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Gefaehrliche Verstrickung

Gefaehrliche Verstrickung

Titel: Gefaehrliche Verstrickung Kostenlos Bücher Online Lesen
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sein.«
    Adrianne hätte darüber lächeln können, aber dann sah sie ihre Großmutter und mit ihr einige jüngere Frauen sich die Tränen aus den Augenwinkeln tupfen.
    »Die Dokumente sind unterschrieben«, fuhr Abdu fort. »Der Preis ist festgesetzt. Die Zeremonie wird heute in einer Woche stattfinden. Inshallah.«
    Philip spürte, wie sich ihre Finger in seiner Hand verkrampften. Ihr Kopf schloss hoch, und für die Dauer von zwei Herzschlägen brodelte der Vulkan in ihren Augen. Dann senkte sie wieder ihren Blick und nahm die gutgemeinten Wünsche für eine glückliche Ehe und reichen Kindersegen entgegen.
    Sie hatten immer noch kein Wort miteinander gewechselt, als sich Adrianne zusammen mit den anderen Frauen zurückzog, um in der Abgeschiedenheit des Harems und außer Blickweite der Männer ihre Verlobung zu feiern.
    Adrianne hatte schlechte Träume und warf sich unruhig im Bett hin und her. Die Träume waren unklar. Einer blendete sich formlos in den anderen ein und ließ sie mit einem Gefühl von Unwohlsein und Schmerz zurück. Sie hatte gehofft, erschöpft in einen tiefen Schlaf sinken zu können. Nach all den Plaudereien über Hochzeitskleider und Hochzeitsnächte muss te sie völlig erschöpft sein. Aber ein Schlaf, in dem sie schlechte Träume verfolgten, war keine Erholung.
    Als sich eine Hand über ihren Mund legte, fuhr sie im Bett hoch; eine Hand umklammerte einen Arm, die andere suchte verzweifelt Halt.
    »Ruhig«, flüsterte ihr Philip direkt ins Ohr. »Wenn du schreist, werden mich deine Verwandten bei lebendigem Leib zerstückeln.«
    »Philip!« Eine Woge der Erleichterung durchflutete sie. Ihre Arme schlangen sich um seinen Hals. Er ließ sich mit ihr aufs Bett niedersinken und erstickte ihr Murmeln mit seinen Lippen. Das war es, wonach er sich den ganzen Abend gesehnt, wonach er sich verzehrt hatte. Er hatte nicht gewusst , dass sich sein Verlangen binnen weniger Stunden derart steigern und die Sorge um sie wie ein Mühlstein auf seinen Schultern lasten könnte.
    »Ich bin beinahe verrückt geworden«, raunte er ihr ins Ohr. »Hab' mich gefragt, wann ich dich endlich sprechen und dich berühren kann. Ich will dich, Addy.« Er knabberte zärtlich an ihrem Ohrläppchen. »Jetzt.«
    Mit einer gewisperten Zustimmung vergrub sie ihre Finger in seinem Haar. Im nächsten Moment stieß sie ihn von sich weg und setzte sich auf. »Verdammt noch mal. Was machst du hier? Weißt du nicht, was passiert, wenn sie dich hier finden?«
    »Ich habe dich auch vermißt.«
    »Das ist kein Scherz. Gleich neben den Suks finden immer noch öffentliche Hinrichtungen statt.«
    »Ich habe nicht vor, wegen dir meinen Kopf zu verlieren.« Er nahm ihre Hand und zog sie an seine Lippen. »Auf jeden Fall nicht mehr, als ich davon ohnehin schon verloren habe.«
    »Du bist ein Dummkopf«, hauchte sie, und ihr Puls wurde schwach.
    »Ein Romantiker.«
    »Das kommt aufs gleiche raus.« Die Laken von sich werfend, kroch sie aus dem Bett. »Du muss t von hier verschwinden, und zwar schnell.«
    »Zuerst werden wir ein paar Takte miteinander reden. Adrianne, es ist drei Uhr morgens. Jeder hier im Palast liegt, mit Lammbraten und Granatäpfeln vollgestopft, in tiefem Schlaf.«
    Sie ließ sich wieder aufs Bett plumpsen. Fünf Minuten nur, davon würde die Welt schon nicht untergehen, beruhigte sie sich. Und es tat so gut, ihn neben sich zu wissen. »Wie bist du in die Frauengemächer gelangt?«
    »Durch den Tunnel.« Er hatte recht. Er konnte ihr Muttermal im Dunkeln finden.
    »Großer Gott, Philip, wenn man dich gesehen hätte...«
    »Hat man aber nicht.«
    »Willst du mir bitte zuhören?«
    »Bin ganz Ohr.«
    »Und Hände.« Sie schlug sie weg. »Es ist schon dumm genug, deinen zugewiesenen Flügel zu verlassen, aber hier...« Sie unterbrach sich, um seine geschickten, flinken Finger abzuwehren, die an den Knöpfen ihres Nachthemdes nestelten. »Wie hast du mein Zimmer gefunden?«
    »Ich hab' da so meine Methoden.«
    »Philip.«
    »Ein kleiner Peilsender an deinem Kosmetikkoffer.«
    Mit einem empörten Zischen stand sie auf und baute sich vorm Bett auf. »Du bist zu lange bei Interpol gewesen. Wenn du diese Angelegenheit wie einen Spionageroman handhabst, wirst du tatsächlich deinen Kopf verlieren.«
    »Ich muss te dich einfach sehen. Muss te mich versichern, dass es dir gutgeht.«
    »Das weiß ich ja zu schätzen, aber es war ausgemacht, dass du wartest, bis ich dich kontaktiere.«
    »Willst du unsere kostbare Zeit mit langweiligen

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