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Galileis Freundin (German Edition)

Galileis Freundin (German Edition)

Titel: Galileis Freundin (German Edition) Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Gunter Tschauder
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dass wir Genug an Gründen haben, im ehrlichen Sinne unserer Kirche, dafür zu sorgen, dass Sittenstrenge, Keuschheit und die Ehrlichkeit an Kraft gewinnen.“
    „Wie steht es um den Leumund, verehrter Buondelmonti? Caterina ist die Tochter des allseits bekannten Staatssekretärs Curzio Picchena. Nicht wenige der edlen Herren, vom Granduca bis zu Senatoren, von Wissenschaftlern bis zu Künstlern ehren den verstorbenen Senator Curzio. Manch Glanz fällt ab auf seine Tochter. Allseits wird ihr ein guter Leumund nachgesagt. Mehr als nur ein Mensch wird nach Caterina fragen.“
    „Ihr seht, es ist an der Zeit, einen Quell des Ärgernisses aus der Welt zu schaffen.“
    „Wen seht ihr, Monsignore Buondelmonti, als die Quelle, allen Übels an?“
    „Hochverehrte Eminenz, mein bescheidenes Priesterherz wagt nicht zu sagen, dass der wahre Quell eines jeglichen Menschen Unglück die Frauen sind. Die Mutter Kirche sieht es lieber, wenn jede Frau sich in der Kirche in Bescheidenheit übt. Die Kirche hat der Frau geboten, sich aller Ämter zu enthalten. Mein Verstand geht nicht soweit, zu behaupten, wie manch ein stre n ger Mönch und gar mancher Heiliger sich brüsteten , die Frau an sich sei schon eine Sünde.
    „Und nicht gar, dass jede von ihnen eine Sünde wert ist.“
    Giancarlo lachte so angestrengt aus vollem Hals, dass sein Kopf rot wie ein Radieschen wurde. Er schlug sich laut brüllend auf seine Oberschenkel, die schamvoll unter seinem Talar versteckt waren.
    Buondelmonti kannte die Anwandlungen seines Herren, über alle Scherze laut zu lachen, wenn nur eine Frau dabei im Spiele war. Dennoch war der Pfaffe sehr verwirrt, den Kardinal so au s gelassen über Weiber palavern zu hören.
    „Die Frau an sich, Monsignore, so sagtet ihr, ist nicht von Natur aus Sünde. Obwohl, mein Freund, obwohl..“, Giancarlo schien erneut einen Lachkrampf zu bekommen.
    Schnell griff der Pfarrer ein.
    „Die Frau an sich, so meine ich, ist nicht schon Sünde. Doch gibt es Frauen, die sind eher eine Sünde wert als andere, ach nein, was sag ich da, Eminenz, das ist nicht meine Rede ...“ , ve r haspelte sich Alessandro Buondelmonti.
    Jetzt war es an Giancarlo, verblüfft auf seinen Pfarrer zu schauen. Erneut lachte er lauthals und unverschämt.
    „Ich meine doch nur, mein hoch verehrter Kirchenvater, es gibt Frauen, die sind eher der Sünde zugeneigt, ich will damit sagen, sie sündigen mehr als andere.“
    Der gestrenge Pfarrer fühlte sich vor seinem Kardinal recht unsicher. Er schaute verschämt zur Erde.
    „Ja, ja, mein Buondelmonti“, der Kardinal lachte immer noch aus vollem Herzen.
    „Es gibt tatsächlich Frauen, die mehr Verführungen genießen als andere. Doch will ich die Ernsthaftigkeit eurer Rede nicht bezweifeln. Also freiweg hinaus mit euren Sorgen. Wer ist das veführerische Weib in Florenz, um das sich selbst der Pfarrer von Santa Maria dell’Impruneta Sorgen macht?“
    „Die Sorgen mach ich mir um Moral und Sitte.....“
    „....um die Ehre eures Hauses und um das Erbe. Doch zurück zu eurer Sittenstrenge und zu euren Vorschlägen. Auch mir sind manche Liederlichkeit und manch ein Gerücht nicht ang e nehm. Ein schnelles Ende würde allen, euch, mir und vor allem der Mutter Kirche dienlich sein. Also, frei heraus, Monsignore. Was schlagt ihr vor, Hochwürden? Wie kann das Leid, das vie l fältig auf euch geladen ist, von euch genommen werden?“
    „Von mir und meiner Familie und von euch Eminenz, muss der besudelte Name rein gewaschen werden. Schickt die Treulose in die Abgeschiedenheit eines einsamen Klosters, aus dem sie niemals wird entfliehen können.“
    Giancarlo dachte eine Augenblick lang nach.
    „Die Idee ist gut, Hochwürden Buondelmonti. Es muss etwas Züchtigeres her.“
    Der Kardinal wiegte nachdenklich sein Haupt. Er stützte sein Kinn in die linke Hand. Seine Augen wurden enger und enger, dass gar dem von Ferne beobachtenden Pagen angst und bange wurde.
    Die Stimme des Kardinals klang hart wie ein Hammerschlag auf festem Metall.
    „Gut, gut“, bewertete er seine eigenen Gedanken. „Das ist sehr gut.“
    Dann fuhr er mit kalter Stimme fort.
    „Ich kenne da ein gutes Kloster, mein verehrter Buondelmonti. Dort in der Abgeschiedenheit wird die Witwe Zeit und Muße haben, sich ganz und gar auf den wahren Herren, unseren Gott, für immer einzustellen. Ich denke, ich werde den Granduca überzeugen.“
    „Verratet mir doch dies Geheimnis, welch edles Kloster ihr für die störrische Braut entdeckt

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