Julia Extra Band 0258
dass sie geht!“, gab Jake entrüstet zurück.
„Wovon redest du eigentlich?“
„Aber ich dachte …“ Dr. Fleet sah ihn unsicher an. „Hat siedas nicht erzählt?“ Er bekam ein schlechtes Gewissen. Offenbar hatte er seine ärztliche Schweigepflicht verletzt. „Offenbar wollte sie ja nicht, dass du es erfährst. Da musst du sie dann schon selbst fragen“, sagte er.
„Worauf du dich verlassen kannst“, gab Jake zurück.
13. KAPITEL
Jake fuhr sofort nach Portland. Er stürmte in Susans Büro, wo er sie allerdings nicht antraf. Ihr Chef Ed Sharp erzählte ihm, dass Susan noch an diesem Abend nach Los Angeles fliegen würde, um dort einen neuen Job anzunehmen. Das zumindest hätte sie ihm am Telefon vor wenigen Stunden erzählt.
Als Jake den Flughafen erreichte, hatten fast alle Passagiere bereits eingecheckt. „Ich muss das Flugzeug bekommen“, ließ er die Mitarbeiterin am Eingang zur Abflughalle wissen.
Sie sah ihn überrascht an. „Sicher, Sir. Zeigen Sie mir einfach Ihr Flugticket.“
„Ich habe keins. Ich will nicht wegfliegen. Ich will jemanden aus dem Flugzeug herausholen.“
Die Mitarbeiterin sah ihn verständnislos an. „Entschuldigung. Aber ohne Ticket darf ich Sie hier nicht durchlassen.
„Ich bitte Sie. Das dauert doch nur eine Minute.“
„Tut mir Leid, Sir!“ Sie wandte sich dem nächsten Kunden zu.
„Es ist eilig“, sagte der. „Ich muss die Maschine nach Los Angeles noch bekommen. Ich werde schon ausgerufen.“
„Ihr Ticket bitte“, wiederholte sie.
Jake war wild entschlossen, irgendwie in das Flugzeug zu gelangen. Ohne zu zögern, zog er seinen Smaragdring vom Finger und überreichte ihn dem schmächtigen Mann am Counter. „Schauen Sie mal. Der ist sechzigtausend Dollar wert. Sie nehmen ihn. Ich bekomme dafür Ihr Flugticket.“
Der Mann schaute den Ring an, dann Jake, dann wieder den Ring.
„Nehmen Sie ihn schon“, drängte Jake. „Von dem Geld, das Sie dafür bekommen, können Sie sich einfach Ihre eigene Maschinechartern.“
Der Fremde konnte sich nicht entschließen.
„Das ist ein echter Merit-Smaragd“, erklärte Jake.
„Ja?“
„Ich bin Jake Merit.“
Die Angestellte am Schalter schrie leise auf. „Ach ja, stimmt! Jetzt weiß ich, woher ich Ihr Gesicht kenne – aus den Zeitschriften!“
„Nun ja“, der Fluggast zögerte immer noch. „Eventuell könnte ich einen anderen Flug …“
„Prima!“, fiel Jake ihm ins Wort und übergab ihm den Ring. „Vielen Dank!“
Er nahm das Flugticket des Mannes und eilte durch die Schranke.
Susan legte den Gurt an. Tausend Gedanken gingen ihr durch den Kopf. Eine fremde Stadt und fremde Menschen warteten auf sie – und ein Job, der sie im Grunde gar nicht interessierte. In dieses Abenteuer stürzte sie sich nun Hals über Kopf, um den Mann zu vergessen, den sie von ganzem Herzen liebte. Sie seufzte, und ihr Sitznachbar sah sie besorgt an. Es war ein rundlicher Mann in den Vierzigern. Susan war erleichtert, als er sich wortlos wieder seinem „Wall Street Journal“ zuwandte.
Sie lehnte sich zurück und schloss die Augen. Immerhin würde so viel Neues auf sie einstürzen, dass sie garantiert abgelenkt war und Jake schnell vergaß. Da würde sie sich wohl nicht allzu oft einsam und verzweifelt fühlen. Na ja, jedenfalls würde es ein bisschen helfen …
„Mrs. Merit?“
Susan sah erschrocken auf. Das war doch Jakes Stimme! Er stand breitbeinig an der Kabinentür. Seine Augen funkelten. Was für ein Anblick! Er war wirklich beeindruckend.
„Ich suche meine Frau!“, ließ er die Stewardessen und alle Fluggäste wissen. Aufmerksam schaute er sich um, dann hatte er sie entdeckt. Als sich ihre Blicke trafen, schien die Welt für einen Moment stillzustehen. Dann eilte Jake freudestrahlend auf sie zu.
„Was machst du denn, Susan?“, fragte er aufgeregt.
Vor Aufregung brachte sie keinen Ton heraus.
Jake kniete jetzt vor ihr und nahm ihre Hand. Sie war wunderbar warm.
„Susan“, flüsterte er. „Ich denke, wir sind Partner!“
Ihr wurde gleichzeitig heiß und kalt. „Das war doch irgendwie keine so gute Idee. Es lief doch mit uns gar nicht.“
„Ich fand alles prima“, sagte er sanft.
„Wirklich?“ Sie senkte den Blick. „Aber ein Ehemann sollte freiwillig …“
Weiter kam sie nicht.
„Du hast das falsch verstanden“, erwiderte er. „Ich wollte dich nicht drängen. Du hast doch geweint.“
Sie war gerührt, verdrängte das aber. Schließlich war das eigentliche Problem, dass sie
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