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Herr des Chaos

Herr des Chaos

Titel: Herr des Chaos Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Robert Jordan
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natürlich, bis Demira ihr Einverständnis gab - und nahm dann seinen Platz ein. »Ich dachte, daß Ihr das Ziel wart...« Sie sah Merana und Berenicia stirnrunzelnd an. »Wollt Ihr Euch nicht setzen? Ich möchte keine Genickstarre bekommen, weil ich ständig zu Euch aufschauen muß.« Verin fuhr bereits fort, während sie noch Stühle neben das Bett stellten. »Da Ihr das Ziel wart, Demira, solltet Ihr bei der Entscheidung mitreden, wie Meister al'Thor seine Lektion lernen soll. Und anscheinend habt Ihr bereits damit begonnen.«
    »Ich denke...«, setzte Merana an, aber Verin unterbrach sie.
    »Gleich, Merana. Demira hat das Recht, zuerst Vorschläge zu machen.«
    Demira hielt den Atem an, während sie auf den Ausbruch wartete. Merana schien ihre Entscheidungen stets von Verin billigen lassen zu wollen, was unter den gegebenen Umständen nur allzu verständlich, wenn auch ungeschickt war, aber dies war das erste Mal, daß Verin die Sache in die Hand nahm. Zumindest das erste Mal vor anderen. Und doch sah Merana Verin einen Moment nur mit zusammengepreßten Lippen an und beugte dann den Kopf. Demira fragte sich, ob das bedeutete, daß Merana die Abordnung Verin überlassen würde. Sie schien jetzt keine andere Wahl mehr zu haben. Aller Augen wandten sich abwartend Demira zu. Verins Blick war besonders eindringlich.
    »Wenn wir wollen, daß er sich wegen unserer nächsten Unternehmungen sorgt, schlage ich vor, daß heute niemand zum Palast geht. Vielleicht ohne jegliche Erklärung, und wenn das zu hart ist, dann mit einer Erklärung, die er durchschaut.« Merana nickte. Und was nach der neuesten Entwicklung noch wichtiger war - Verin nickte ebenfalls. Demira beschloß, ein wenig mehr zu wagen. »Vielleicht sollten wir sogar mehrere Tage lang niemanden hinschicken, um ihn schmoren zu lassen. Ich bin sicher, daß wir es erfahren werden, sollte er hübsch aufgebracht sein, wenn wir Min beobachten...« Was auch immer sie zu unternehmen beschlossen - sie wollte Anteil daran haben. Es war immerhin ihr Blut gewesen, und nur das Licht wußte, wie lange sie jetzt ihre Nachforschungen in der Bibliothek unterbrechen mußte. Letzteres war fast ein genauso triftiger Grund, al'Thor eine Lektion zu erteilen, wie sein Vergessen, wer die Aes Sedai waren.

KAPITEL
47

    Die Wanderin
    M at wünschte sich einen ruhigen Ritt nach Ebou Dar, und in gewisser Weise wurde sein Wunsch erfüllt. Aber es ärgerte ihn dennoch sehr, mit sechs Frauen zu reisen, von denen vier noch dazu Aes Sedai waren.
    Sie erreichten den fernen Wald am ersten Tag, als die Sonne noch hoch am Himmel stand, und ritten mehrere Stunden unter einem hohen Baldachin überwiegend kahler Äste dahin, während totes Laub und trockene Zweige unter den Pferdehufen knirschten, bis sie unmittelbar vor Sonnenuntergang in der Nähe eines Stromes, der nur wenig Wasser führte, ihr Lager errichteten. Harnan, der Anführer der Rotte mit dem tätowierten Falken auf der Wange, sorgte dafür, daß die Reiter der Horde versorgt, die Pferde gestriegelt und angepflockt, Wachen aufgestellt und Feuer entzündet wurden. Nerim und Lopin liefen umher und jammerten darüber, daß sie keine Zelte mitgenommen hatten. Woher sollte ein Mann wissen, daß sie nächtelang auf dem Boden schlafen würden, wenn sein Herr nichts sagte. Und wenn sein Herr sich bei irgend etwas den Tod holte, wäre es nicht seine Schuld. Hager und kräftig, klangen sie wie Echos. Vanin kümmerte sich natürlich um sich selbst, obwohl er auch auf Olver achtete und Winds Hals striegelte, den der Junge nicht erreichen konnte, selbst wenn er den Sattel als Hocker benutzte. Jedermann kümmerte sich um Olver.
    Die Frauen teilten das Lager in einer Weise auf, daß ihr Bereich so abgeschieden war, als wäre er fünfzig Fuß entfernt. Eine unsichtbare Linie schien das Lager in zwei Hälften zu spalten, mit unsichtbaren Zeichen, die den Reitern bedeuteten, daß sie diese Linie nicht übertreten durften. Nynaeve und Elayne und die beiden weißhaarigen Frauen hatten sich mit Aviendha und der blonden Jägerin um ihr eigenes Feuer versammelt und schauten selten dorthin, wo Mat und seine Männer ihre Decken ausbreiteten. Bei der leisen Unterhaltung ging es, soweit Mat sie verstehen konnte, um Vandenes und Adeleas' Sorge, daß Aviendha ihr Pferd den ganzen Weg nach Ebou Dar führen wollte, anstatt zu reiten. Thom versuchte, ein Wort mit Elayne zu wechseln, und erhielt einen flüchtigen Schlag auf die Wange, bevor er zu Juilin und Jaem, dem

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