In deiner Hand
verarscht hatte. Ich wollte einfach nur tanzen!
„Auf die Nacht der Nächte!“,rief Donna und drückte mir ein Glas mit dunkler Flüssigkeit in die Hand.
„Was ist das?“
„Cola!“, sie zwinkerte und ich glaubte ihr kein Wort. Trotzdem kippte ich den Inhalt runter. Es war tatsächlich nur Cola. „Ich hab doch keine Lust, dass du unseren Wagen vollkotzt! Außerdem brauchen wir keinen Alkohol, um uns richtig zu amüsieren!“
Dann endlich erhob sie sich, ließ ihre Handtasche einfach auf dem Tisch liegen und schlängelte sich Hüfte schwingend an den kleinen, runden Tischen vorbei zur Tanzfläche. Taylor bemerkte meinen unsicheren Blick.
„Keine Sorge! Wer hier klaut, muss echt lebensmüde sein!“
Dann zog er mich einfach hinter sich her.
Taylor ging ab wie ein Metaler. So stellte ich mir das jedenfalls vor. Er hüpfte headbangend auf der Stelle und fuchtelte dabei so ausgelassen mit den Armen, dass alle um ihn herum sicherheitshalber ein bisschen mehr Platz machten. So wurde niemand verletzt. Dass die Tanzfläche bei seinen Sprüngen nicht verbeulte, wunderte mich doch sehr.
Und Donna? Puuuh! Donna tanzte so hocherotisch, dass alle Kerle im näheren Umkreis sie wie gebannt und vor allem sabbernd anstarrten. Sie bewegte sich zur Musik entsprechend schnell, und trotzdem so dermaßen sexy, dass ich beim Glotzen eine Maulsperre bekam. Die beiden tanzten mit geschlossenen Augen und genossen es sichtlich, sich so austoben zu dürfen. Ich stand unterdessen mehr als unschlüssig am Rand und beobachtete das Treiben. Mir wurde klar, dass das hier kein Club war, in dem Normalsterbliche Zutritt hatten. Ich konnte nicht erklären wieso, doch ich war davon überzeugt in einem Vampirclub zu stecken, umgeben von feiernden Blutsaugern! Scheiß die Wand an, Vampire tanzten wirklich gerne!
Niemand musterte mich schief von der Seite, dabei schlug mir das Herz, für die Blutsauger sicher ohrenbetäubend laut, bis zum Hals. Ich zögerte schon wieder! Dabei hatte ich große Lust mich zu bewegen und einfach mal alles in den Hintergrund zu schieben. Und dann lief dieser Song, bei dem der gesamte Club auf die Beine sprang und „I got a hangover… whoooohoooohoooo“ grölte. Ich wurde einfach mitgerissen und stand zwischen den Blutsaugern, hüpfte völlig elektrisiert auf der Stelle, die Arme in die Luft gerissen und grölte mit ihnen. Es war der absolute Oberhammer!!! „Boah!“, rief ich eine halbe Stunde später und eierte erschöpft zurück zu unserem Tisch. Donna hatte sich einen schnuckeligen Kerl gekrallt und tanzte gerade engumschlungen mit ihm. Taylor ließ sich schwerfällig in den Ohrensessel fallen und legte genüsslich die Hände in den Nacken.
„Und?“
Ich grinste noch breiter als er und schüttelte nur den Kopf. „Das ist einfach unglaublich.“
Man brachte mir, auf einen Wink von Taylor hin, eine weitere Cola. Die ganze Zeit über konnte ich nur aufgekratzt grinsen und fühlte mich so energiegeladen wie noch nie zuvor. Ich hätte Bäume ausreißen können!
„Bist du kaputt?“, wollte ich wissen und musterte Taylor, der völlig entspannt dasaß und die Leute beobachtete.
„Fragst du das einen Vampir?“, erwiderte er.
„Es fällt mir ausgesprochen schwer, Untote in euch zu sehen“, gab ich zu und nippte am Colaglas. Er lächelte. Sooft wie in der letzten halben Stunde hatte ich ihn noch nie lächeln oder grinsen sehen. Ein paar Typen stießen zu uns an den Tisch und Taylor unterhielt sich mit ihnen ohne mich vorzustellen. Vermutlich war es ganz gut so. Unterdessen beobachtete ich die anderen Tische, aber es war unmöglich in dem flimmernden Licht irgendein Gesicht zu 100 Prozent auszumachen.
„Hey,Süße!“, ertönte für meinen Geschmack viel zu nahe eine Stimme. Einer von Taylors Bekannten hatte sich auf Donnas Sessel gesetzt und ihn zu mir geschoben. Ich musterte das Durchschnittsgesicht. Er war nicht wunderschön, aber auch nicht grottenhässlich. Gerade Nase, buschige Augenbrauen, schmale Lippen und einen abartig hungrigen Ausdruck in den Augen. Er glotzte mir auf die Brüste und leckte sich über die Unterlippe.
„Es ist absolut unverantwortlich!“, schnauzte jemand hinter mir, packte den Kerl vor mir am Hals und zerrte ihn aus dem Sessel. Taylor erhob sich mit einer erstaunlich geschmeidigen Bewegung von seinem Platz und funkelte den Kerl hinter mir an.
„Ich passe auf!“, knurrte Taylor.
„Ja das sehe ich!“, schnauzte es wieder und da erkannte ich Brians Stimme! „Sie hat hier nichts zu
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