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Kinder Des Nebels

Kinder Des Nebels

Titel: Kinder Des Nebels Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Brandon Sanderson
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ihr aufzunehmen.«
    »Aber dann werden wir bereits den Staatsschatz des Obersten Herrschers in unserem Besitz haben«, sagte Kelsier und lächelte. »Was sagst du immer über die Soldaten aus der Garnison, Hamm?«
    Der Schläger schien zunächst nicht zu verstehen, worauf Kelsier hinauswollte, doch dann grinste er breit. »Dass sie Söldner sind.«
    »Wir rauben das Geld des Obersten Herrschers«, sagte Kelsier, »und das bedeutet, dass wir damit auch seine Armee unter unsere Kontrolle bekommen. Wir können noch immer Erfolg haben, meine Herren. Es liegt in unserer Hand.«
    Nun schien die Mannschaft wieder zuversichtlicher zu sein. Vin jedoch richtete den Blick erneut auf den Platz unter ihr. Das Wasser der Springbrunnen war so rot, dass es aussah, als wären sie vollständig mit Blut gefüllt. Und über alldem wachte der Oberste Herrscher in seiner pechschwarzen Kutsche. Die Fenster standen offen, und mithilfe ihres Zinns erkannte Vin die Umrisse einer Gestalt, die im Innern des Fahrzeugs saß.
    Das ist unser wirklicher Feind,
dachte sie.
Nicht die ausgerückte Garnison, nicht die Inquisitoren mit ihren Äxten. Dieser Mann. Der Mann aus dem Tagebuch.
    Wir müssen einen Weg finden, ihn zu besiegen, denn sonst ist alles, was wir tun, sinnlos.

Ich glaube, ich habe endlich herausgefunden, warum Raschek mich so verabscheut. Er glaubt nicht, dass ein Außenseiter wie ich - ein Ausländer - möglicherweise der größte Held aller Zeiten ist. Er ist der Ansicht, ich habe die Philosophen irgendwie beschwindelt und trage die Zeichen des Helden unerlaubt.
    Raschek zufolge kann nur ein Terriser von reinem Geblüt zum Helden erwählt werden. Seltsamerweise macht sein Hass mich nur noch entschlossener. Ich muss ihm gegenüber beweisen, dass ich dieser Aufgabe gewachsen bin.

Kapitel 27
    E s war eine stille Gruppe, die an jenem Abend in Keulers Laden zurückkehrte. Die Hinrichtungen hatten noch stundenlang angedauert. Es hatte keine Denunziationen und keine Erklärungen durch das Ministerium des Obersten Herrschers gegeben - nur Hinrichtung nach Hinrichtung nach Hinrichtung.
    Als es keine Gefangenen mehr gegeben hatte, waren der Oberste Herrscher und seine Obligatoren weggefahren und hatten einen Berg von Leichen auf dem Platz sowie blutiges Wasser in den Brunnen zurückgelassen.
    Während Kelsiers Mannschaft wieder die Küche betrat, stellte Vin fest, dass der Kopfschmerz sie nicht länger quälte. Er war so ... unbedeutend geworden. Die Lorbeerwickel lagen noch auf dem Tisch; eine der Hausangestellten hatte sie sorgsam abgedeckt. Niemand griff nach ihnen.
    »Also gut«, meinte Kelsier und lehnte sich wie gewohnt gegen den Küchenschrank. »Wir sollten uns wieder an die Planung begeben. Wie geht es weiter?«
    Docksohn holte einen Stapel Schriftstücke aus einer Ecke des Zimmers und setzte sich mit ihnen an den Tisch. »Da die Garnison nun die Stadt verlassen hat, sollten wir uns auf den Adel konzentrieren.«
    »Allerdings«, sagte Weher. »Wenn wir wirklich vorhaben, mit der Hilfe von nur ein paar tausend Soldaten den Staatsschatz zu stehlen, brauchen wir etwas, das die Palastwache ablenkt und den Adel davon abhält, uns die Stadt wieder wegzunehmen. Daher ist der Krieg der Häuser jetzt von überragender Bedeutung.«
    Kelsier nickte. »Genau meine Meinung.«
    »Aber was passiert, wenn der Krieg der Häuser vorbei ist?«, fragte Vin. »Einige Häuser werden als Sieger daraus hervorgehen, und dann müssen wir uns mit ihnen herumschlagen.«
    Kelsier schüttelte den Kopf. »Ich habe nicht vor, den Krieg der Häuser je zu einem Ende kommen zu lassen, Vin - oder wenigstens nicht für sehr lange Zeit. Der Oberste Herrscher erlässt Befehle, und das Ministerium überwacht seine Anhänger, aber es sind die Adligen, die die Skaa zur Arbeit zwingen. Wenn wir genügend Adelshäuser stürzen können, bricht die Regierung möglicherweise von selbst zusammen. Wir können das Letzte Reich nicht als Ganzes bekämpfen, dazu ist es zu groß. Aber wir können es spalten und dazu bringen, dass sich die einzelnen Teile gegenseitig bekämpfen.«
    »Wir müssen die Großen Häuser in finanzielle Schwierigkeiten bringen«, sagte Docksohn, während er seine Schriftstücke durchblätterte. »Die Aristokratie ist vor allem eine Einrichtung, die auf Geld gegründet ist, und ein Mangel an Finanzmitteln
bringt jedes
Haus zu Fall.«
    »Weher, vermutlich brauchen wir eine deiner Rollen«, sagte Kelsier. »Bisher war ich der Einzige in unserer Mannschaft, der

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