Gefaehrliche Verstrickung
Diskussionen darüber verschwenden?«
»Nein?« Die Lampe anzuknipsen wollte sie nicht riskieren, doch sie zündete zwei Kerzen an. »Ich glaube, in Anbetracht von Abdus Kabinettstückchen sind einige klärende Worte tatsächlich angebracht.«
»Es tut mir leid, dass dich diese Neuigkeit wie ein Blitz aus heiterem Himmel getroffen hat. Es war leider unmöglich, dich zu warnen.«
»Laß uns lieber überlegen, was wir in dieser Sache unternehmen können.«
»Was können wir schon dagegen tun?« Die Spur von Selbstgefälligkeit in seiner Stimme entging ihr nicht. »Ich habe bereits unterschrieben. Ich bezweifle ernsthaft, dass es uns gelingen wird, in weniger als einer Woche das Kollier zu stehlen und ungesehen das Land zu verlassen.«
»Da magst du recht haben.« Sie setzte sich wieder hin und versuchte noch einmal, wie schon den ganzen Abend, die Sache zu durchdenken. »Ich frage mich schon die ganze Zeit, ob er einen Verdacht hegt und deshalb die Hochzeit so schnell wie möglich über die Bühne bringen will?«
»Ob er vermutet, dass seine Tochter ei ner der Meisterdiebe dieses Jahrhunderts ist?«
Fragend runzelte sie die Stirn. »Einer?'
»Ich bin schließlich auch noch da, Lie bling « Er hob ihren Schleier auf und ließ den duftigen Stof f durc h seine Finger fließen. »Ich kann mir nicht vorstellen, das Abdu dir auf die Schlic he kommen sollte, wenn du Interpol all die Jahre so erfolgreich hast an der Nase herumführen können. Ist es nicht wahrscheinlicher, dass er bei den Hoch z eitsv orbereitungen mitmischen möchte?«
»Aus rein väterlicher Gefühlsduselei? W ohl kaum.«
»Nein, Addy, denk doch mal nach.« E r sa g te dies betont freundlich, denn ihre Stimme hatte ein en gereizten Klang angenommen. »Ich vermute, es ist eher e ine Frage von Stolz und Image.«
Sie blieb eine Weile ruhig sitzen und ver suchte das Gefühl der Bitterkeit zu unterdrücken. »Ja, das klin g t glaubhaft. Beides ist ihm enorm wichtig.« Sie drehte den Diamantring an ihrem Finger. »Und was machen wir jet zt «
»Sag du es mir.« Er warf den Schleiei beiseite. »Das alles war doch deine Idee.«
»Du läufst aber Gefahr, in eine missliche Lage zu geraten.«
»Eine Lage, in die zu bringen ich mich bereits entschlossen hatte, falls du dich erinnern möchtest. I ch habe ohnehin vor, dich zu heiraten. Ob hier oder in Lon d on ist mir völlig, gleichgültig.«
Noch nie in ihrem Leben hatte sie si c h so umzingelt gefühlt. »Du weißt, was ich darüber denke! «
»Das weiß ich sehr gut. Also?«
Adrianne drehte weiterhin an ihrem Rin g und grübelte über ihre Situation nach. »Eigentlich ist es nichts weiter als eine Zeremonie. Keiner von uns beide n ist Moslem, also brauchen wir sie auch nicht ernst zu nehmen «
»Eine Hochzeit ist eine Hochzeit.«
Das hatte sie sich auch schon gesagt, » si cher, aber wir können das Spiel getrost mitspielen. Eine mosle mische Ehe kann auch nach moslemischen Gebräuchen wi eder aufgelöst werden. Sobald wir wieder zu Hause sind, kannst du dich von mir scheiden lassen.«
Amüsiert setzte sich Philip neben sie aufs Bett. »Und aus welchen Gründen?«
»Du bist ein Mann, du brauchst keine Gründe zu nennen. Alles, was du tun muss t, ist, dreimal Ich verstoße dich zu sagen, und die Scheidung ist vollzogen.«
»Wie praktisch.« Er suchte nach einer Zigarette, ließ es dann aber bleiben. »Und danach bin ich nur um vier Kamele ärmer.«
»Das hat er für mich verlangt? Vier Kamele?« Mit einem gezwungenen Lachen verschränkte sie die Arme vor ihrer Brust.
»Ich habe hart verhandelt, wie du gesagt hast, aber ich habe keine Ahnung, ob er mich übers Ohr gehauen hat.«
»Oh, nein, das war ein gutes Geschäft für dich. Für eine lahme Drittfrau hättest du mehr bezahlt.«
»Adrianne...«
»Er hat mich damit beleidigt, nicht dich.« Sie schüttelte seine Hand ab. »Das ist mir egal oder wird mir egal sein, wenn ich Sonne und Mond in Händen halte. Vier Kamele oder vierhundert - Tatsache ist, dass ich verkauft und gekauft wurde.«
»Wir müssen uns doch nur seinen Regeln beugen, solange wir hier sind.« Zärtlich strich er ihr eine Haarsträhne hinters Ohr. »In einigen Wochen werden wir...« Im Schein der flackernden Kerzen trat ihre Wunde noch sichtbarer hervor. »Wie bist du dazu gekommen?«
»Durch Aufrichtigkeit.« Sie versuchte ein Lächeln, doch das gefror ihr in den Mundwinkeln. Der Ausdruck seiner Augen ließ ihr den Mund trocken werden.
»Er hat dir das angetan?« Er
Weitere Kostenlose Bücher