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Im Zeichen des Drachen: Thriller (German Edition)

Im Zeichen des Drachen: Thriller (German Edition)

Titel: Im Zeichen des Drachen: Thriller (German Edition) Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Tom Clancy
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Presseraum des Weißen Hauses und galt in so ziemlich jeder Hauptstadt der Welt nicht nur als ein Journalist, mit dem nicht zu spaßen war, sondern auch als ein integrer Übermittler von Informationen. Er war geachtet und gefürchtet, je nach dem, um welche Regierung und Kultur es sich handelte. Diese Regierung, dachte er, hatte wenig Grund, ihn zu mögen. In Barry Wises Augen waren sie Barbaren. Die Polizei hier hatte Anwandlungen von Größenwahn, mit dem sie offenbar von den hohen Tieren im Politbüro angesteckt worden war, die wiederum zu glauben schienen, sie hätten riesengroße Schwänze, weil sie so viele Leute nach ihrer Pfeife tanzen lassen konnten. Für Wise war das eher ein Zeichen, dass man einen kleinen hatte, aber das sagte man lieber nicht zu laut, weil sie, ob nun klein oder nicht, Polizisten mit Schusswaffen befehligten – und diese Schusswaffen waren auf jeden Fall groß genug.
    Aber diese Leute hatten auch große Schwächen, wusste Wise. Wie jemand, der an Astigmatismus litt, sahen sie die Welt völlig verzerrt, dachten aber, so wäre sie wirklich. Sie waren wie Wissenschaftler in einem Labor, die hartnäckig versuchten, die Ergebnisse ihrer Experimente so hinzubiegen, dass sie mit ihren Theorien konform gingen – oder schließlich dazu übergingen, diejenigen Versuchsergebnisse, die im Widerspruch zu ihren Theorien standen, einfach zu ignorieren.
    Aber das würde sich ändern. Die Bevölkerung war immer besser informiert. Mit der Duldung einer freien Marktwirtschaft hatte die Regierung der Volksrepublik auch die Installation unzähliger Telefonleitungen zugelassen. Über viele von ihnen liefen auch Faxgeräte und zum Teil sogar Computer, so dass mittlerweile Unmengen von Informationen im Land zirkulierten. Wise fragte sich, ob die Regierung die Folgen dieser Entwicklung guthieß. Wahrscheinlich nicht. Weder Marx noch Mao hatten wirklich begriffen, welche Macht von Informationen ausging, denn in ihnen fand man die Wahrheit, wenn man nur ein wenig darin wühlte. Und Wahrheit war etwas anderes als Theorie. Wahrheit hieß, dass die Dinge wirklich so waren , und deshalb war sie auch so lästig. Man konnte sie zwar leugnen, aber das war nicht ganz ungefährlich, weil sie einen früher oder später doch einholte. Und je länger man es hinauszögerte, umso verheerender waren die Folgen. Die Welt hatte sich ziemlich verändert, seit CNN gegründet worden war. Seit 1980 konnte ein Land zwar alles leugnen, aber die CNN-Signale, Ton und Bilder, kamen via Satellit im Handumdrehen in alle Wohnzimmer. Und Bilder konnte man nicht leugnen.
    Das machte Barry Wise zum Croupier im Casino von Information und Wahrheit. Er war ein ehrlicher Dealer – das musste er sein, um in diesem Casino überleben zu können, weil es die Kunden verlangten. Auf dem freien Markt der Ideen gewann am Ende immer die Wahrheit, weil sie nichts brauchte, das sie stützte. Die Wahrheit stand von allein, während die Stützen für den ganzen verlogenen Mist früher oder später vom Wind umgeweht wurden.
    Es war ein durchaus ehrenwerter Beruf, fand Wise. Seine Lebensaufgabe war es, zu berichten, wie Geschichte gemacht wurde, und indem er das tat, trug er auch selbst ein wenig dazu bei, Geschichte zu machen. Deshalb war er bei all jenen gefürchtet, die glaubten, Geschichte zu machen sei ausschließlich ihre Domäne. Dieser Gedanke ließ ihn oft still in sich hineinlächeln. Erst kürzlich, bei diesem Vorfall mit den zwei Geistlichen, hatte er wieder einmal sein Quäntchen dazu beigetragen. Er wusste nicht, wohin das Ganze schließlich führen würde. Das war die Sache anderer.
    Aber für ihn gab es in China noch Verschiedenes zu tun.

29
BILLY BUDD
    »Was wird da drüben wohl sonst noch alles schiefgehen?«, stöhnte Ryan.
    »Wenn die andere Seite nur ein bisschen Hirn hat, wird sich die Lage schnell wieder beruhigen«, sagte Adler hoffnungsvoll.
    »Haben die denn Hirn?«, fragte Robby Jackson, bevor Arnie van Damm es tun konnte.
    »Sir, diese Frage ist nicht leicht zu beantworten. Sind sie blöd? Nein, bestimmt nicht. Aber sehen sie die Lage genau so, wie wir sie sehen? Nein, das tun sie auch nicht. Das ist das Grundproblem …«
    »Allerdings, wie bei Wesen von einem anderen Stern«, bemerkte Ryan säuerlich. »Außerirdische. Mein Gott, Scott, wie sollen wir vorhersehen, was sie tun werden?«
    »Das können wir nicht vorhersehen«, erwiderte der Außenminister. »Wir haben einen Haufen guter Leute, aber das Problem ist, sie alle auf

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