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Harrison, Kim - Hollows 7 - Blutkind

Harrison, Kim - Hollows 7 - Blutkind

Titel: Harrison, Kim - Hollows 7 - Blutkind Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: jo
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Aufenthalte im Krankenhaus oder wenn ich krank zu Hause im Bett lag. Viele hatten Namen und die Persönlichkeiten von Freunden, die es nicht geschafft hatten, das Krankenhaus zu verlassen und ein letztes Mal den Wind auf dem Gesicht zu spüren. Ich hatte sie nicht mitgenommen, als ich ausgezogen war, was auch gut war. Sie hätten die große Salztunke von’06
    nicht überlebt.
    Mein Puls raste, als ich die Kiste zu dem Loch im Boden trug. »Fang«, sagte ich und ließ sie fallen, als Robbie aufsah.
    Er reagierte nicht schnell genug, und die Kiste knallte lautstark gegen die Wand. Ich wartete nicht auf seinen bösen Blick, 464

    sondern wirbelte herum, um die nächste zu holen. Robbie war hoch gekommen, als ich mich wieder umdrehte. »Geh mir aus dem Weg«, sagte ich und starrte seine wegen der niedrigen Decke gebückte Gestalt böse an.
    »Rachel.«
    Er bewegte sich nicht, und solange ich nicht nach unten auswich, indem ich durch die Decke brach, war ich gefangen.
    »Ich wusste immer, dass du ein Arsch bist«, sagte ich und zog meine Kraft aus Jahren der Frustration. »Aber das ist erbärmlich. Du kommst zurück und hetzt sie auf und überzeugst sie, zu dir und deiner neuen Frau zu ziehen. Ich bin diejenige, die sie zusammengehalten hat, nachdem Dad gestorben ist, nicht du. Du bist verschwunden und hast mich hier zurückgelassen, um irgendwie mit ihr fertigzuwerden. Ich war dreizehn , Robbie!«, zischte ich und versuchte, ruhig zu bleiben, scheiterte aber. »Wie kannst du es wagen, hierherzukommen und sie mir wegzunehmen, gerade jetzt, wo sie sich wieder gefangen hat.«
    Robbies Gesicht war rot. »Halt den Mund.«
    »Nein, halt du den Mund«, blaffte ich. »Sie ist glücklich hier. Sie hat ihre Freunde, und hier sind all ihre Erinnerungen.
    Kannst du uns nicht einfach in Ruhe lassen? Wie du es früher getan hast?«
    Robbie nahm mir die Kiste ab und stellte sie neben sich.
    »Ich habe gesagt, halt den Mund. Sie muss aus genau den Gründen hier raus, die du gerade genannt hast. Und sei nicht so selbstsüchtig, sie hierzubehalten, wenn sie endlich den Mut findet, es zu tun. Siehst du sie gern so?«, fragte er und zeigte in Richtung der Küche unter uns. »Wie sie sich kleidet wie eine alte Frau? Wie sie redet, als wäre ihr Leben schon vorbei? Das ist nicht sie. Ich erinnere mich an sie, bevor Dad gestorben ist, und diese alte Frau ist nicht sie. Sie ist bereit, Dad gehen zu lassen. Lass sie.«
    Ich verschränkte die Arme vor der Brust.
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    »Ich nehme sie dir nicht weg«, meinte er sanfter. »Du hast sie zusammengehalten, als Dad gestorben ist. Ich war ein Feigling. Ich war dumm. Aber wenn du sie jetzt nicht gehen lässt, dann bist du der Feigling.«
    Mir gefiel nicht, was ich da hörte, weil er wahrscheinlich Recht hatte. Ich schaute zu ihm auf. Mein Gesicht war zu einer hässlichen Grimasse verzogen, aber so fühlte ich mich eben gerade.
    »Sie will näher bei Takata sein«, sagte er, und ich schnaubte angewidert. Sicher, ihn musste er auch noch mit reinziehen.
    »Sie will näher bei Takata sein, und Takata kann nicht in Cincinnati leben«, sagte er. »Sie hat keine Freunde hier. Nicht wirklich. Und dir hat sie es zu verdanken, dass sie ihre Zauber nicht mehr verkaufen kann - jetzt, wo du gebannt worden bist.«
    Mein Gesicht wurde ausdruckslos. »Ihr … ihr wisst davon?«
    Er sah kurz zu Boden, dann fing er meinen Blick wieder ein.
    »Ich war bei ihr, als sie es rausgefunden hat. Sie wollen ihr nichts mehr verkaufen, nichts mehr von ihr kaufen. Sie könnte genauso gut selbst gebannt worden sein.«
    »Das ist nicht fair.« Mein Magen tat weh.
    Robbie drehte sich zur Seite, stemmte eine Hand in die Hüfte und legte die andere an die Stirn. »In Gottes Namen, Rachel.
    Du bist gebannt worden!«
    Verlegen wich ich zurück. »Ich … Ich wusste nicht, dass sie
    …«, stammelte ich. Dann fiel mir auf, dass er den Spieß umgedreht hatte, und hob das Kinn. »Ja. Weil ich mit Dämonen rede.«
    Robbie sog zischend Luft ein und schaute auf mein Handgelenk mit der Dämonennarbe.
    »Okay«, gab ich zu. »Und vielleicht, weil ich mit ihnen Handel abschließe, wenn ich dazu gezwungen bin. Und ich ha-be einige Zeit im Jenseits verbracht. Mehr als die meisten.«
    »Aha.«
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    »Und in einem Dämonengefängnis«, fügte ich mit einem Hauch von Schuldbewusstsein hinzu. »Aber das war ein Auftrag für Trent Kalamack. Er war auch da. Niemand ist sauer auf ihn.«
    »Noch etwas?«, spottete mein Bruder.
    Ich verzog das Gesicht. »Du

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