In deiner Hand
erhob sich zornfunkelnd vom Tisch. „Glaubst du mir ist nicht aufgefallen, wie verletzt du warst, als Brian so abweisend zu dir war? Glaubst du vielleicht ich fand Eriks Entscheidung, diese ganze Sache einfach auszuradieren, gerecht? Es ging mir persönlich völlig gegen den Strich, dass Erik sich in eure Angelegenheiten einmischte! Er hat Brian befohlen, sich von dir fern zu halten! Hallo? Damit steht er deinem, eurem Glück im Weg! Dabei sollte gerade er wissen, wie sehr du einen Mann an deiner Seite brauchst! Jemanden der dich beschützt und für dich da ist, der dich liebt! Es war alles andere als fair von Erik!“
„Hast du mir deswegen den verdammten Dildo geschenkt? Weil du gehofft hast, dass ich mich erinnern würde?“
„Es hat doch funktioniert!“ Sie warf kopfschüttelnd die Arme in die Luft. „Jeder hat das verdammt Recht zu lieben. Auch du, Verry! Und wenn er dein verdammter 700 Jahre alter Lehrer ist, dann ist das eben so! Und Erik hat nicht das Recht, darüber zu urteilen! Das hat niemand! Jetzt versau dir das doch nicht! Ihr seid wie füreinander geschaffen!“ Ihre Augen begannen zu glänzen. „Ich will doch nur, dass du ein bisschen glücklich bist!“
Dazu fiel mir nichts mehr ein. Donna schnaufte wie ein Elefant und sank zurück in den Sessel. „Warum nur legt ihr Menschen so viel Wert auf das Alter? Du bist erwachsener als mancher von uns! Du bist eine starke Frau, Verry, und kein Kind mehr!“ Sie erhob sich wieder, kam um den Tisch herum und zog mich kleines Häufchen Elend vom Sessel hoch. „Du hättest euch vorhin sehen sollen“, flüsterte sie und schlang ihre langen, schlanken Arme fest um mich. „Eines Tages wirst du mir dafür danken!“
Der Rest der Nacht verlief mehr schlecht als Recht. Taylor hielt sich entschieden auf Abstand. Bestimmt war er enttäuscht von mir! Donna flirtete ausgelassen mit jedem Dreibeiner, der ihr über den Weg lief. Ich wollte nicht mehr tanzen aber nach Hause wollte ich auch nicht. Obwohl ich immer noch sauer auf Donna war, weil sie die ganze Kacke eingefädelt hatte, um Brian und mich dazu zu bringen, etwas Dummes zu tun, genoss ich ihre und die Gegenwart von Taylor.
Es war schön, einfach nur abzuhängen, sich auf die Musik einzulassen und entspannt in diesen Sesseln zu sitzen. Die hohen Schuhe hatte ich ausgezogen, die Augen geschlossen. Weil mir niemand in den Kopf sehen konnte, begnügte ich mich damit, den Kuss mit Brian Revue passieren zu lassen. Immer und immer wieder. Je länger ich der Szene gedanklich nachhing, desto surrealer kam sie mir vor. Hatten wir uns wirklich vor all diesen Leuten geküsst?
Ich versuchte die Vorstellung, dass er gerade mit dieser Frau im Bett lag, zu verdrängen, spürte aber die brennenden Galle, die mir dabei den Hals hochstieg und eine züngelnde Wut in mir, die in jeder Faser meines Körpers zu brennen begann. Mit jeder Sekunde stieg diese Wut, wurde zu unbändigem Zorn. Völlig verkrampft saß ich auf dem Sessel, kämpfte gegen diese schrecklich aufwühlenden Gefühle an, als sich ein abgrundtiefer Hass dazugesellte, der irgendwo aus den Untiefen meiner Seele hervorbrach. Es dauerte viel zu lange, bis ich begriff! Als mir endlich klar wurde, dass dieser Hass nicht meiner war, war es bereits zu spät.
Ich riss die Augen auf und sprang aus dem Sessel. „Er ist hier!“
Taylor warf mir nur einen milde überraschten Blick zu. „Verstehst du nicht? MALIK IST HIER!“
Es erschien mir unmöglich ihn unter all diesen Leuten ausfindig zu machen, aber ich spürte ihn so nah, als stünde er hinter mir! Unkontrolliert brach die Panik in mir sich Bahn. Ich begann heftig zu zittern und versuchte nicht zu hyperventilieren. Alles was ich jetzt gebrauchen konnte war ein klarer Kopf. Ein klarer Kopf und eine Lösung! Taylor war ebenfalls aufgesprungen und hielt die geladene Knarre verborgen in seiner Hand.
„Glaubst du allen Ernstes die hält ihn auf?“, rief ich zittrig.
„Sie wird uns Zeit verschaffen!“
Meine ganze Welt brach laut krachend in sich zusammen. Ich stand wieder ganz am Anfang. Ungeschützt und nicht in der Lage etwas zu tun. Ich würde jämmerlich verrecken!
Malik kam näher.
Seine Präsenz drängte mir wie ein eiskalter Schatten entgegen. Vor meinen Augen kam Bewegung in die Tanzenden. Eine Gruppe von fünf oder sechs Personen trat aus der Masse hervor. Ich erkannte Maliks mausgrauen Haarschopf sofort. Das Blut gefror in meinen Adern. Unsere Blicke trafen sich und er grinste so bösartig, dass ich würgen
Weitere Kostenlose Bücher