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Grün war die Hoffnung

Grün war die Hoffnung

Titel: Grün war die Hoffnung Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: T.C. Boyle
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vollen Ladung Einkäufe im Rucksack den Portrero Hill hinunterzischte. I don’t care how rich you are, I don’t care what you’re worth – er warf den Kopf in den Nacken, ging jetzt richtig mit, sagenhaft gut drauf, als auf einmal die Platte mit einem Quietschen abbrach und irgend jemand beinahe übergangslos einen säusligen, selbstbeweihräuchernden Raga auflegte, der nach nichts als Zwangsonanie klang. »Scheißdreck«, sagte er, »das hasse ich. Nein, das hasse ich wirklich.«
    Marco nahm ihm mit zwei blutigen Fingern den Joint aus dem Mund. »Was haßt du? Ravi Shankar?«
    »Nein – ich meine, doch. Scheiße, ja! Das ist der totale Dreck. Aber was ich meine: wenn man gerade auf einen Song voll abfährt, du weißt schon, und irgendwer kommt einfach ...« Er wedelte mit der Hand, mit seinem blutigen Messer, wie um zu sagen: Du weißt doch, was ich meine , und Marco wußte es, denn er nickte mitfühlend, brauchst gar nicht weiterzureden.
    Sie lauschten der erblühenden Sitar und den Tablas, die dahinter pladderten wie Regen auf einem Blechdach. Marco kauerte sich neben Ronnie, inhalierte und behielt den Rauch lange drin, dann nahm er einen ordentlichen Schluck aus der Flasche. Das Bier blubberte gelblich, inzwischen war es warm wie Pisse mit Kohlensäure drin, aber als Marco ihm die Flasche reichte, schloß Ronnie die Lippen um die Öffnung und warf den Kopf nach hinten. Die Messer zuckten, die Fliegen surrten. Sie versuchten jetzt, Steaks herauszuschneiden, aber es war ein Lernprozeß für beide. »Du hast eine gute Stimme«, sagte Marco.
    »Ach ja? Hat’s dir gefallen? Ich meine, da hab ich ja nur bei einer Platte mitgesungen. Du hättest mich mal mit dieser Band hören sollen, bei der ich damals in New York beinahe mitgemacht hätte – ich meine, ich hab ein paarmal auf Proben bei denen gesungen, der Gitarrist und ich, wir waren echt gut drauf, und mit dem Drummer bin ich auf die Highschool gegangen ...« Er erzählte eine Weile so weiter, und es kam gut, er dachte an Baracca und Herlihy und die übrigen Typen in der Band, an das Gefühl zu fliegen, das er jedesmal empfunden hatte, wenn er am Mikro stand, mit der vollen Elektroenergie der Band hinter sich und Eddie Herlihys Stimme, die sich um seine eigene schlängelte wie zwei Schlagadern desselben Körpers. Wie konnte er das jemals erklären? Ja, sicher, und dazu das ganze Äitsch, das sie sich dabei gedrückt hatten, in Tütchen zu drei oder fünf Dollar, die sie von den Schwarzen auf der Rückseite der zugenagelten Ladenfronten in der Innenstadt kriegten: kurz die Qualität kosten, dann aufkochen und spritzen, einfach nur, um runterzukommen von der ausgeflippten Musik, und das war echt eine Bruderschaft gewesen, die Bruderschaft der Spritze; und diese Spritze hatte irgendwer seiner Krankenschwester-Mutter geklaut, und das Ding war schon so stumpf, daß man es sich regelrecht in den Arm rammen mußte ...
    »Also, was glaubst du?« sagte Marco. »Sollten wir das restliche Fleisch räuchern – hast du das schon mal probiert? Oder wir salzen es ein. Soweit ich weiß, kann man’s auch mit Salz haltbar machen.«
    »Wie wär’s einfach mit der Tiefkühltruhe?«
    »Träumst du? Die ist doch vollgestopft mit lauter Tofuzeug und sechs Sorten Eiskrem und Keksteig und an die fünfzig Eiswürfelbehältern. Wenn wir da noch drei Steaks reinquetschen können, ist das ein Wunder. Also, ich weiß ja nicht, wie viele heute abend Fleisch essen wollen – aber ich würde mal sagen, grillen wir erst mal soviel wie möglich.«
    »Alles klar!« sagte Ronnie, und er malte sich die Szene bereits aus: aufsteigender Qualm wie bei einem Waldbrand, der süße Duft nach Fleisch, vielleicht noch einen Joint zum Entspannen und um den Appetit anzuregen, und alle würden vor dem Grill Schlange stehen mit ihren Blechnäpfen und einem lächerlich kleinen Häufchen Reis und Gemüse drauf – sogar Alfredo –, und Pan, der großmütige Pan, der Jäger und Sammler, das stärkste Glied der Kette, der Mann der Stunde, er würde ihnen Fleisch servieren.
    Nur war es dann doch schon fast stockdunkel, bis die Holzkohlen genug Glut hatten, um die Steaks darauf zu grillen, ohne einen Großbrand auszulösen, und Ronnie, der inzwischen ziemlich jenseits von Gut und Böse war, ließ die Schwarte krachen. Ein bißchen Salz, ein bißchen Pfeffer, einen Klecks der berühmten Grillsauce à la Pan (zwei Teile Ketchup, ein Teil Senf, Knoblauchpulver ad libitum und schließlich zehn Sekunden lang die

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