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Gefahrenzone (German Edition)

Gefahrenzone (German Edition)

Titel: Gefahrenzone (German Edition) Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Tom Clancy
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Liaoning, war aus Hainan ins Südchinesische Meer ausgelaufen. Dabei wurde er von einer ganzen Flotte von Raketenfregatten, Zerstörern, Tankschiffen und anderen Versorgungsschiffen begleitet.
    »Sie lassen die Muskeln spielen, aber das Ganze ist doch eine eher jämmerliche Veranstaltung«, sagte der Verteidigungsminister.
    »Was soll daran jämmerlich sein?«, fragte Ryan.
    »Auf diesem Flugzeug träger gibt es überhaupt keine Flugzeuge«, antwortete Burgess.
    »Was?«, rief Jack verblüfft.
    »Er führt etwa 25 Kampf- und Transporthubschrauber mit, aber die Chinesen verfügen nicht über eine einzige trägertaugliche Kampf fl ugzeug -Staffel. Diese Einsatzfahrt der Liaoning ist ...« Er zögerte. »Eigentlich wollte ich sagen, reine Show, aber ganz so ist es natürlich nicht. Sie wird bestimmt Angriffe starten und Menschen töten. Sie ist nur kein echter Flugzeug träger, weil sie nicht über das entsprechende Potenzial verfügen.«
    »Ich habe den starken Verdacht, dass die chinesischen staatlichen Medien irgendwie vergessen werden, zu erwähnen, dass dieser Flugzeugträger keine echten Flugzeuge an Bord hat«, sagte Ryan.
    »Davon können Sie ausgehen, Mr. President«, sagte Kenneth Li. »Die meisten Chinesen wird es mit heißem Stolz erfüllen, dass die Liaoning ausgelaufen ist, um ihrem Vaterland die Herrschaft über das Südchinesische Meer zu sichern.«
    »Hat es über der Taiwan-Straße noch weitere Vorfälle gegeben?«, wollte Ryan als Nächstes wissen.
    »Nicht seit dem Angriff auf die Viraat, aber das wird bestimmt nicht so bleiben«, erwiderte Burgess. »Über der Straße herrschte in den letzten Tagen schlechtes Wetter. Das war wohl eher der Grund als ein Gefühl auf Seiten der Chinesen, dass sie zu weit gegangen sein könnten.«
    Ryan wandte sich wieder an Botschafter Li. »Wenn Sie Ihr Bauchgefühl befragen, was hier wirklich vor sich geht, was würde es Ihnen dann antworten, Ken?«
    »Der Angriff auf die Viraat hatte nur wenig mit dem Konflikt zwischen China und Indien, sondern weit mehr mit dem Konflikt zwischen China und den Vereinigten Staaten zu tun«, erwiderte der amerikanische Botschafter in China.
    »Er war also ein Signal an unsere Navy«, sagte Ryan. »Ein Signal an mich.«
    Li nickte. »Ein Signal, das sagen sollte: ›Halte dich raus!‹«
    »Die Tötung von mehr als zweihundert armen Seelen kann man wirklich als lautes und deutliches Signal bezeichnen.«
    Li stimmte zu.
    »Wei wendet sich also direkt an uns, er fordert uns auf, uns nicht in Sachen einzumischen, die uns nichts angehen«, sagte Ryan. »Worauf zielen sie ganz speziell ab, wenn sie uns auf diese Weise drohen? Nur auf unseren Flugzeugträger?«
    »Teilweise zielen sie auf unser stärkeres Engagement in dieser Region ab, zum Großteil aber auf unsere ›Kontaktschuld‹, wie man vor Gericht sagen würde. Unsere Verbündeten in dieser Region, und das sind praktisch alle Anrainerstaaten des Südchinesischen Meers, betonen immer wieder ihre guten Beziehungen zu uns und gehen davon aus, dass wir sie im Falle eines Konflikts mit China auf jeden Fall beschützen werden. Diese Einstellung ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht gerade hilfreich. Konfrontationen zwischen chinesischen und philippinischen Schiffen, die fast zu einer bewaffneten Auseinandersetzung geführt hätten, haben in letzter Zeit stark zugenommen. Dasselbe gilt für Indonesien und Vietnam.«
    »Sind die Chinesen wirklich der Meinung, dass ihnen das gesamte Südchinesische Meer gehört?«
    »Das sind sie tatsächlich«, sagte Li. »Sie unternehmen alles, um mithilfe ihrer ständig zunehmenden Macht das chinesische Hoheitsgebiet zu erweitern. Sie möchten die vietnamesische, philippinische, indonesische und indische Marine aus einem Seegebiet vertreiben, das sie als ihr eigenes Territorium betrachten. Dabei ist ihnen das Völkerrecht ziemlich schnuppe. Gleichzeitig heizen sie mit ihren Luft-Luft-Angriffen die bewaffneten Auseinandersetzungen in und über der Taiwan-Straße immer weiter an.«
    Li hörte zu reden auf, aber Ryan merkte, dass er noch etwas auf dem Herzen hatte.
    »Heraus mit der Sprache, Ken. Ihre Meinung ist für mich äußerst wichtig.«
    »Chinas Hegemonialansprüche sind nicht der einzige Grund für den gegenwärtigen Konflikt. Mr. President, Sie sollten auf keinen Fall die starke Animosität der höchsten militärischen Führungsriege gegen Sie persönlich unterschätzen.«
    »Sie wollen mir also klarmachen, dass sie mich hassen wie die

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