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Julia Collection Band 26

Julia Collection Band 26

Titel: Julia Collection Band 26 Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: BARBARA HANNAY
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durchschaut hast.“ Nach einer kleinen Pause meinte Mel: „Annie, du gibst dir ganz schön Mühe, den Typen zu beeindrucken, oder?“
    „Er ist es schließlich wert.“ Annie schloss die Augen. Sie wurde ganz aufgeregt, wenn sie an den bevorstehenden Abend dachte. Daran, was passieren würde, wenn sie nach der Veranstaltung wieder nach Hause gehen und vielleicht dort fortfahren würden, wo sie am Abend zuvor aufgehört hatten, nämlich ihre gegenseitige Anziehungskraft zu erforschen.
    „Wenn du meinen Rat hören willst“, meinte Mel, „nimm ein schönes heißes Bad, wasch dir die Haare, und lackier dir die Fußnägel. Zieh einen kurzen Rock an, und diesen Professoren wird es ganz egal sein, ob du etwas über Sokrates weißt oder nicht.“
    „Mel, du warst doch immer eine überzeugte Feministin. Was ist passiert?“
    „Ich habe das wirkliche Leben kennengelernt. Tut mir leid, ich muss jetzt aufhören, Annie. Der Chef macht schon ein böses Gesicht. Wir sprechen morgen, ja?“
    „Okay.“
    „Trotzdem viel Spaß für heute Abend.“
    „Ich werde mich bemühen.“
    Kaum war Annie auf der Cocktailparty von Theos Fakultät eingetroffen, merkte sie, dass die Sache mit dem Spaß doch eine größere Herausforderung sein würde, als sie angenommen hatte. Als Erstes hatte sie schon einmal einen schrecklichen Fehler begangen, was ihr Kleid betraf.
    Sie hätte am Morgen besser zuhören sollen, als Theo ihr versicherte, das dunkelrote Kleid, das sie im Theater angehabt hatte, sei genau das Richtige für die Party. Stattdessen war sie wieder in die Boutique gegangen, wo sie damals ihre pinkfarbenen Jeans gekauft hatte. Und diesmal war sie bei den glitzernden Abendkleidern hängen geblieben, vor denen Victoria sie gewarnt hatte.
    Sie haben mich regelrecht gerufen.
    Sie hatte sich abgöttisch in ein himmlisches Kleid mit pinkfarbener Perlenstickerei und schimmernden Pailletten verliebt.
    Beim Anprobieren war sie geradezu überwältigt gewesen von der Verwandlung, die dadurch mit ihr geschah. Es kam Annie so vor, als hätte man sie mit einem Zauberstab berührt und aus ihr einen Filmstar gemacht. Sie liebte das Kleid. Von den schmalen Spaghettiträgern bis hin zum knielangen Saum war es eine Sensation. Es war hauteng und passte fantastisch zu ihrem Hautton.
    Leider passte es absolut nicht zu diesem Abend.
    Das wurde ihr schlagartig klar, als sie im Eingang zum Club der philosophischen Fakultät stand. Ihre gute Laune war sofort dahin.
    Sie wandte sich Theo zu. „Warum hast du mich denn nicht davor gewarnt?“
    „In Bezug worauf?“
    „Auf mein Kleid. Es ist völlig unpassend.“
    „Das stimmt doch nicht, Annie, es ist toll.“
    „Aber alle anderen tragen Schwarz.“
    „Nicht alle.“
    Sie sah sich um. „Fast alle.“
    In einer Ecke des Raums, umgeben von Pflanzen, standen vier Musiker, die ein Streichquartett bildeten. Sie waren ebenfalls in Schwarz gekleidet und machten einen sehr ernsthaften Eindruck. Auch die übrigen Gäste, die Gläser in den Händen hielten, wirkten äußerst würdevoll.
    Die Männer trugen fast alle dunkle Anzüge. Bis auf eine einzige Frau in einem farbenfrohen Kleid, das aus einer Fülle von Schals zu bestehen schien, trugen die Frauen konservativ geschnittene Kleider in gedämpften Farben.
    Pink war nirgendwo zu sehen. Auch keine Glitzerkleider. Das Einzige, was glitzerte, waren ein paar Köpfe mit weißem Haar.
    Am liebsten hätte Annie sich umgedreht und wäre auf der Stelle aus dem Raum gelaufen.
    Sie merkte gleich, dass die Anwesenden hier zusammengehörten wie Mitglieder eines exklusiven Clubs. Annie hingegen war eine Außenseiterin. Dies war nicht ihre Welt.
    Theo legte ihr beschützend die Hand auf den schmalen Rücken und drängte sie behutsam weiter.
    Eine wohlerhaltene Dame um die sechzig kam auf sie zu. „Theo, Liebling, ich bin ja so froh, dass du kommen konntest“, sagte sie mit einer sehr kultivierten Stimme und lächelte Annie an. „Wie geht es Ihnen, meine Liebe? Ich bin Harriet Fletcher.“
    „Hallo, Harriet.“ Annie war froh, dass ihre Hand nicht zitterte, als sie sie ausstreckte.
    „Sie waren noch nie auf einer solchen Party, oder?“, fragte die Dame, nachdem sie einander die Hand geschüttelt hatten.
    „Nein.“
    Zu Annies Überraschung nahm Harriet sie beim Arm, als ob sie seit Jahren miteinander befreundet wären. „Dann ist es mir ein Vergnügen, Ihnen die anderen Gäste vorzustellen. Theo, du kannst Annie ja schon einmal einen Drink holen.“
    „Möchtest

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