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Julia Extra Band 0258

Julia Extra Band 0258

Titel: Julia Extra Band 0258 Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Julia James
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sie stehen.
    „Jake?“ Warum blieb ihr dies nicht erspart …
    Sein Blick glitt zu ihrem Koffer und sein Lächeln erlosch. „Was ist los?“
    Ihn vor sich stehen zu sehen war die reinste Qual für Susan. Er war ganz in Schwarz gekleidet und sah so kraftvoll und männlich aus. Unglücklich sah sie ihn an.
    Verunsichert wiederholte er noch einmal seine Frage. „Susan, was ist?“
    Weil sie nichts sagte, kam er näher. „Was ist passiert? Ist jemand in deiner Familie krank geworden?“
    Sie schüttelte den Kopf. Auch wenn es ihr unsagbar schwer fiel, sie musste nun stark sein. „Ich verlasse dich“, sagte sie zögernd. „Ich lasse mich scheiden. Keine Sorge, ich will nichts haben …“
    „Susan?“
    Er wollte nach ihrem Arm fassen, aber sie wich ihm aus. „Lass das!“ Sie sah ihn so entschlossen und abweisend an, wie es ihr möglich war. „Und komm mir nicht nach. Mein Entschluss steht fest.“
    Jake wirkte bestürzt, versuchte aber nicht, sie aufzuhalten. Er war auch nirgendwo zu sehen, als sie das Boot betrat, um sich zum Festland übersetzen zu lassen.
    So ist es richtig, sagte sie sich und wischte eine Träne fort. Das ist ein sauberes Ende ohne Komplikationen.
    Jake konnte nicht fassen, dass Susan gegangen war. Irgendwie fühlte er sich verraten und verkauft. Aber es war nicht sein Stil, hinter einer Frau herzulaufen. Wenn sie gehen wollte – okay. Was ging ihn das an. Offenbar hatte ihr diese ganze Ehe doch nicht gepasst. Es wäre für ihn leichter gewesen, wenn sie ihn gar nicht erst geheiratet hätte. Immer wieder musste er daran denken, wie sie sich so sanft und innig geliebt hatten.
    Zwei Wochen vergingen. Er wollte so weitermachen wie bisher. Aber es ging nicht. Jedes Plätzchen auf der Insel war mit einer Erinnerung an Susan verbunden. Ganz besonders galt das für die Klippen, wo er sie aus dem Wasser gezogen hatte.
    Und für sein verdammtes Bett!
    Er stieg die Treppe hinunter und seufzte. Ein anstrengender Arbeitstag lag hinter ihm. Es war Zeit zu essen, aber er war nicht hungrig – und darum wütend auf sich selbst. Warum konnte er Susan nur nicht vergessen!
    Sein Liebesleben war das reinste Trauerspiel. Da hatte er viele Jahre verschwendet, weil er Tatiana nicht vergessen konnte. Erst im Umgang mit Susan war ihm klar geworden, dass er sich in der ganzen Zeit nur vor dem wahren Leben gedrückthatte – und den Schwierigkeiten, die eine Beziehung mit sich brachte.
    Das verstand er jetzt, nachdem Susan fort war.
    Einer der Angestellten tauchte kurz in der Halle auf und eilte dann davon. Jake hatte zum wiederholten Mal das Gefühl, dass ihm neuerdings jedermann aus dem Weg ging.
    Jetzt erst bemerkte er Dr. Fleet. Der schmächtige Arzt stand neben der Tür des Esszimmers. Zum Spaß sagte Jake: „Was ist los? Ein Arzt im Haus? Ist jemand krank?“
    Der alte Herr sah ihn unbewegt an. Offenbar fehlte ihm heute der Humor. „Ich wurde zum Dinner eingeladen“, ließ er Jake wissen. „Aber wenn du deine schlechte Laune an mir auslassen willst, gehe ich dir – wie alle anderen – auch lieber aus dem Weg. Dann fahre ich wieder nach Hause.“
    Jakes Gesicht wurde noch finsterer. „Keiner geht mir aus dem Weg!“ Und wenn schon, was ging es den Doktor an!
    „Ach ja? Was habe ich da denn eben beobachtet?“
    „Was weiß ich, vielleicht hat er etwas vergessen und ist deshalb in die Küche zurückgegangen.“
    Dr. Fleet schüttelte den Kopf. „Richte deinem Vater aus, dass ich mich entschuldige. Ich werde nicht zum Essen bleiben. Emma hat auch keine Lust, mit dir zusammenzutreffen.“
    „Was ist los?“, fragte Jake ärgerlich. Wieso nahm sich der Arzt das Recht heraus, ihn wie ein ungezogenes Kind zu behandeln? „Doc …“, begann er. „Du bist schon bei meinen Eltern auf dieser Insel gewesen, bevor ich geboren wurde, aber deshalb …“
    „Lass es gut sein!“, fiel ihm Dr. Fleet ins Wort. „Du übertriffst mit deinem Ton neuerdings ja noch deinen Vater.“ Er schüttelte den Kopf. „Was soll’s, ob man mit dir redet oder einem Sack Kohle, das ist doch sowieso kein Unterschied.“
    Was er dann leise hinzufügte, konnte Jake nicht verstehen. „Kannst du bitte deutlicher sprechen?“, fragte er schroff. Dr. Fleets Gesicht war rot angelaufen. „Ich sagte, es ist eine Schande, dass du deine Frau davonjagst, weil sie keine Kinder bekommen kann.“
    Jake war wie benommen. „Wie bitte? Was hast du da gesagt?“
    „Das weißt du nur zu gut!“, fauchte Dr. Fleet ihn an.
    „Ich wollte nicht,

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