Bücher online kostenlos Kostenlos Online Lesen
Georgette Heyer

Georgette Heyer

Titel: Georgette Heyer Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Junggesellentage
Vom Netzwerk:
gut
mir Bridlington getan hat, als ich kränklich war.»
    «Oh,
Charlotte! Arme Charlotte! Ich glaube gerne, daß es für sie das beste sein
wird. Wann reist sie ab, Ma'am?»
    «Nun, meine
Liebe, ich glaube, ich bringe sie diese Woche hin», sagte Mrs. Underhill
nervös. «Es hat keinen Sinn, hierzubleiben, wo sie doch müde ist. Und da
Cousine Matty mich immer bittet, sie doch zu besuchen und Charlotte mitzubringen,
habe ich mich bei Seiner Lordschaft entschuldigt und auch bei Arthur, daß ich
leider die Redoute verschieben muß.»
    «Meine
Redoute verschieben?» rief Tiffany. «O nein, Sie können nicht so grausam sein,
Ma'am!»
    «Es tut mir
schrecklich leid, meine Liebe, aber du kannst keine Party haben, wenn ich nicht
hier bin, nicht wahr? Das wäre unpassend.»
    «Aber Sie müssen hier sein, Tante! Schicken Sie doch die Nurse oder Ancilla mit Charlotte!
Oh, bitte, tun Sie es doch!»
    «Ich hätte
keine Ruhe, wenn ich das arme Lämmchen ohne mich gehen ließe, und ich würde
auch keinen Sinn für eine Redoute oder irgendeine Party aufbringen. Aber es ist
kein Grund, sich aufzuregen, meine Liebe, denn ich habe nicht die Absicht,
länger als eine Woche fortzubleiben;
das heißt, wenn es Charlotte gutgeht und wenn sie gerne bei Cousin George und
Tante Matty bleiben will, was sicher der Fall sein wird. Aber sie nahm mir das
Versprechen ab, daß ich mit ihr fahren werde, und ich hätte es auch gar nicht
anders gewollt.»
    «Wie kann
sie so abscheulich selbstsüchtig sein!» rief Tiffany, rot vor Zorn. «Läßt Sie
versprechen, mit ihr zu fahren, wenn sie doch weiß, daß ich Sie brauche!
Sie können sich darauf verlassen, sie tat es aus Bosheit, nur um mir die
Redoute zu verderben!»
    Arthur
blickte verblüfft auf, aber Lindeth schaltete sich ein: «Es ist doch ganz
natürlich, daß sie bei ihrer Mutter sein möchte, finden Sie nicht?»
    «Nein»,
antwortete Tiffany böse, «denn sie hätte lieber Ancilla bei sich. Oh, ich weiß,
was wir tun werden! Ancilla wird an Ihrer Stelle die Hausfrau spielen, Tante!
Famos! Es wird herrlich!»
    Aber Mrs.
Underhill war standhaft und lehnte diese Anregung ab. Da sie jedoch
Sturmsignale in Tiffanys Augen aufleuchten sah, wollte sie die Enttäuschung
mildern und versprach, die Redoute sofort nach ihrer Heimkehr aus Bridlington
abzuhalten. Aber Tiffany stampfte mit dem Fuß, erklärte, daß sie es hasse, wenn
etwas aufgeschoben werde, und wunderte sich, daß ihre Tante auf Charlottes
Dummheiten hereinfalle.
    «Ich
glaube, sie könnte ganz gesund sein, wenn sie wollte. Aber sie will interessant
sein, was ich ganz unsinnig finde, und das werde ich ihr sagen!»
    «Also, das
ist zuviel!» protestierte Arthur entsetzt. «Entschuldige, aber – aber – das
solltest du nicht sagen!» Und zögernd fügte er hinzu: «Obwohl auch ich mich
sicher gut unterhalten hätte, gibt es Leute, denen so etwas nicht gefällt. Nun,
Mrs. Chartley wird Patience nicht erlauben zu kommen, und – um die Wahrheit zu
sagen – Mama läßt meine Schwestern auch nicht gehen. Nicht zu einer
Mondscheinparty im Garten!»
    «Also, habe
ich dir nicht gesagt, es wäre nicht das richtige?» rief Mrs. Underhill aus.
    «Wer
kümmert sich darum, ob sie kommen oder nicht?» rief Tiffany wütend. «Wenn sie
lieber muffig sind – ich verspreche, es nicht zu sein!»
    Arthur
wurde rot und erhob sich, um sich zu verabschieden. Mrs. Underhill drückte,
sehr verlegen, herzlich seine Hand und warf ihm einen vielsagenden Blick zu.
Tiffany hingegen wandte sich ab und sagte, er sei genauso muffig wie seine Schwestern.
    «Ich muß
auch gehen», sagte Lindeth. «Bitte, sagen Sie Charlotte, wie leid es mir tut zu
hören, daß sie sich nicht wohl fühlt, und sie soll, wenn sie im Meer badet,
achtgeben, daß nicht eine Krabbe sie ins Bein kneift! Kommst du, Laurie?»
    «Oh, warte
nicht auf mich! Ich habe mir gedacht, Miss Wield, wir könnten vielleicht eine
Gesellschaft zusammenstellen, um statt auf der Redoute auf einer Veranstaltung
in Harrogate zu tanzen. Würden Sie es gestatten, Ma'am? Natürlich mit Miss
Trent oder einer älteren Dame, wenn man eine dazu bewegen könnte?»
    Tiffanys
Augen hellten sich auf, aber Mrs. Underhill blickte unglücklich drein und
sagte zaudernd: «Du meine Güte! Nein, nein, schlagen Sie so etwas nicht vor,
Mr. Calver, das ist genau das, was Mr. Burford – das ist Tiffanys Onkel und
Vormund, wie Sie wissen – nicht wünscht. Sie ist noch nicht bei Hofe
vorgestellt, und er erlaubt nicht, daß sie in

Weitere Kostenlose Bücher