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Green, Simon R. - Todtsteltzers Rückkehr

Green, Simon R. - Todtsteltzers Rückkehr

Titel: Green, Simon R. - Todtsteltzers Rückkehr Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: PacTys
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verteidigen,
hätte sich jedoch geweigert. Angeblich besäßen die
Todtsteltzers geheime Informationen über den
Verbleib des seit langem verlorenen Owen Todtsteltzer, lehnten es jedoch ab, diese entscheidende Information weiterzugeben, bis sie bekamen, was sie
wollten: eine offizielle Amnestie für Lewis und seine
Krönung zum König an Douglas’ Stelle. Einem echten König, sogar einem Imperator. Finn hätte sich
natürlich zu Recht geweigert, dieser Erpressung
nachzugeben, und nun müsste man den Clan zwingen, seine Kenntnisse offen zu legen, ehe der Schrecken von neuem zuschlug. In seiner Rede attackierte
James den gesamten Clan, besonders aber dessen
derzeitige Oberhäupter: Roland und Laura Todtsteltzer, die Eltern des Gesetzlosen Lewis.
    Die imperiale Flotte hatte schon Sternenkreuzer im
Orbit um Virimonde stationiert. Sie warteten nur auf
den Befehl des Parlaments, um gewaltige Streitkräfte
hinabzuschicken und notfalls mit Gewalt die Macht
über die Todtsteltzerburg an sich zu reißen. Roland
und Laura Todtsteltzer und so viele ihrer Familienangehörigen wie möglich sollten verhaftet werden,
um alles geheime Wissen zu offenbaren, über das sie
verfügten, falls sie ihr Leben retten wollten. Das Parlament brüllte vor Begeisterung, und der Befehl wurde erteilt. Angst ist ein mächtiges Motiv. Vielleicht
wäre es anders gelaufen, wäre nur König Douglas als
Stimme der Vernunft zur Stelle gewesen, aber er war
verrückt geworden und ein Mörder und erwartete in
Haft seinen Prozess.
    Der Clan Todtsteltzer reagierte sofort mit einer
Stellungnahme, in der er jede Kenntnis von Owens
Schicksal bestritt, aber niemand hörte zu. Und zu
diesem Zeitpunkt lief bereits die Landung der Truppen.
    Sie stießen vorsichtshalber in gepanzerten Pinassen
hinab und erstickten mit ihrer Zahl förmlich die Landeplätze von Virimondes zentralem Raumhafen. Von
dort war es nur ein kurzer Marsch zur Todtsteltzerburg. Sie ragte über einer hohen, zerklüfteten Felswand auf, eingerahmt vom anrennenden Ozean im
Rücken und einer weitläufigen Ebene vor dem
Haupteingang. Die Angriffstruppen marschierten in
großer Zahl vor dem geschlossenen Haupttor auf,
und die Ebene war angefüllt mit ihren eifrigen, brutalen Gesichtern und den Reihen ihrer Energiewaffen.
Sie trugen Kreuze der Militanten Kirche auf den Gefechtspanzerungen, und jeder von ihnen war in der
Wolle gefärbter Anhänger der Reinen Menschheit.
Finn hatte diese Soldaten gut ausgesucht – eingefleischte Fanatiker, die sich auch vom vernünftigsten
Argument nicht überzeugen ließen. Sie standen unter
dem Kommando des Paragons Lola Martinez, die
besessen war von der Überesperin Kreischende Stille, und diese war erpicht, sich nach ihrer panischen
Flucht von Herakles IV frisch zu beweisen.
    Lola war groß und gertenschlank, und das feuerrote Haar fiel ihr in Wellen bis auf die Taille und wurde durch ein silbernes Filigranstirnband aus dem Gesicht fern gehalten. Die Körperpanzerung war verziert mit uralten Runenzeichen, die sie letztlich doch
nicht geschützt hatten. Sie trug ihren stolzen Purpurmantel und einen breiten flappenden Hut, der
schräg über ein Auge gezogen war. Sie lächelte und
lachte viel, auch ohne erkennbaren Grund, und sie
zeigte ein Licht in den hellgrünen Augen, das sogar
die abgehärteten Sturmsoldaten motivierte, ihr nicht
zu nahe zu kommen. Alle sprangen jedoch auf jeden
ihrer Befehle hin. Sie war Finns Stimme auf Virimonde.
    Leider war die Todtsteltzerburg dazu konstruiert
worden, ganze Armeen abzuwehren. Sie war riesig
und klotzig, die massiven Außenmauern mehr als
drei Meter dick. In ihrer Lage auf einem Gebirgsvorsprung war sie nur frontal anzugreifen, und die zahlreichen Fensterschlitze, die Abwehrfeuer ermöglichten, gestalteten die freie Ebene zu einem Todesgelände für die angreifende Streitmacht. Es war vielleicht eine alte Burg, aber sie war ausgerüstet mit
modernsten Verteidigungsanlagen, darunter Strahlenkanonen und Abwehrkraftfelder; und jeder Angehörige des Clans Todtsteltzer war von Kindesbeinen
an für ein Kriegerleben ausgebildet, zur Ehre und
zum Gedenken an ihren größten Krieger, den seligen
Owen.
    Finn scherte sich nicht darum. Er erteilte über Lola
Martinez den Angriffsbefehl, und seine Truppen
stürmten auf der Ebene vor. Vernichtendes Feuer aus
der Burg streckte sie nieder, aber sie waren eine Armee von Eiferern und stürmten einfach immer weiter
an; die Soldaten sangen ihre

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