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Herr des Chaos

Herr des Chaos

Titel: Herr des Chaos Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Robert Jordan
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schien es ernst zu meinen. Plötzlich merkte er, daß er sich fragte, wie Rand sich seine geistige Gesundheit bewahrte. Licht, er mußte sie sich bewahren, zumindest bis Tarmon Gai'don. Er trank einen großen Schluck gewürzten Wein, um den bitteren Geschmack in seinem Mund fortzuspülen. Wie konnte er so über einen Freund denken. »Rand, auch wenn du mich jetzt sofort im Stein von Tear absetzen könntest würde ich dennoch ablehnen. Ich muß hier in Caemlyn mit jemandem reden. Und ich würde gern Bode und die anderen treffen.«
    Rand schien nicht zuzuhören. Er warf sich in einen der vergoldeten Sessel und sah Perrin ausdruckslos an. »Erinnerst du dich, wie Thom immer mit all diesen Bällen jonglierte und es so leicht aussehen ließ? Nun, ich jongliere jetzt mit allem, wofür ich stehe, und es ist nicht leicht. Sammael in Illian, und nur das Licht weiß, wo die restlichen Verlorenen sind. Manchmal glaube ich nicht einmal mehr, daß sie die schlimmste Bedrohung sind. Aufrührer, die glauben, ich sei ein falscher Drache. Drachenverschworene, die glauben, Dörfer in meinem Namen anzünden zu können. Hast du von dem Propheten gehört, Perrin? Egal, er ist auch nicht schlimmer als alle anderen. Ich habe Verbündete, die einander hassen, und der beste Feldherr, den ich gegen die Illianer finden kann, hat nichts Besseres zu tun, als einen Angriff zu unternehmen und sich töten zu lassen. Elayne sollte mit etwas Glück in ungefähr eineinhalb Monaten hier sein, aber ich muß mich hier unmittelbar davor vielleicht um einen Aufstand kümmern. Licht, ich will ihr Andor vollständig übergeben. Ich dachte daran, sie selbst herzuholen, aber das wäre das Schlimmste, was ich tun könnte.« Er rieb sich mit beiden Händen übers Gesicht. »Das Allerschlimmste.«
    »Was sagt Moiraine?«
    Rands Hände senkten sich weit genug, daß er darüber hinwegblicken konnte. »Moiraine ist tot, Perrin. Sie hat Lanfear getötet und ist gestorben, und das ist das Ende der Geschichte.«
    Perrin setzte sich hin. Moiraine? Es schien nicht möglich. »Wenn Alanna und Verin hier sind...« Er drehte seinen Becher in den Händen. Er konnte sich nicht dazu überwinden, einer der beiden Frauen zu trauen. »Hast du sie um Rat gefragt?«
    »Nein!« Rand machte eine heftige Handbewegung. »Sie bleiben mir fern, Perrin. Das habe ich verlangt.«
    Perrin beschloß, Faile zu bitten herauszufinden, was von Alanna oder Verin zu erwarten war. Die beiden Aes Sedai verursachten ihm häufig Unbehagen, aber Faile schien gut mit ihnen zurechtzukommen. »Rand, du weißt genauso gut wie ich, daß es gefährlich ist, Aes Sedai zu verärgern. Moiraine hat sich um uns gekümmert - um dich ohnehin -, aber manchmal dachte ich, sie wäre bereit, Mat, mich und dich zu töten.« Rand schwieg, aber er schien zumindest zuzuhören. »Wenn auch nur ein Zehntel der Geschichten halbwegs stimmt, die ich seit Baerlon gehört habe, könnte dies der ungünstigste Zeitpunkt sein, den Zorn der Aes Sedai auf sich zu ziehen. Ich behaupte nicht zu wissen, was in der Burg vor sich geht, aber...«
    Rand schüttelte den Kopf und beugte sich dann vor. »Die Burg ist bis ins Innerste gespalten, Perrin. Die eine Hälfte glaubt, ich sei ein auf dem Markt käufliches Schwein, und die andere Hälfte... Ich weiß nicht, was sie genau denken. Ich habe drei Tage hintereinander Mitglieder ihrer Abordnung getroffen. Ich soll heute nachmittag wieder welche treffen, und ich kann sie noch immer nicht einschätzen. Sie stellen weitaus mehr Fragen, als sie beantworten, und scheinen nicht sehr erfreut darüber, daß ich ihnen auch nicht mehr Antworten geben will. Zumindest Elaida - sie ist die neue Amyrlin, falls du es noch nicht gehört hast - zumindest sagen ihre Leute etwas, auch wenn sie anscheinend glauben, ich wäre von den Hofknickse vollführenden Aes Sedai so beeindruckt, daß ich nicht zu tief graben würde.«
    »Licht!« keuchte Perrin. »Willst du damit sagen, daß sich ein Teil der Aes Sedai aufgelehnt hat und du dich zwischen die Burg und die Aufrührer gestellt hast? Zwei kampfbereite Bären, und du pflückst zwischen ihnen Beeren! Hattest du niemals das Gefühl, bereits genug Ärger mit den Aes Sedai zu haben? Bei Siuan Sanche haben sich meine Zehen in den Stiefeln gebogen. Du hast wenigstens gewußt, wie du zu ihr standest, aber mir gab sie das Gefühl, ein Pferd zu sein, bei dem sie zu entscheiden versuchte, ob es für einen langen, harten Ritt geeignet wäre, aber sie hat zumindest

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