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Jordan, Penny

Jordan, Penny

Titel: Jordan, Penny Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Die Glut in mir
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begann in Peppers Armen zu zappeln. Sie stellte ihn auf den Boden und sah zu, wie er eifrig zu seiner Adoptivmutter hinüberlief. Ja, sie hatte die richtige Entscheidung getroffen – für sich und für ihn.
    „Stimmt etwas nicht?“, fragte Philip während des Abendessens. Pepper war den ganzen Tag sehr still gewesen, offensichtlich beschäftigte sie ein Problem.
    Pepper verzog das Gesicht und erzählte dem Ehepaar von dem Ball.
    „Ich wollte eigentlich nicht hingehen“, schloss sie. „Aber Mrs Kent besteht mehr oder weniger darauf. Sie will mich kennenlernen und feststellen, ob ich eine geeignete Freundin und Geschäftspartnerin für Isabelle bin.“
    „Wahrscheinlich nicht nur das“, erklärte Mary ungewöhnlich scharfsinnig. „Immerhin wohnst du im selben Haus wie ihr einziger Sohn!“
    „Du liebe Güte, wir sehen Neil kaum … Er und Isabelle verstehen sich nicht besonders gut. Ich vermute, er merkt nicht einmal, dass es mich gibt.“
    Mary bezweifelte das entschieden. Pepper war eine erstaunlich hübsche junge Frau geworden, und ihr neues Selbstvertrauen unterstrich diese Tatsache.
    „Ich glaube, ich kann dir wegen des Kleides helfen“, sagte sie plötzlich, „falls du nichts gegen ein Modell aus zweiter Hand hast.“
    „Natürlich nicht!“, antwortete Pepper lebhaft.
    „Ich habe neulich der Frau unseres Pfarrers geholfen, die Kleider für unseren jährlichen Basar zu sortieren. Darunter befand sich ein Sack mit wunderschönen Sachen. Sie gehörten der Nichte einer Freundin der Pfarrersfrau, die mit einem arabischen Prinzen davongelaufen ist …“
    „Du liebe Güte, wie ist sie denn auf den Gedanken gekommen?“, unterbrach Philip sie.
    „Sie ist eine Frau, mein Lieber“, antwortete Mary trocken. „Ich glaube, der junge Mann sah außerordentlich gut aus und war reich wie Krösus persönlich.“
    Pepper und Mary gingen mit Oliver, der sich an die Hand seiner Mutter klammerte und nicht in den Kinderwagen wollte, zum nahen Pfarrhaus.
    Die Pfarrersfrau war eine vernünftige, wenn auch etwas nervöse Mittdreißigerin. Sie freute sich, dass Pepper die Sachen durchsehen wollte.
    „Für unsere Stadt sind sie viel zu elegant“, erklärte sie. „Vermutlich würden wir sie gar nicht los. So etwas tragen die Damen hier nicht. Kommen Sie, sehen Sie sich alles an.“
    Drei oder vier hochmoderne Designer-Kreationen legte Pepper trotz der unübersehbaren Qualität sofort beiseite – niemand im College würde so etwas anziehen, und sie wollte auf keinen Fall aus der Menge herausstechen. Nachdenklich blickte sie das Modell, das sie ausgewählt hatte, an und hoffte inständig, dass es nicht zu auffällig war.
    Es war brauchbar. Das Kleid bestand aus weißer englischer Stickereispitze und hatte ein Oberteil mit schulterfreiem Ausschnitt. Ein blaues Band war hindurchgezogen, das genau zu der Schärpe in der Taille passte. Der weite Rock war schräg geschnitten und fiel über mehrere Petticoats. Das Kleid wirkte wie ein teures Modell von Laura Ashley.
    Pepper wusste sofort, dass es sich ideal für den Ball eignete – es war dezent genug, um Dorothea Kents Zustimmung zu finden, und ähnelte den Kleidern der anderen Mädchen, sodass es nicht besonders auffiel.
    Die Frau des Pfarrers war mehr als glücklich über die zehn Pfund, die Pepper dafür zahlte, und die drei verließen das Haus mit dem Kleid in einer Tragetasche von „Marks & Spencer“.
    „Ich wasche und stärke es für dich“, versprach Mary. „Außerdem sollten wir ein neues Band einziehen. Was hältst du von einem sanften Pfirsich?“
    Obwohl sie selbst nicht viel Wert auf Kleidung legte, besaß Mary einen ausgezeichneten Blick für Stil und Farbe, und Pepper stimmte ihr glücklich zu.
    Alles verlief genau nach Plan.
    Dorothea Kent genügte ein einziger Blick auf das junge Mädchen, mit dem ihre Tochter die Wohnung teilte, um zu wissen, wer von den beiden die stärkere war. Sie spürte bei ihr sofort eine Entschlossenheit und Kraft, die Isabelle nie besitzen würde. Doch nachdem sie sich fünf Minuten mit Pepper unterhalten hatte, war ihr auch klar, dass dieses junge Mädchen niemals versuchen würde, ihre Tochter zu einer gemeinsamen Wanderung quer durch Australien oder einem ähnlich unpassenden Abenteuer zu überreden, wie viele frühere Freundinnen von Isabelle es versucht hatten.
    Natürlich war es schade, dass das Mädchen keine Familie besaß, von der es erzählen konnte. Doch abgesehen davon hatte Mrs Kent nichts gegen Pepper

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