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Harry Potter - Gesamtausgabe

Harry Potter - Gesamtausgabe

Titel: Harry Potter - Gesamtausgabe Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Joanne K. Rowling
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schwirrte aus dem Fenster und verschwand.
    Harry wandte sich Hedwig zu.
    »Fühlst du dich fit für eine lange Reise?«, fragte er.
    Hedwig ließ ein vornehmes Tröten hören.
    »Könntest du das hier zu Sirius bringen?«, sagte er und hob seinen Brief hoch.
    »Wart mal … ich muss ihn nur kurz zu Ende schreiben.«
    Er entfaltete das Pergament noch einmal und setzte hastig einen Nachsatz hinzu.
    Falls du Verbindung mit mir aufnehmen willst, ich bin für den Rest der Ferien bei meinem Freund Ron Weasley. Sein Dad hat uns Karten für die Quidditch-Weltmeisterschaft besorgt!
    Den fertigen Brief band er an Hedwigs Bein; sie hielt ungewöhnlich still, als wäre sie entschlossen, ihm zu zeigen, wie eine echte Posteule sich benehmen sollte.
    »Ich bin bei Ron, wenn du zurückkommst, ja?«, erklärte ihr Harry.
    Sie kniff zutraulich in seinen Finger, spannte dann mit einem leisen Rascheln ihre mächtigen Flügel und schwebte durchs offene Fenster davon.
    Harry sah ihr nach, bis sie verschwunden war, kroch dann unter sein Bett, riss das lose Dielenbrett hoch und holte ein großes Stück Geburtstagskuchen hervor. Auf dem Boden sitzend und essend genoss er in vollen Zügen das Glücksgefühl, das ihn durchströmte. Er hatte Kuchen und Dudley hatte nichts als Grapefruit; es war ein strahlender Sommertag, morgen würde er aus dem Ligusterweg verschwinden, seine Narbe fühlte sich wieder völlig normal an und er würde die Quidditch-Weltmeisterschaft sehen. In diesem Moment war es schwer, sich wegen irgendetwas Sorgen zu machen – und sei es Lord Voldemort.

 
Zurück zum Fuchsbau
    Am nächsten Tag um zwölf hatte Harry seinen Koffer gepackt, mit den Schulsachen und allem anderen, was er wie seinen Augapfel hütete – dem Tarnumhang, den er von seinem Vater geerbt, dem Besen, den ihm Sirius geschenkt hatte, und der magischen Karte von Hogwarts, die ihm Fred und George Weasley letztes Jahr überlassen hatten. Er hatte alles, was noch zu essen übrig war, aus dem Versteck unter dem losen Dielenbrett geholt, noch einmal alle Ecken und Winkel seines Zimmers nach vergessenen Zauberbüchern oder Schreibfedern abgesucht und den Kalender von der Wand genommen, auf dem er immer gerne die Tage bis zur Rückkehr nach Hogwarts am ersten September durchgestrichen hatte.
    Im Ligusterweg Nummer vier herrschte Hochspannung. Die bevorstehende Ankunft gleich mehrerer Zauberer machte die Dursleys reizbar und nervös. Onkel Vernon hätte fast der Schlag getroffen, als er von Harry erfuhr, dass die Weasleys am nächsten Nachmittag um fünf kommen würden.
    »Du hast diesen Leuten hoffentlich geschrieben, sie sollen sich anständig anziehen«, knurrte er. »Ich hab ja gesehen, was für Klamotten dieses Pack trägt, mit dem du dich abgibst. Die sollten wenigstens so höflich sein und sich richtig einkleiden, basta.«
    Harry schwante Unheil. Er hatte Mr oder Mrs Weasley kaum einmal in Sachen gesehen, welche die Dursleys als »anständig« bezeichnen würden. Ihre Kinder mochten während der Ferien Muggelsachen tragen, doch Mr und Mrs Weasley trugen meist lange Umhänge in mehr oder weniger zerschlissenem Zustand. Harry scherte sich nicht darum, was die Nachbarn denken würden, doch er fürchtete, die Dursleys könnten grob zu den Weasleys sein, wenn sie bei ihnen aufkreuzten wie ihr Wirklichkeit gewordener Alptraum von einer Zaubererfamilie.
    Onkel Vernon trug seinen besten Anzug. Manche hätten dies als eine schöne Geste verstanden, doch Harry wusste, dass Onkel Vernon nur Eindruck schinden und die Weasleys einschüchtern wollte. Dudley hingegen wirkte ein wenig gestutzt. Nicht etwa, weil die Diät endlich Wirkung gezeigt hätte, sondern weil ihn die Angst umtrieb. Dudley hatte bei seiner letzten Begegnung mit einem ausgewachsenen Zauberer einen geringelten Schweineschwanz verpasst bekommen, der aus dem Hosenboden hervorlugte, und Tante Petunia und Onkel Vernon hatten ihn für teures Geld in einer Londoner Privatklinik entfernen lassen müssen. Daher war es nicht sonderlich überraschend, dass Dudley sich ständig mit der Hand über den Hintern fuhr und an den Wänden entlang von einem Zimmer ins andere rutschte, um dem Feind ja keine Zielscheibe zu bieten.
    Das Mittagessen war eine recht stumme Angelegenheit. Dudley protestierte nicht einmal gegen das, was auf den Tisch kam (Hüttenkäse mit geraspeltem Sellerie). Tante Petunia aß überhaupt nichts. Sie hatte die Arme verschränkt und die Lippen geschürzt und schien auf ihrer Zunge herumzukauen,

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