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Flammen der Rache

Flammen der Rache

Titel: Flammen der Rache Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Shannon McKenna
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eingerichtet«, sagte King. »Habt ihr einen Mitschnitt von Parrs und Ranieris Gespräch dort?«
    »Selbstverständlich«, antwortete Hobart. »Ich schicke es Ihnen unverzüglich.«
    King legte auf und konzentrierte sich wieder auf Ranieris ausdrucksstarkes Gesicht, seinen trotzigen Widerstand. Wirklich bewundernswert. Ranieri entwickelte sich zu einem würdigen Gegner. Auch wenn King keinen großen Wert auf einen Gegner legte, so war es eben, wie es war.
    Er betrachtete das Bild circa eine Minute, bevor ein leises, musikalisches
Pling
aus dem Lautsprecher ihm mitteilte, dass die Audioaufnahme der Unterhaltung zwischen Paar und Ranieri im Diner von vor drei Tagen eingetroffen war. Er konnte es nicht erwarten, sie sich anzuhören, trotzdem drückte er ein weiteres Mal fast zwanghaft auf »Wiedergabe«.
    Er sah zu, wie der junge Mann erneut mit ausgestrecktem Mittelfinger die Hand nach oben stieß. Die Geste war so klein und sinnlos und doch so wichtig.
    »Kämpfe, so viel du willst«, sagte King zum Monitor. »Du gehörst mir.«
    Lily fröstelte in der eiskalten Garage. Das einzige Licht drang aus der Tür zum Haus herein. Bruno und die McCloud-Brüder beluden den Geländewagen, den Kev nach seiner Rückkehr aus Neuseeland am Flughafen von Seattle angemietet hatte. Die Männer arbeiteten mit solch grimmiger Verbissenheit, dass sie sich überflüssig wie ein Staubkorn vorkam. Sie konnten nicht zwingend was dafür, trotzdem nervte es Lily.
    »Ich habe ein Recht darauf mitzukommen«, wiederholte sie. »Wir können uns beim Graben abwechseln. Ich kann dieses geothermische Gerät bedienen. Ich kann Wache halten. Ich kann den Abzug einer Schusswaffe betätigen. Bruno und Sean haben es gesehen. Na ja, zumindest gehört.«
    Die McClouds wechselten einen Blick, der unverhohlen die Botschaft übermittelte, wie froh sie waren, dass sie sich nicht mit Lily rumplagen mussten.
    Bruno schaute auf die Uhr. Punkt zehn. Es war vollständig dunkel. Der Plan sah vor, dass sie sich ohne Scheinwerfer davonstahlen und ein paar Kilometer mit Nachtsichtbrillen zurücklegten, in der Hoffnung, dem Satellitenauge dadurch ein Schnippchen zu schlagen. Erst dann würden sie die Scheinwerfer anschalten und zu einem weiteren anonymen, sich bewegenden Licht auf dem Highway werden. Sie würden wieder hoch zur Hütte fahren und noch vor Tagesanbruch zu Tonys berühmtem Pinkelbaum gehen. Zwei würden graben, die anderen drei Wache halten. Das war der beste Plan, der ihnen eingefallen war.
    Allerdings setzte er voraus, dass sie nicht in einen Hinterhalt gerieten.
    Lily hasste den Plan – genauer gesagt, hasste sie den Umstand, dass sie darin nicht vorgesehen war.
    Bruno seufzte gequält. »Nein«, beschied er ihr.
    Wut kochte in ihr hoch. »Darf ich dich daran erinnern, dass es nicht dein Problem ist, Ranieri? Es ist
unser
Problem. Was gibt dir die Befugnis, über mich zu bestimmen?«
    Kev, Davy, Connor und Sean McCloud einigten sich mittels männlicher Zeichensprache darauf, dass Lily Parr nicht alle Latten am Zaun hatte, bevor sie sich in stillschweigendem Einvernehmen in die Dunkelheit verdrückten.
    Brunos Mund war verkniffen. »Die Antwort ist simpel. Ist es dein Wagen? Nein. Kev hat ihn geliehen. Er bietet Platz für fünf Personen. Das sind die McClouds und ich. Glaubst du wirklich, ich würde einen von ihnen zurücklassen, um
dich
mitzunehmen? Das wird nicht passieren, Lily. Zu dieser Party bist du nicht eingeladen. Dumm gelaufen. Find dich damit ab.«
    Lily war so frustriert, dass sie Mühe hatte, nicht laut zu schreien. »Ich will dabei sein, wenn ihr dieses Medaillon findet. Ich
brauche
es.«
    »Gut möglich, dass wir überhaupt nichts finden.« Bruno packte mehrere neue, glänzende Schaufeln, an denen noch die Preisschilder hingen, und warf sie in den Kofferraum. Eine Tüte voller Lederhandschuhe folgte. »Ich sage dir, was du brauchst: eine sichere Umgebung, viel Schlaf, ein entspannendes Bad, literweise Flüssigkeit.«
    »Scheiß auf Schlaf und Flüssigkeitsaufnahme. Bisher habe ich nur zu dem Problem beigetragen! Jetzt will ich auch bei der Lösung helfen! Du kannst mich nicht hierlassen!«
    »Meinst du?« Seine Lippen zu einem flachen Strich zusammengepresst baute er sich vor ihr auf. »Ich bin fünfzehn Zentimeter größer und fünfzig Kilo schwerer als du. Das verschafft mir zwar keine Autorität, aber doch einen immensen Vorteil. Und den werde ich nutzen. Bedenkenlos.«
    »Du tust es schon wieder«, rief sie empört. »Du spielst dich

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