In deiner Hand
musste. Grauen packte mich und mir wurde bewusst, dass ich niemals auch nur den Hauch einer Chance gegen ihn haben würde. Niemals. Doch dann tat Malik etwas, dass meine gesamte Existenz bis in die Grundmauern meiner Seele erschütterte. Ich spürte eine lange verborgene Kraft aus meinem Innersten hervorbrechen.
Malik hatte nach hinten gegriffen und aus dem Kreis seiner Lakaien ein verängstigt dreinblickendes Mädchen mit dunklen Locken gezogen. Er schlang seinen Arm fest um sie und tätschelte ihren Kopf.
Er hat annie … Er Hat Annie … ER HAT ANNIE!!!
„Er hat Annie“, hauchte ich die Worte, die ich in meinem Inneren aus Leibeskräften schrie. „Er hat meine Annie!“
Ich wollte ihn töten! Auf der Stelle! Ich stürzte vor, wurde aber grob zurückgerissen. „Er geht zu weit! Lass mich los!“, schrie ich und trat wild um mich. „Ich mach dieses Dreckschwein kalt!“
„Verry! Wir müssen hier raus!“
„ICH LASS SIE NICHT MIT DIESEM MONSTER ALLEIN!“
Jemand ohrfeigte mich grob. Doch es war mir gleich. Ich versuchte mich loszureißen, kämpfte verbissen gegen die viel zu starken Hände an, die mich einfach nicht loslassen wollten. Mein Herz weinte bittere Tränen, als Malik mit Annie an seiner Seite in einer dunklen Ecke hinten im Club verschwand. Was würde er ihr antun?
All die grässlichen Dinge, die er mit mir gemacht hatte, schossen mir durch den Kopf und verliehen mir einen unglaubliche Kraft. Es gelang mir, Taylor wegzustoßen und Brian, woher auch immer er gekommen war, meinen nackten Fuß in den Unterleib zu rammen. Ich rannte los, immer dem Gefühl seiner widerwärtigen Präsenz nach. Vor einer verschlossenen schwarzen Tür hielt ich inne. Ich hörte diesen Scheißkerl dahinter sprechen und Annie! Annie die wimmerte!
„Aber nicht doch … du musst doch keine Angst haben, mein Kind! Niemand wird dir etwas tun!“
„Ich möchte bitte nach Hause!“, flehte Annie und schniefte.
Fuchsteufelswild trat ich die Tür auf. Sie brach aus den Angeln und flog quer durch den Raum.
„Nimm deine verdammten Pfoten von ihr!“, schrie ich so laut, dass seine Lakaien vor mir zurückwichen.
„Verry. Wie schön, dass du ein wenig Zeit aufbringen konntest!“
Er streichelte Annie über den Kopf und drückte ihr einen Kuss auf die Lippen.
„Verry!“, schluchzte Annie.
„Du brauchst keine Angst haben!“, versuchte ich sie zu beruhigen. „Ich bin bei dir!“
„Oooh!“, rief Malik erfreut und erhob sich hinter dem Schreibtisch. „Du hast deine Freunde mitgebracht! Wie schön!“ Taylors massiger Arm tauchte rechts von mir auf, die Knarre im Anschlag. „Wenn dem Mädchen auch nur ein Haar gekrümmt wird, seid ihr fällig!“
„Nicht doch, nicht doch!“, rief Malik und senkte in einer beschwichtigenden Geste die Hände auf den Schreibtisch. „Wir wollen doch jetzt nicht für Aufruhr sorgen, nicht wahr!“ Er lächelte dieses herablassende, wissende Lächeln, das ich so sehr verabscheute. „Wenn auch nur ein Schuss fällt, wird hier drinnen die Hölle losbrechen und ich kann nicht versprechen, dass dieses süße Wesen dabei nicht zu Schaden kommt. Es wäre doch wirklich entsetzlich, wenn sie … nun … wir gehen lieber nicht ins Detail.“
Annie war weiß geworden wie eine Wand, als Malik sie mit ausgefahrenen Fängen angrinste. Alle zuckten zusammen, als ich vorpreschte, Annie packte und sie quer über den Schreibtisch zerrte. Sie suchte hinter mir Deckung. Malik musterte mich. Ich tat einen weiteren Schritt auf ihn zu. Nur die Schreibtischplatte trennte uns voneinander.
„Was hast du jetzt vor?“, wollte er wissen und ein siegessicherer Ausdruck glitzerte in seinen Augen. Ich wusste, dass ich mir den Fuß brechen würde, trotzdem sprang ich blitzschnell auf den Schreibtisch, holte aus und trat ihm mit ganzer Kraft ins Gesicht. „Ich werde dich töten!“, knurrte ich.
Zehnter Streich
Ich werde dich töten!!!
Malik wich zurück an die Wand. Das Gesicht blutüberströmt. Von den Schmerzen in meinem Bein spürte ich nichts. Wohl aber von den Knochen darin, die bei dem Tritt regelrecht explodierten. Meine Haut riss auf wie ein zu heiß gewordenes Hot-Dog-Würstchen. Maliks Gesicht, für einen sehr kurzen Moment starr vor Überraschung, glänzte von meinem Blut. Mehr denn je sah er aus wie eine blutrünstige Bestie.
Durch die Wucht meines Trittes, verlagerte sich der Schwerpunkt meines Körpers. Ich verlor den Halt und stürzte rücklings vom Schreibtisch. Brian, der wie aus dem Nichts
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