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Feuer der Nacht

Feuer der Nacht

Titel: Feuer der Nacht Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Linda Howard
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Ärger herauf, aber sie war auf dem Heimweg eingenickt, und er hatte ihr die Fragen, die er ihr so dringend hatte stellen wollen, nicht gestellt; hereinbitten wollte sie ihn nun aber mit Sicherheit nicht. Das Auto war noch das kleinere Übel.
    »Tut mir leid, dass ich eingeschlafen bin«, sagte sie, wobei sie ihrer Stimme einen möglichst forschen, förmlichen Ton verlieh, obwohl sie sich eigentlich schlapp wie eine Stoffpuppe fühlte. »Wonach wollten Sie mich so dringend fragen? Ich habe Ihnen alles gesagt, woran ich mich erinnern kann, meine Antworten werden also nicht anders ausfallen – außer Sie möchten, dass ich mir etwas aus den Fingern sauge.«
    Er sagte einen Augenblick kein Wort, trommelte nur mit den Fingern auf dem Lenkrad herum. Sie wartete, fragte sich, was so kompliziert war, dass er nicht einfach damit herausrückte, sodass sie ihm mitteilen konnte, was sie wusste, damit sie endlich ins Haus und zu Bett gehen konnte. »Wir haben die Analyseergebnisse Ihrer Kleidung bekommen«, sagte er schließlich ebenso betont förmlich. »Keine Blutrückstände.«
    »Natürlich nicht«, erwiderte sie irritiert. »Das war mir schon klar.« Vielleicht kam es, weil sie so müde war, aber es dauerte einen Moment, bis der Groschen fiel. Doch dann flackerte ihr Ärger so wild auf, dass es mit ihrer Müdigkeit vorbei war; ihre Muskeln zitterten bei dem Bemühen, sich unter Kontrolle zu bringen. Sie wollte sich keinesfalls noch einmal so gehen lassen wie am Abend zuvor – das hatte ihr nichts gebracht bis auf Erniedrigung. Sie nahm sich also zusammen.
    »Ach, verstehe«, sagte sie angespannt. »Sie haben die Ergebnisse bekommen, die beweisen, dass ich Carrie nicht umgebracht habe – jedenfalls nicht, als ich diese Klamotten anhatte. Und jetzt bin ich wohl wieder recht zum Herumknutschen? Sie glauben mir jetzt also? Nein, stimmt nicht: Sie glauben nicht mir , sondern dem Analyseergebnis, Sie Trottel.« Es juckte sie in den Fingern, ihm eine zu knallen, so fest sie nur konnte. Doch sie ballte eine Faust, um dem Impuls zu widerstehen, stemmte die Arme in die Hüften. »Wissen Sie was? Sie können mich mal – am Arsch lecken.«
    »Jederzeit gern«, sagte er, leise und verärgert. »Mir gefällt Ihr Arsch. Und nur für die Akten: Ich habe Ihnen von Anfang an geglaubt. Und Sergeant Garvey auch.«
    »Dann haben Sie aber eine seltsame Art, dies zu zeigen«, blaffte sie zurück. »Sie hätten nur zum Telefon greifen, hätten mir nur sagen müssen, dass … Aber egal. Sie haben es nicht getan, und das sagt genug.«
    »Nein, das besagt nur, dass ich mich an die Vorschriften gehalten habe, bis Sie als Verdächtige außen vor waren – und zwar aufgrund der Beweislage, nicht in meinem Denken. Ich musste Sie behandeln wie jede andere Verdächtige auch. Nein, ich musste mit Ihnen sogar noch neutraler umgehen, ansonsten hätte man mir den Fall entzogen. Wir sind momentan personell unterbesetzt, das ist der einzige Grund, weshalb ich den Fall überhaupt bearbeiten durfte, aber das wollte ich auch, denn ich war motivierter, genauer nachzuhaken als die anderen Detectives. Ich wusste nicht, was wir finden würden, ich wusste nicht, in welchem Maße die Indizienbeweise gegen Sie sprechen würden. Aber ich wusste, dass ich in einer Position sein wollte, die es mir gestattete, genauer nachzuforschen. Ich schätze, mit mir standen Ihre Chancen am besten, letztendlich von jeglichem Verdacht freigesprochen zu werden.«
    »Herzlichen Dank«, sagte sie sarkastisch.
    »Überwinden Sie Ihre Kränkung, und hören Sie mir zu.« Sein Ton war so hart wie Stahl, seine Miene nicht minder. Sein Mund bestand aus einer schmalen, grimmigen Linie; das Armaturenbrett warf einen harten Lichtschein auf seine markanten Gesichtszüge. »Ich konnte nichts tun, was dem Lieutenant oder dem Captain – oder womöglich gar dem Staatsanwalt – einen Grund zu der Annahme gegeben hätte, ich hätte den Fall Ihretwegen kompromittiert. Ich konnte keine tröstlichen Telefongespräche führen, denn das hätte herauskommen können. Ihretwegen musste ich absolut unparteiisch sein, und mich soll der Teufel holen, wenn ich mich jetzt dafür entschuldige, dass ich meine Arbeit gemacht habe.«
    »Ich hätte vielleicht auf Sie hören sollen, da Sie ja von der Polizei sind, ich hätte besser mit Ihnen zusammenarbeiten sollen, damit ich keinen Ärger kriege, aber mich soll der Teufel holen, wenn ich hier irgendetwas überwinde. Und wissen Sie, warum? Wenn Sie sich in Ihrem

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