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Foundation 01: Meine Freunde, die Roboter

Foundation 01: Meine Freunde, die Roboter

Titel: Foundation 01: Meine Freunde, die Roboter Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Isaac Asimov
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wegen Einschränkungen, die uns die
Regierung auferlegt.«
    »Sie müssen die Dinge sehen, wie sie sind, Mr.
Robertson. Sie wissen selbst, daß die öffentliche Meinung
mehr und mehr gegen den Roboter eingestellt ist.«
    »Völlig zu Unrecht.«
    »Aber es ist eine Tatsache. Vielleicht wäre es das
klügste, die Firma zu liquidieren. Das ist natürlich nur
ein Vorschlag.«
    »Ihre Vorschläge haben Gewicht, Mr. Eisenmuth. Es ist
wohl kaum nötig, Sie daran zu erinnern, daß unsere
Großmaschinen vor einem Jahrhundert die ökologische Krise
beseitigt haben.«
    »Die Menschheit ist bestimmt dankbar dafür, aber das ist
eben schon sehr lange her. Wir leben inzwischen in Einklang mit der
Natur, wenn das auch manchmal unbequem ist, und die Vergangenheit ist
verschwommen, um nicht zu sagen, in Vergessenheit geraten.«
    »Soll das heißen, daß wir in letzter Zeit nichts
für die Menschheit getan haben?«
    »Ja, das soll es heißen.«
    »Aber Sie können doch nicht von uns erwarten, daß
wir so mir nichts, dir nichts liquidieren? Der Verlust wäre
unübersehbar. Wir brauchen Zeit.«
    »Wieviel Zeit?«
    »Wieviel Zeit können Sie uns zugestehen?«
    »Das hängt nicht von mir ab.«
    »Wir sind ohne Zeugen«, sagte Robertson leise. »Wir
brauchen uns gegenseitig nichts vorzumachen. Wieviel Zeit können
Sie mir zugestehen?«
    Eisenmuth setzte die Miene eines Mannes auf, der in Gedanken
schnell etwas überschlägt.
    »Sie können meiner Meinung nach mit zwei Jahren
rechnen«, sagte er schließlich. »Ich will ehrlich mit
Ihnen sein. Die Globalregierung beabsichtigt, die Firma zum Zwecke
der Schließung zu verstaatlichen, wenn Sie bis dahin nicht
selbst liquidiert haben. Wenn sich natürlich die
öffentliche Meinung aus irgendeinem Anlaß grundlegend
ändern würde, aber das halte ich für höchst
unwahrscheinlich…« Er schüttelte den Kopf.
    »Also zwei Jahre«, sagte Robertson leise.
     
    Robertson war allein. Er saß da, und seine Gedanken
flanierten. Seit vier Generationen waren die Robertsons
Hauptaktionäre und damit jeweils Vorstand des Aufsichtsrats
gewesen. Keiner von ihnen war Robotiker gewesen.
Persönlichkeiten wie Lanning und Bogert und vor allem Susan
Calvin hatten die US Robots zu der Firma gemacht, die sie war,
aber die vier Robertsons hatten das Klima geschaffen – das stand
fest –, das die Voraussetzung für ihr erfolgreiches
Schaffen gewesen war.
    Ohne die US Robots wäre das 21. Jahrhundert in eine
sich immer mehr verdichtende Katastrophe abgesunken. Daß dies
nicht eintrat, war den Maschinen zu verdanken, welche die Menschheit
während einer Generation durch die Stromschnellen und Strudel
der Geschichte gesteuert hatten.
    Und dafür gewährte man ihm jetzt zwei Jahre Gnadenfrist.
Wie sollten in einem Zeitraum von zwei Jahren unüberwindliche
Vorurteile aus der Welt geschaffen werden? Er wußte es
nicht.
    Harriman hatte hoffnungsvoll von neuen Ideen gesprochen, aber
keine Details geliefert, was insofern egal war, als Robertson sie
sowieso nicht verstanden haben würde.
    Aber was konnte Harriman schon dagegen tun? Was war jemals getan
worden, um die tiefe Abneigung des Menschen gegen seine Imitation zu
überwinden? Nichts.
    Robertson verfiel in einen dösenden Zustand, der ihm auch
keine Erleuchtung bescherte.

 
3
     
     
    »Du hast jetzt alles intus, George«, sagte Harriman.
»Alles, was auch nur im entferntesten mit dem Problem in
Zusammenhang steht. Was die reine Masse an Information angeht, so
hast du in deinem Gedächtnis mehr über den Menschen und
sein Wesen in Vergangenheit und Gegenwart gespeichert, als ich oder
irgendein Mensch an Wissen besitzen können.«
    »Das ist gut so«, sagte George Zehn.
    »Gibt es noch etwas, was du deiner Meinung nach
brauchst?«
    »Was die Information anbelangt, sehe ich keine Lücken.
Es ist möglich, daß es in den Randgebieten Dinge gibt, an
die nicht gedacht worden ist, ich kann es jedoch nicht mit Sicherheit
sagen. Das wäre in jedem Fall anzunehmen, ganz gleich, wie
groß der Informationsradius ist.«
    »Eben. Außerdem haben wir nicht die Zeit, den
Informationsradius bis ins Unendliche auszudehnen. Robertson sagt,
daß uns lediglich zwei Jahre zur Verfügung stehen, und ein
Viertel des ersten Jahres ist bereits verstrichen. Kannst du schon
irgendwelche Andeutungen machen?«
    »Im Moment noch nicht, Mr. Harriman. Ich muß die
gespeicherten Informationen abwägen, und für diesen Zweck
könnte ich Hilfe gebrauchen.«
    »Von mir?«
    »Nein. Speziell von Ihnen

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