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Gefaehrten der Finsternis

Titel: Gefaehrten der Finsternis Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Chiara Strazzulla
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erklärte er. »Was willst du wissen?«
    »Die Sache ist ganz einfach, Ferlandan«, erwiderte Rabba Nix. »Mein Begleiter hier«, er deutete auf Slyman, »sucht sechs junge Ewige, die sich die Rebellen nennen …«
    »Der Bund der Rebellen«, verbesserte ihn Slyman, der jetzt zum ersten Mal den Mund öffnete, seit sie das Lokal betreten hatten.
    »Bund der Rebellen also«, bestätigte Rabba Nix. »Wisst ihr was über die?«
    Ferlandan lächelte finster. »Kann sein«, meinte er dann. »Aber ich brauche ein paar Einzelheiten. Und außerdem, weißt du, Rabba Nix, mein Gedächtnis ist auch nicht mehr das Beste.«
    Rabba Nix schnaubte geräuschvoll. »Hör auf mit diesem Theater, Ferlandan. Ich kenne dich doch.« Er zog unter seinem Umhang einige Goldmünzen hervor und warf sie auf den Tisch. »Reichen die, um deinem Gedächtnis wieder auf die Sprünge zu helfen?«
    »Schon«, sagte Ferlandan und gab dem Mann mit den kupferfarbenen Haaren ein Zeichen, sodass der die Münzen hastig einsteckte. Jeder am Tisch hörte, wie die Münzen klingend in einen anscheinend schon ziemlich gut gefüllten Beutel fielen. »Aber sieh mal, mein Alter, da wäre noch ein kleines Problem.«
    »Und das wäre?«, fragte Rabba Nix seufzend, während der letzte Rest eines Lächelns von seinem spitzen kleinen Gesicht verschwand.
    »Also, ich kenne dich, aber deinen Freund nicht«, erklärte Ferlandan. »Obwohl man einem Ewigen und dann einem so jungen und auch noch vornehmen im Allgemeinen vertrauen kann, bleibt doch die Tatsache, dass jemand, wenn er hierherkommt, in irgendeine, sagen wir mal, nicht ganz saubere Sache verwickelt sein muss. Also, du verstehst … Wie kann ich sicher sein, dass er diese Rebellen in guter Absicht sucht und nicht vielleicht, weil er sie umbringen will? Und wie könnte ich ihm diese Informationen,
die er braucht, wirklich reinen Gewissens geben, wenn ich keine Sicherheiten habe?«
    Slyman war sprachlos angesichts so viel Falschheit. Es war mehr als offensichtlich, dass diesen Mann nichts weniger interessierte als Moral - dass es ausschließlich sein eigener Gewinn war, um den es ihm ging. Er schaute wieder zu Rabba Nix. Was würde der jetzt tun? Dem Mann noch mehr Geld geben?
    Zu seiner Überraschung wandte sich Rabba Nix an ihn. »Nun denn«, zischte er zwischen zusammengepressten Zähnen. »Bitte, Slyman, gib ihm diese Sicherheiten.«
    Slyman riss erstaunt die Augen auf. Welche Sicherheiten konnte er denn geben, wenn er noch nicht einmal wusste, wie seine Eltern hießen?
    »Deine Referenzen«, wiederholte Rabba Nix und zwinkerte ihm zu.
    Slyman schien zu begreifen. Mit zitternden Händen nahm er sich die Ohrringe ab und legte sie auf den Tisch. »Hier«, sagte er. »Das sind sie.«
    Der jüngere Mann mit den kupferroten Haaren nahm die Ohrringe und musterte sie lange prüfend im schwachen Licht der Kerzenstummel. Schließlich wandte er sich an Ferlandan. »Das sind ein paar hübsche Stücke, denke ich. Hundert Prozent reines Gold, eine sehr schöne Handarbeit. Wirklich erstklassige Arbeit. Elbenkram eben, was für vornehme Herren. Ich schätze, sie sind sehr wertvoll. Sagen wir, wenn du sie für dreihundert Heller verkaufst, ist das ein Drittel vom wirklichen Wert«, verkündete er fachmännisch.
    Ferlandan setzte ein zufriedenes Lächeln auf und entblößte dabei gelbe Zähne. »Sehr gut, mein Junge, du hast uns genügend Beweise für deine guten Absichten gegeben«, entschied er. »Schauen wir mal, was ich für dich tun kann.Wen suchst du noch mal genau?«
    »Sie nennen sich der Bund der Rebellen«, erwiderte Slyman
mit unsicherer Stimme. Der durchdringende Blick des Mannes beunruhigte ihn und darüber hinaus störte ihn die Vorstellung, dass jeder hören konnte, was sie sagten. »Das sind fünf junge Ewige und ein nicht sehr hochgewachsener Halbsterblicher mit dunklen Haaren, der wie ein Sterblicher aussieht. Es heißt, sie seien zum Druidenkreis unterwegs.«
    »Fünf Elben und ein Halbsterblicher, unterwegs zum Druidenkreis, und sie nennen sich also Rebellen«, wiederholte Ferlandan für sich. »Mortron, weißt du etwas darüber?«
    Der Mann mit den goldbraunen Haaren verdrehte die Augen. »Und ob ich was weiß«, antwortete er. »Vor knapp einer Stunde hat mir ein geschwätziger Pixie eine wilde Geschichte erzählt. Er hat mir berichtet, wie es ihn und seine Truppe teuer zu stehen kam, dass sie einer Schar Elben, genau wie sie unser junger Freund hier beschreibt, ans Leder wollten. Er sagte, das war keine gute

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