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Herr des Chaos

Herr des Chaos

Titel: Herr des Chaos Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Robert Jordan
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Omerna. Sie werden streng bewacht, ihnen ist nicht gestattet, mit irgend jemandem zu reden, und sie werden unverzüglich aus Amadicia abgeschoben.«
    »Wenn ich widersprechen darf, mein kommandierender Lordhauptmann, aber ihre Dienste sind die Gerüchte wert, die sie hier vielleicht verbreiten. Sie bleiben gewöhnlich unter sich. Und ganz abgesehen von ihrem Nutzen für mein Agentennetz würde es ein beachtliches Prestige bringen, ein Gildehaus der Feuerwerker in Amador zu haben. Es wäre im Augenblick sowieso das einzige. Das Gildehaus in Cairhien wurde aufgegeben, und ich bin überzeugt, das trifft auch für jenes in Tanchico zu.«
    Prestige! Niall rieb sich das linke Auge, um ein unfreiwilliges Zucken des Augenlids zu unterdrücken. Es hatte keinen Zweck, zornig auf Omernas Worte zu reagieren, aber die Zurückhaltung kostete ihn Mühe. Die Morgenhitze brachte sein Temperament langsam, aber sicher zum Überkochen. »Sie bleiben allerdings unter sich, Omerna. Sie wohnen mit den anderen ihrer Gilde zusammen, reisen gemeinsam mit ihnen und sprechen nicht mit anderen. Habt Ihr vor, Eure Agenten Mitglieder der Feuerwerker heiraten zu lassen? Sie heiraten kaum jemals außerhalb der Gilde, und es gibt keine Möglichkeit Feuerwerker zu werden, wenn man nicht in die Gilde hineingeboren wurde.«
    »Ach so. Na ja, sicher läßt sich da ein Weg finden.« Nichts konnte diese Fassade von Selbstbewußtsein und Gelassenheit zum Abbröckeln bringen.
    »Es wird so gemacht, wie ich gesagt habe, Omerna.« Der Mann öffnete doch tatsachlich schon wieder den Mund, aber Niall kam ihm gereizt zuvor: »Wie ich befohlen habe, Omerna! Ich will nichts mehr davon hören! Welche Neuigkeiten habt Ihr heute sonst noch für mich? Welche wichtige Neuigkeiten? Das ist Eure Aufgabe. Nicht, für Ailron Feuerwerke vorzubereiten.«
    Omerna zögerte, wollte offensichtlich noch einmal für seine kostbaren Feuerwerker plädieren, aber schließlich sagte er nur bedeutungsschwanger: »Die Berichte über die Drachenverschworenen in Altara sind mehr als bloße Gerüchte, wie es scheint. Und vielleicht befinden sie sich auch schon in Murandy. Der Befall ist noch gering, wird aber wachsen. Ein harter Schlag zu dieser Zeit könnte sie und die Aes Sedai in Salidar gleichzeitig...«
    »Bestimmt Ihr jetzt die Strategie der Kinder? Sammelt Informationen, aber überlaßt mir deren Gebrauch. Was habt Ihr sonst noch für mich?«
    Der Mann reagierte auf den Themenwechsel mit einer gelassenen Verbeugung. Omerna beherrschte sich ausgezeichnet; das war vielleicht seine größte Stärke. »Ich habe gute Nachrichten. Mattin Stepaneos ist bereit, sich Euch anzuschließen. Er zögert noch, das bekanntzumachen, aber meine Leute in Illian berichten, daß er diesen Schritt bald unternehmen wird. Sie sagen, er sei begierig darauf.«
    »Das wäre ja bemerkenswert erfreulich«, sagte Niall trocken. Bemerkenswert allerdings. Unter den Flaggen und Wimpeln in den Nischen des Raumes hing Mattin Stepaneos Flagge mit den Drei Leoparden in Silber auf Schwarz gleich neben der Königlichen Standarte Illians, den neun mit Goldfäden auf grüne Seide gestickten Bienen. Während der ›Unruhen‹ hatte sich der illianer König von Illian schließlich durchgesetzt, zumindest was den von ihm erzwungenen Vertrag betraf, mit dem die Grenze zwischen Amadicia und Altara wieder auf den ursprünglichen Verlauf festgeschrieben wurde; aber Niall bezweifelte, daß der Mann jemals vergessen würde, wie er trotz der günstigeren Ausgangsstellung und der Überzahl an Soldaten bei Soremaine geschlagen und gefangengenommen worden war. Hätten die ›Getreuen‹ Illians nicht solange standgehalten, daß der Rest des Heeres Mails Falle entkommen konnte, wäre Altara jetzt ein Lehen der Kinder des Lichts, und höchstwahrscheinlich Murandy und vielleicht sogar Illian ebenfalls. Schlimmer noch, Martin Stepaneos hatte eine Hexe aus Tar Valon zur Ratgeberin, auch wenn er diese Tatsache leugnete und sie verborgen hielt. Niall hatte ihm eine Verhandlungsdelegation geschickt, weil er nicht wagte, eine Möglichkeit auszulassen, aber wenn Mattin Stepaneos sich ihm freiwillig anschlösse, wäre das wirklich bemerkenswert. »Fahrt fort. Und faßt Euch kurz. Ich habe einen harten Arbeitstag vor mir, und Euren schriftlichen Bericht kann ich noch später durchlesen.« Trotz dieser Anweisungen gab Omerna lang und breit alles wieder, und das mit seiner klangvollen und so überzeugend klingenden Stimme. Al'Thor hatte seinen

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