Flammen der Rache
aus, als er langsam in sie hineinglitt.
Mit jedem Stoß, jedem gemächlichen Rückzug stöhnten und keuchten sie wie aus einer Kehle.
Lily drängte ihm zuckend ihren Schoß entgegen, um ihn noch tiefer aufzunehmen. Ihr Inneres pochte und glühte vor Lust und umschloss ihn mit seiner Hitze, während er sie mit seiner mächtigen, pulsierenden Erektion eroberte. Mit jedem Stoß schoss pure Wonne durch ihren Körper.
Es spielte keine Rolle, wer oben und wer unten war, wer gab oder wer nahm. Sie beide gaben und nahmen alles mit fieberhafter Zärtlichkeit. Der Orkan riss sie mit und wirbelte sie umher wie Blätter und Zweige in einem reißenden Strom.
Irgendwann wurden sie matt und hilflos auf der anderen Seite ans Ufer gespült.
Lily lag auf Bruno, als sie sich ihrer Umgebung wieder bewusst wurde. Die Schweißperlen auf ihrem Rücken kühlten sie, aber sie wurde zugleich von der sengenden Hitze seines Körpers, der intensiven Präsenz seines Penis, der noch immer in ihr war, gewärmt. Sie spürte Brunos Herzschlag langsam und kraftvoll in ihrem Innersten. Und in ihrem Herzen. Ihr Körper hob und senkte sich im Rhythmus seiner Atmung.
Erst, als der kalt gewordene Schweiß sie frösteln ließ, stemmte sie sich vorsichtig hoch, und sein halb erigierter Penis glitt aus ihrem Körper heraus.
Sie war mit seinem Sperma geflutet.
Lieber Gott
. Lily schnappte nach Luft, als die Realität sie schlagartig einholte. Sie rollte sich neben Bruno auf die Seite und versuchte zu atmen. Tam hatte sie extra darauf hingewiesen, dass der Nachttisch mit Kondomen bestückt war.
Trotzdem waren sie ohne einen Gedanken daran zu verschwenden von dieser Klippe gesprungen. Wieder einmal.
Ihr Verstand war von Sexhormonen vernebelt. Sie waren inzwischen zu verwöhnt in Bezug auf hautnahe, feuchte, heiße Intimität. Sobald eine Barriere einmal gefallen war, war es schwer, sie wieder neu zu errichten.
Bei Gott, sollte sie sich je ein Baby wünschen, wäre Bruno der Mann, den sie gern als seinen Vater hätte. Sie gehörten zusammen. Wenn das Schicksal aufhören würde, mit einem Vorschlaghammer auf sie einzudreschen, wäre alles gut. Das mit ihnen könnte funktionieren. Ein solches Szenario war für sie früher nicht mal ansatzweise vorstellbar gewesen, aber mit Bruno war alles möglich. Absolut alles.
Lily würde ihr Möglichstes dafür tun, um es wahr werden zu lassen. Sie würde alles geben.
Doch das machte das Timing nicht weniger grauenvoll, wenn man die jüngsten Ereignisse bedachte. Und sie selbst verhielten sich deswegen nicht weniger verantwortungslos und töricht.
Lily hangelte mit den Zehen nach der Decke und zog sie hoch, um sie beide zuzudecken. Sie spielte kurz mit dem Gedanken, nach unten zu gehen und sich zu waschen, aber ihre Beine waren zu kraftlos. Wahrscheinlich würde sie die Treppe runterfallen und sich den Hals brechen. Ihr Körper war von einem pulsierenden, inneren Licht erfüllt. Die wunden Stellen, die sie sich im Verlauf der letzten Tage zugezogen hatte, waren empfindlich, doch das innere Licht überstrahlte den Schmerz.
Sie legte sich nahe an Bruno heran und schaute ihn einfach nur an. Er war so schön, dass ihr die Worte fehlten. Seine fein geschwungenen dunklen Brauen, die winzigen Lachfältchen in seinen Augenwinkeln, die edle Form seiner Nase, seine markante Wangen- und Kieferpartie, sein sexy Bartschatten, seine sinnlichen Lippen. Ihre Augen bekamen nicht genug von ihm, egal, wie lange sie ihn betrachtete.
Er schlief tief und fest, aber das war egal. Sie sagte es trotzdem, und zwar laut. »Ich liebe dich auch.«
Bruno rührte sich nicht. Ihr Bekenntnis zählte technisch gesehen nicht, weil der Adressat es nicht hörte, darum würde sie es ihm morgen früh noch einmal ins Gesicht sagen. Sie würde es immer wieder sagen. Sie würde es schreien und singen. Es verlieh ihr neue Kraft und nährte ihre Hoffnung, dass sie vielleicht doch siegreich aus dieser teuflischen Schlacht hervorgehen könnte. Sie wollte einer Zukunft entgegenblicken, die realer und schöner und lebenswerter war, als sie sich je hätte erträumen lassen. Es war möglich. Alles schien auf einmal möglich zu sein.
Lily fing an zu lachen, dann schluchzte sie unter der Decke, und ihre Tränen versickerten im Laken. Alle Achtung. Sie hatte sich tatsächlich in eine heulende Optimistin verwandelt. Sexhormone bewirkten wahre Wunder.
Und die Liebe natürlich. Und die Liebe.
21
Das kleine Kind machte ihn nervös.
Bruno saß hibbelig am
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