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Jenseits Der Schatten

Titel: Jenseits Der Schatten Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Brent Weeks
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das von Jorsin selbst, was rohe Macht betraf, aber während Jorsin neben der Magie die Künste des Krieges, der Führerschaft und der Diplomatie hatte lernen müssen, hatte der Magier mit den goldenen Augen einzig Magie studieren müssen, und er war die Art von genialem Magier, wie sie bloß einmal in tausend Jahren geboren wird. Er hatte nur wenige gute Eigenschaften und noch weniger Freunde, aber Jorsin bedeutete die Welt für ihn. Im Krieg verlor er alles: Jorsin, all seine Bücher über Magie, seinen einzigen anderen Freund, Oren Razin, und seine Verlobte. Er verlor auch den Verstand, und niemand weiß, ob er ihn jemals zur Gänze wiedererlangt hat. Er versteckte sich in einem Wald, wo er seinem Hass Luft machen konnte. Der Wald nahm natürlich seinen Namen an.«
    »Ezras Wald«, flüsterte Kylar. »Der Wolf ist Ezra?«
    »Jorsin hatte einen engen Freund, der ihn verriet, einen Mann namens Roygaris Ursuul.«
    »Oh Gott.«
    »Während des Krieges schuf Roygaris etwas - aus sich selbst heraus. Wir nannten es den Räuber. Er war immun gegen Magie, schneller als ein Gedanke. Er tötete Tausende von uns.« Durzo
berührte seine Wange. »Ich war der Erste, der ihn verwundet hat. Meine Pockennarben habe ich von den Spritzern seines Blutes, die mich getroffen haben. Magie konnte mich nicht heilen. Nach der letzten Schlacht war der Räuber schwer verletzt. Statt ihn zu töten, brachte Ezra ihn in den Wald. Fünfzig Jahre später gab es eine Art Machtkampf, und jedes lebende Geschöpf in diesem Wald starb - und stirbt bis auf den heutigen Tag, sei es Tier, Krul, Magier oder die reinste Jungfrau. Armeen sowohl aus dem Norden wie aus dem Süden sind dort umgekommen. Was immer es ist, der Wolf hat sieben Jahrhunderte lang Artefakte gesammelt, und er bekommt aus jedem Handel das Beste.«
    Kylar war plötzlich kalt. »Was habt Ihr ihm gegeben?«
    »Einige der Ka’kari. Er will sie alle - und Curoch und Iures.«
    »Iures?«
    »Den Gefährten von Curoch. Das Schwert der Macht und der Stab des Gesetzes. Jorsin starb an dem Tag, an dem Iures fertiggestellt wurde, bevor er ihn benutzen konnte. Niemand weiß, was mit ihm geschehen ist.«
    »Aber was versucht der Wolf zu erreichen?«
    »Ich weiß es nicht. Kylar, wir hatten einen einzigen Ka’kari, und seine Macht ist unglaublich. Stell dir vor, was ein Erzmagus mit sieben Ka’kari und Curoch und Iures tun könnte. Selbst wenn der Wolf Ezra ist, würdest du einem Wahnsinnigen so viel Macht anvertrauen? Würdest du sie dir auch nur selbst anvertrauen? Was, wenn der Wolf nicht Ezra ist, sondern Roygaris?«
    »Also habt Ihr Euch ihm widersetzt«, sagte Kylar.
    »Nachdem ich ihm den braunen Ka’kari gegeben hatte, besann ich mich eines Besseren. Seither habe ich die Ka’kari bis in die letzten Winkel der Erde verstreut. Es ist kein kurzfristiger Ehrgeiz. Der Wolf hat siebenhundert Jahre gebraucht, um einige Ka’kari in seinen Besitz zu bringen und jetzt Curoch und vielleicht auch
Iures. Es kümmert ihn nicht, ob er noch einmal hundert Jahre braucht, um den Rest zu bekommen. Dies ist Teil deiner Last. Sorge dafür, dass er sie nicht alle in die Hände bekommt.«
    »Aber er könnte auf unserer Seite sein«, wandte Kylar ein.
    »Sag das all den Unschuldigen, die er ermordet hat.«
    »Was sage ich denn all den Unschuldigen, die Ihr ermordet habt?«
    Durzo blinzelte. Er kaute an seiner Unterlippe. »Das Problem bei dem schwarzen Ka’kari besteht darin, dass er nicht in einem Spiegel funktioniert. Ich konnte niemals den Zustand meiner eigenen Seele sehen, und du kannst auch deine Seele nicht sehen. Aber wenn du es wünschst, heb ihn jetzt an deine Augen. Fälle ein Urteil über mich.«
    Kylar wagte es nicht. Durzo hatte allein während des Staatsstreichs Dutzende von Menschen vergiftet. Gewiss gab es Hunderte - Tausende - weitere Tode, die auf seiner Seele lasteten. Wenn Kylar tiefe Schuld sah, würde er sich vielleicht nicht daran hindern können, Durzo zu töten. Oder es zumindest zu versuchen. Es war kein Kampf, den er gewinnen wollte, und jetzt, da er den Preis der Niederlage kannte, kam auch das Verlieren nicht mehr infrage. »Was soll ich wegen des Wolfs unternehmen?«, fragte Kylar.
    »Im Augenblick nichts. Aber falls du hörst, dass der Berg Tenji zum ersten Mal seit zwei Jahrhunderten kein Feuer spuckt, oder wenn du hörst, dass der Tlaxini-Strudel zum Stillstand gekommen ist, musst du dich beeilen. Wie gesagt, dies ist nichts Kurzfristiges.«
    »Wann endet es?«
    Durzo

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