Invasion 03: Der Gegenschlag
Beschuss von außerhalb der Reichweite der menschlichen Waffen überlastet waren.
Sobald diese Gefahr ausgeschaltet war, ließ das Gemetzel unter den Kessentai nach, was dazu führte, dass der Angriff besser zusammenhielt, aber es gab immer noch andere Geschütze, die sich auf Kessentai spezialisierten. Die nahmen sie sich jetzt der Reihe nach vor; die Kessentai der vordersten Reihe waren mittlerweile nahe genug, um ihre Oolt wirksam einsetzen zu können, und das machte das Ganze effektiver. Als die vierte Angriffswelle in Schussweite der Minikanonen war, waren sämtliche schweren Waffen der obersten Verteidigerreihe zerstört. Die meisten feuerten zwar aus geschützten Stellungen, aber wenn man genug Plasma in die Schießscharten pumpte, dann halfen auch die dicksten Betonwände nichts.
»Ah, na ja, mit dieser ›Sicherheit‹ wird bald ein Ende sein, Eson'sora«, sagte Orostan und schnappte dabei mit dem Mund. Die Verluste waren größer gewesen, als sie erwartet hatten, auch bei den »politischen« Kessentai; die schweren »Scharfschützen«-Waffen der Menschen hatten sie aufs Korn genommen, während die automatischen Geschütze auf die vorrückenden Oolt'os gefeuert hatten. »Aber ich glaube, wir haben es jetzt geschafft, dass sie sich voll und ganz auf die Eingangstür konzentrieren, oder nicht?«
»Ja, in der Tat, Oolt'ondai«, pflichtete der jüngere Kessentai ihm bei. »Und jetzt?«
»Jetzt knallen wir die Tür zu«, antwortete Orostan und winkte einem Unterkommandeur zu.
»Also, ich schätze, über die 146 brauchen wir uns jetzt keine Gedanken mehr zu machen«, meinte Wright philosophisch.
Alejandro duckte sich, als ein weiterer Plasmaschwall durch die Schießscharte hereinschlug. »Und um die 144 übrigens auch nicht!«
Von der Panzertür im Westen war ein lautes, metallisches Dröhnen zu hören, als sie sich nach innen durchbog und der Lack an der Innenseite zu rauchen anfing.
»Herrgott!«, fluchte Wright und sah auf die beiden anderen Ausgänge. Der im Osten war allem Anschein nach noch intakt, aber die rauchenden Überreste von Geschütz 146 versperrten den Weg. Ihr letzter Ausgang war die Tür zu den inneren Bereichen des Walls. Sie befand sich in einer »Lücke« zwischen den Waffenpositionen, und solange nicht ein zufälliger Treffer die vier Fuß dicken Eisenbetonmauern durchschlug, würden sie dort immer noch hinauskönnen.
»143 Ladehemmung!«, rief Private Gattike und rannte zu den beiden Sergeants, die an einer kühleren Stelle kauerten. »Was soll ich machen?«
»Die Ladehemmung beheben, nicht wahr?«, meinte Wright und stand auf. »'ne Ahnung, warum?«
»Nein«, knurrte der Private. »Vielleicht liegt es an dieser zweiten Battle Box? Die hat bis jetzt fünfzigtausend Schuss geliefert!«
»Ah.« Wright ließ sich zu Boden fallen, als eine weitere Salve HVMs auftraf und den Raum mit Splittern füllte. Die Wände waren innen mit Gummi verkleidet, um Querschläger zu vermeiden, aber trotzdem krachte einer mit einem Geräusch, wie wenn eine Axt auf eine Wassermelone trifft, in den Private neben ihm. Er sah zu Gattike hinüber und schüttelte den Kopf.
»Erledigt?«, schrie Alejandro.
»Jo«, machte Wright und kroch vor. »Ich glaube, die 143 ist auch hinüber.«
»Okay«, brüllte Alejandro zurück. »Wo zum Teufel stecken Lewis und Schockley?«, fuhr er fort. »Da ist keiner links!«
»Keine Ahnung«, brüllte Wright. Er eilte zur 145 und stellte fest, dass dort keine Munition mehr vorhanden war. »Hey, Alejandro! Ich brauche eine Battle Box!«
Der Specialist schüttelte den Kopf und stemmte mit einiger Mühe die Munitionsklappe auf, rollte die Box heraus – normalerweise machten das zwei Mann – und ließ sich dann zu Boden fallen, als das ganze mächtige Bauwerk in seinen Grundfesten erbebte. Das »Nachbeben« dauerte ein paar Augenblicke an, während er sich verzweifelt gegen die zweihundert Kilo schwere Box stemmte, um nicht von ihr erdrückt zu werden. »Okay«, murmelte er. »Jetzt ist das ganz offiziell ein beschissener Tag.«
Major Jason Porter, Kommandant von SheVa Vierzehn, fluchte wütend. Sein Fahrer hatte es mit einiger Mühe geschafft, den Koloss auf die Hügelkuppe zu wuchten, ein kleines Stück südlich der Müllverbrennungsanlage, und jetzt konnte er den Wall sehen oder zumindest ein Stück davon. Und von der Oberseite des Walls stieg Rauch auf.
Es war ganz offenkundig, dass die Posleen den Verteidigungsanlagen mächtig zusetzten, aber bis
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