Gezeiten der Begierde - Jordan, N: Gezeiten der Begierde - To tame a dangerous lord/Courtship-Wars 5
Brust, das sie auf dem Hocker neben der Wanne bereitgelegt hatte, und schirmte ihren bloßen Oberkörper vor Raynes Blicken ab. Er ahnte nicht einmal, was sie mit ihm vorhatte, und Madeline wollte sich möglichst lange unschuldig geben.
»Es tut mir leid, dass ich mich verspäte«, entschuldigte sie sich, während er die Tür schloss, »aber ich bin noch nicht ganz fertig. Das warme Wasser ist so herrlich. Macht es dir etwas aus, noch ein paar Minuten zu warten?«
Sie sah ihn mit großen Augen an, auch wenn ihr vor lauter Aufregung beinahe schwindlig war. Raynes Blick hingegen war durchdringender als gewöhnlich.
»Nein, es macht mir nichts aus«, sagte er und setzte sich auf den Hocker.
»Beabsichtigst du, mir zuzusehen?«
»Du brauchst nicht schüchtern zu sein. Ich habe all deine lieblichen Reize bereits gesehen, weißt du nicht mehr?« Auf ihr Zögern hin fügte er amüsiert hinzu: »Mit einem Handtuch kannst du schlecht baden.«
»Stimmt.« Ihr entfuhr ein nervöses Lachen, und sogleich schalt Madeline sich. Fanny hatte sie über unzählige Stunden geschult, da sollte sie es doch wohl besser beherrschen, die Femme fatale zu mimen!
»Nun gut«, murmelte sie und warf das Handtuch beiseite.
Sie fühlte seinen heißen Blick auf ihren glänzenden Brüsten.
Madeline erlaubte sich ein winziges Lächeln. Nachdem sie nunmehr seine ungeteilte Aufmerksamkeit hatte, war es Zeit, den Einsatz zu erhöhen.
Sie verlagerte ihre Position, stützte sich auf ein Knie auf und griff über den hohen Rand der Wanne in den Korb auf dem Boden, aus dem sie einen Seifenriegel nahm. Mit der edlen Seife sank sie wieder zurück ins Wasser, allerdings nur bis zur Hüfte. Sehr langsam strich sie mit der Seife über ihre nackten Schultern, dann ihren Hals hinab und zwischen ihre nassen Brüste.
»Diese Seife ist sündhaft weich und wohltuend auf der Haut. Sie ist aus Frankreich, nicht wahr?«
»Ich weiß nicht«, antwortete Rayne. »Bramsley kauft alles ein, was im Haushalt gebraucht wird.«
Bildete sie es sich ein, oder klang seine Stimme belegt, als er fragte: »Brauchst du meine Hilfe? Möchtest du, dass ich dir den Rücken schrubbe?«
»Danke, aber ich kann es allein.«
Rayne beobachtete sie weiter aufmerksam beim Einseifen. Nach einer kurzen Weile jedoch brach er das Schweigen.
»Etwas an dir ist anders. Und es ist nicht nur das neue Kleid.«
»Ich befolgte deinen Rat und frisiere mein Haar modischer.«
Im Moment war ihr Haar zu einem losen Knoten auf ihrem Kopf aufgesteckt, aus dem sich mehrere feuchte Locken um ihr Gesicht kringelten.
»Es steht dir sehr gut.«
Madeline errötete absichtlich ob seines Kompliments. »Ich gestehe, dass es mir Freude bereitet, ein wenig besser auszusehen. Was du nicht verstehen wirst, denn du warst immer schön.«
»Schön?«, wiederholte Rayne belustigt.
»Für einen Mann bist du auffallend schön.«
Sie sah, wie sein Mundwinkel zuckte. »Und du bist viel zu unsicher, was dein Aussehen betrifft, meine Süße.«
Was nicht ganz der Wahrheit entsprach. Bis sie Rayne begegnete, hatte sie nie weiter über ihre Erscheinung nachgedacht, denn es gab keinen Mann, dem sie gefallen wollte. »Für dich ist es leicht, Aussehen als unbedeutend abzutun. Du musstest dich nicht mit dem Mangel plagen, unscheinbar zu sein.«
»Du bist nicht mehr unscheinbar.«
»Danke«, antwortete sie. »Aber ich denke, dir kommt es auch zugute. Wenn du mich anziehender findest, fällt es dir weniger schwer, dein Ziel zu erreichen.«
»Mein Ziel?«
»Einen Erben zu zeugen. Ist das nicht der Grund, aus dem du mich geheiratet hast?«
»Teils.«
»Dann sollten wir die Gelegenheit vielleicht nutzen. Du hast bewiesen, dass man den Liebesakt in einer Kutsche vollziehen kann. Ginge es auch in einer Badewanne?«
»Möchtest du, dass wir uns hier und jetzt vereinen? «
Sie zuckte nur mit den Schultern. »Es war lediglich ein Vorschlag. Ich vermute, dass es länger dauert, ein Kind zu zeugen, solange wir getrennte Schlafzimmer haben und du mich bloß gelegentlich in meinem besuchst. Aber ich möchte meinen Teil des Handels erfüllen, Rayne.«
Madeline hörte ihren Herzschlag, als sie auf seine Antwort wartete. Sie wollte Rayne wahrlich gern ein Kind schenken, doch im Moment würde sie sich schon damit zufriedengeben, seine Leidenschaft zu wecken.
Sie senkte die Stimme und ergänzte: »Ich betrachte es als meine Pflicht, den Liebesakt mit dir zu vollziehen. «
»Deine Pflicht«, wiederholte er matt.
»Eine
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