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Höhlenwelt-Saga 7 - Die Monde von Jonissar

Höhlenwelt-Saga 7 - Die Monde von Jonissar

Titel: Höhlenwelt-Saga 7 - Die Monde von Jonissar Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Harald Evers
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dessen, was sich ein paar hundert Ellen
über Xahoor abspielte, erkannte Ullrik mit Schrecken, dass der
Kampf letztlich in einer Katastrophe enden würde. Einen Herzschlag darauf raste Nerolaan mit einem halsbrecherischen Flugmanöver in fünfzig Schritt Höhe über ihn hinweg, dicht gefolgt
von dem Malachista. Als die Kiefer des Riesendrachen ein weiteres Mal krachend aufeinander schlugen, ließ sich Ullrik instinktiv
fallen. Nerolaan entkam ihm knapp. Augenblicke später waren die
beiden Abon’Shan über Ullrik, sie verfolgten den Malachista und
deckten ihn mit heißen Magien ein – wesentlich stärker als jene,
die sie über der Pilgrim gegen die Abon’Dhal gewirkt hatten.
Ullrik wurde klar, dass sie den Kampf damals längst nicht mit
aller Kraft geführt hatten; die Abon’Dhal waren die Vettern der
Abon’Shan, womöglich hatten sie einen wirklichen Krieg vermeiden und sie lediglich verjagen wollen. Gegen den Malachista warfen sie jedoch all ihre Kräfte in den Kampf – und es genügte
nicht. Die Bestie war gewaltig, und die Angriffe der vier kleineren
Drachen schienen ihm nicht viel anhaben zu können.
Auf dem Boden sitzend, verfolgte Ullrik atemlos den Kampf im
nächtlichen Himmel.
Dann geschah es. Im Nachhinein gesehen, war es einfach unvermeidlich gewesen. Der von den Abon’Shan verfolgte Malachista vollführte eine plötzliche Wende, und die beiden, die wegen
ihrer Größe nicht ganz so wendig waren wie die Felsdrachen,
konnten nicht schnell genug ausweichen. Sie versuchten seitlich
zu entkommen, doch der Malachista hatte sich schon vor seiner
Wende für eine Seite entschieden und schoss direkt auf einen der
beiden zu – ob es Yacaa oder Shaani war, wusste Ullrik nicht zu
sagen.
Er erwischte den Abon’Shan seitlich und voll im Flug, seine Kiefer waren weit aufgerissen und schlugen mit einem grausigen
Geräusch mitten über ihm zusammen.
Ullrik heulte auf; er sprang auf die Füße, wollte nicht glauben,
was er sah. Der Abon’Shan stieß ein Jaulen aus, dann begann ein
kurzer, grauenvoller Todeskampf. Der Malachista rollte voller
Mordgier seinen gesamten Leib um den Abon’Shan, wie eine wütende Natter, die ihr Opfer zugleich noch zu erwürgen versucht;
es geschah mit solcher Heftigkeit und in derartigem Tempo, dass
Ullrik das Gefühl hatte, sein Magen müsste sich herumdrehen. Es
war das gleiche würgende Gefühl, das er empfunden hatte, als
sich die Bestie Xahoor aus der Ferne genähert hatte.
Bald darauf war es vorüber. Mit einer heftigen Bewegung und
unter Zuhilfenahme seiner Vorderklauen zerriss der Malachista
den erschlafften Körper des Abon’Shan in zwei Teile und schleuderte sie von sich, hinaus in die Nacht über Jonissar, wo sie bald
in der Tiefe verschwanden. Ein einzelner, lang gezogener Drachenschrei erklang gequält aus der Höhe – es musste der Überlebende der beiden Abon’Shan sein. Nur einen Augenblick später
verharrte die Riesenbestie aufrecht schwebend in der Luft, den
Hals weit nach oben gereckt, wilde Mordgier in den Augen und
nach seinem nächsten Opfer Ausschau haltend. Es herrschte gespenstische Stille. Der Malachista glühte dumpf in seinem magischen Leuchten; die drei anderen Drachen konnte Ullrik nicht sehen, da in der Nacht von ihnen kein Licht ausging. Es war die Ruhe vor dem Sturm, vor dem zweiten, tödlichen Angriff. Wiewohl
der Tod des Abon’Shan-Drachen Entsetzen und Schmerz in Ullrik
auslöste, war ihm der Gedanke, Nerolaan oder gar Tirao könnten
auch noch getötet werden, schier unerträglich. Und Azrani.., sie
war nach wie vor in Gefahr, ebenso Laura, Burly und Jamal.
Und ohne ihre Drachenfreunde würden sie hier oben auf Xahoor
verhungern und verdursten – sie würden nie wieder von hier fortkommen – wenn sie diesen Wahnsinn hier überhaupt überlebten.
Die Drachen durften nicht sterben!
Aber es würde geschehen!
Dann passierte etwas, das Ullrik nicht mehr unter Kontrolle hatte.
»He!«, brüllte er plötzlich. Er reckte die Arme in die Luft, winkte
und schritt auf den Malachista zu, der dreihundert Schritt seitlich
von Xahoor in der Luft schwebte und seine mordlüsternen Blicke
über den Himmel schweifen ließ.
»He, du Missgeburt, du dreckiger Mörder! Hast du noch Lust auf
einen Happen?«, schrie er in die Nacht hinaus. In seinem Innern
kochte eine heiße Wut, ein so urzeitlicher Hass auf dieses Monstrum, dass er glaubte, glühende Lava flösse durch seine Adern. Er
sah nur noch Azrani und Laura vor seinem geistigen Auge,

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