschaffen, was die Polizei vor Ort unternommen hatte. Wusste sie überhaupt, dass es Zulas Brief gab? Vielleicht hatte ihn ja irgendein zufällig auftauchender Klempner, der Gutes tun und anonym bleiben wollte, an Richard weitergeleitet. Vielleicht wusste die chinesische Polizei auch schon die ganze Zeit davon und hatte ihn Richard als Köder vor die Nase gehalten, damit er nach Xiamen kam und verhört werden konnte. Vielleicht hatten sie ihn auch geheim halten wollen, aber irgendein Informant bei der Polizei hatte sich dazu durchgerungen, Richard eine Kopie zukommen zu lassen. Nolan war hin- und hergerissen, ob er Richard drängen sollte, keinen Fuß auf chinesischen Boden zu setzen, oder ihm helfen, so schnell wie möglich dorthin zu kommen. Richard hatte keinerlei Bedenken; ein Mitglied seiner Familie war dort in Schwierigkeiten, und er musste hin.
    Corvallis hatte den Flug der Assistentin vom SFO verfolgt. Er erschien in Richards Wohnung und half, Johns Gepäck zu seinem Prius hinunterzutragen, der in der Abhol-/Absetzzone vor dem Gebäude wartete. Richard und John quetschten sich gemeinsam auf den Rücksitz, damit sie sich auf dem Weg zum Boeing Field unterhalten konnten.
    Eigentlich wollte Richard nicht darüber reden, aber er war es John schuldig, ihm die Information zu geben, bevor sie ein Flugzeug nach China bestiegen.
    »Es gab zwei voneinander getrennte Vorfälle, von denen wir wissen«, sagte er. »Sie haben sich offenbar im Abstand von ein paar Stunden ereignet. Vorfall Nummer zwei ist besser dokumentiert: Ein Selbstmordattentäter hat sich an einer Sicherheitsschleuse einer internationalen Tagung selbst in die Luft gejagt. Zwei chinesische Polizisten sind ums Leben gekommen; es gab Verletzte durch Splitter und herumfliegendes Glas.«
    »Was hat das mit Zula zu tun?«, fragte John.
    »Wir haben keine Ahnung. Aber Vorfall Nummer eins ist undurchsichtiger und vielleicht relevanter. Nicht weit von der Innenstadt entfernt ist ein Wohnhaus in die Luft geflogen. Man hat es auf eine Gasexplosion zurückgeführt. Das ist die offizielle Version. Aber Nolan hat Quellen in Xiamen, Quellen, mit denen wir morgen vielleicht zusammentreffen. Die haben herumgefragt, und auf der Straße heißt es, zu der Explosion sei es mitten in einer Schießerei gekommen, die in den oberen Etagen des Gebäudes stattgefunden hat.«
    Eine Zeitlang herrschte Schweigen. Richard, der das alles schon durchgemacht hatte, wusste, was John dachte: Er wollte es nicht wahrhaben, versuchte sich Gründe einfallen zu lassen, warum das nichts mit Zula zu tun hatte.
    »Nun haben wir«, fuhr Richard so sanft wie möglich fort, »aus Zulas Brief erfahren, dass sie bei diesen Russen war, die illegal ins Land gekommen und bewaffnet waren. Wir wissen, dass sie nach dem Troll gesucht haben.«
    »Nach den Hackern, die den Virus geschaffen haben«, übersetzte John.
    »Ja. Wenn es ihnen gelungen ist, diese Hacker aufzuspüren, dann könnte dieser Iwanow durchaus so verrückt gewesen sein, aus allen Rohren schießend reinzugehen. Wer weiß, vielleicht haben sie ja sogar Granaten oder Sprengladungen verwendet.«
    »Warum zum Teufel sollten sie denn Sprengladungen verwenden?«, fragte John. Er war längst darüber hinweggekommen, dass Richard ein Kriegsdienstverweigerer war. Aber er konnte es nicht ausstehen, wenn Richard sich auf Gebiete verirrte, von denen er keine Ahnung hatte und die John aus persönlicher Erfahrung kannte.
    »Ich weiß nicht, John. Ich versuche nur, mir einen Grund einfallen zu lassen, warum das Gebäude in die Luft geflogen ist. Das Gebäude ist nämlich hin. Es ist zerstört.«
    »Eine einzelne Sprengladung wäre nicht stark genug, um ein mehrstöckiges Gebäude einstürzen zu lassen.
    »Okay, schön, vielleicht war es ja doch eine Gasexplosion, aber ausgelöst wurde sie infolge der Schießerei.«
    »Vielleicht hatte sie ja auch überhaupt nichts mit Zula zu tun!«, wandte John ein.
    »Aber John, die Sache ist die – und

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