Flammen der Rache
achtzehn Jahre älter, aber soll ich dir was verraten, Baby? Ich stelle mich nicht viel besser an als mit zwölf! Es ist ein verfluchtes Déjà-vu! In den vergangenen sechsunddreißig Stunden hat man dich geschlagen, auf dich geschossen und dich von einer Klippe gestoßen, und ich konnte nicht das Geringste tun, um es zu verhindern.«
»Du hast mich gerettet, du Idiot! Du willst es einfach nicht einsehen und stellst dich absichtlich dumm! Mein Gott, du hast wirklich hohe Ansprüche an dich selbst!«
Bruno legte seine Stirn an ihre. »Ich komme einfach nicht dagegen an«, murmelte er. »Aber ich liebe dich.«
Lily wurde ganz, ganz still. Von blanker, heiß glühender Panik erfasst realisierte Bruno, dass es die Wahrheit war. Er liebte sie wirklich. Aus tiefster Seele und mit seinem ganzen Herzen. Er liebte Lily Parr. Ohne den geringsten Zweifel.
Oh Scheiße. Und dann war er auch noch damit herausgeplatzt.
Er drückte ihre kalten Finger. Nackte Angst krallte sich in sein Herz. Was war er doch für ein Versager. Es hätte kein schlechteres Timing geben können.
»Bitte, sag nichts«, flehte er sie an. »Ich weiß, es ist zu früh, die Situation ist zu verrückt.«
Lily hob den Kopf und küsste ihn. Es waren winzige, hauchzarte Küsse, die wie Blumen an seinem Mundwinkel erblühten. Doch sie ließ nicht zu, dass er sie zurückküsste, stattdessen löste sie sich von ihm. Sie war noch nicht bereit dafür.
»Ich werde dich nicht darauf festnageln«, sagte sie leise.
Das klang nicht vielversprechend, aber er war nun mal freiwillig ins kalte Wasser gesprungen. »Du musst mich nicht darauf festnageln. Es ist, wie es ist.«
Sie schlang ihm die Arme um den Hals. Bruno legte die Lippen auf ihre Augenwinkel. Sie waren feucht, heiß und salzig. Er küsste die Tränen weg, als wäre es ein Ritual. Jede Träne, die er mit der Zunge einfing, war wie ein magischer Zauber, der Lily ein bisschen mehr an ihn band.
»Darf ich etwas sagen? Ohne dass du aus der Haut fährst?«, fragte sie.
Bruno ging sofort in die Defensive. »So ein dummes Versprechen gebe ich dir nicht.«
»Dann muss ich es wohl riskieren.« Sie drückte ihm einen Kuss aufs Kinn. »Weißt du, diese Angst, die du empfindest, weil du deine Mutter nicht beschützen konntest? Oder mich?«
»Das Gefühl ist im wahrsten Sinne des Wortes ätzend. Als würde Säure meine Eingeweide zerfressen. Und weiter?«
»Genau das Gleiche hat sie in Bezug auf dich gefühlt.«
Bruno blendete ihre Worte aus. Er hatte keinen Platz mehr, wo er sie unterbringen konnte. Er schüttelte den Kopf, ohne zu wissen, was genau er ablehnte. Thema beendet.
Lily wartete kurz, ehe sie zu dem weisen Schluss gelangte, dass sie keine sinnvolle Antwort von ihm bekommen würde. Sie ließ ihn allein mit seinen Gedanken und dem Mond und ging ins Badezimmer. Bruno lehnte die Stirn an die kalte Glasscheibe und beobachtete, wie sie durch seinen Atem beschlug. Der weiße Dunstfleck breitete sich aus und schrumpfte wieder. Mit einem Klicken ging die Badtür auf, und ein Lichtstrahl fiel in das dunkle Zimmer. Lily trat hinter ihn und streichelte seinen Rücken. Eine parfümierte Dampfwolke wehte hinter ihr her.
Als er sich zu ihr umdrehte, stellte er fest, dass sie nackt war.
Es raubte ihm den Atem, wie schön ihre perfekt geformte, von hinten durch das Badezimmerlicht angestrahlte Silhouette war. Sie war so anmutig, dass seine Kehle eng wurde. Sein Penis wurde hart, seine Hoden wurden schwer und begannen zu pochen.
»Lily, du hast überall blaue Flecken«, warnte er sie.
Sie neigte den Kopf zur Seite. Das Licht fing das schelmische Glitzern in ihren Augen ein. »Schsch«, murmelte sie und machte sich an den Knöpfen des Flanellhemds zu schaffen, das er sich von irgendeinem der McCloud-Brüder geborgt hatte. »Mir fehlt nichts. Aber ich will dich nicht bedrängen. Ich weiß, wie müde du bist, erst recht nach dieser Zusammenkunft. Lass uns einfach ein bisschen kuscheln. Haut an Haut. Das fühlt sich so gut an.«
Ein schmerzhafter Laut entrang sich seiner Kehle. »Das klappt hundertprozentig nicht.«
»Wir könnten es doch versuchen. Männer sind in dieser Hinsicht echt seltsam.« Lily zog ihm das Hemd von den Schultern und öffnete seinen Gürtel. »Nichts kann uns daran hindern.« Sie schob seine Hose nach unten.
»Denkst du wirklich?« Seine Erektion sprang heraus wie eine Sprungfeder unter Spannung.
Lily betrachtete sie. »Hm. Nur aus reiner Neugier, bist du trotz deines Stresses in diesem
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